Zustimmung für Johnson: Parlament bestätigt Brexit-Gesetz - nächster Rückschlag folgt sogleich

Zustimmung für Johnson: Parlament bestätigt Brexit-Gesetz - nächster Rückschlag folgt sogleich
+
Oliver Kurzai zeigt den Hefepilz Candida auris in einer Petrischale. Foto: Nicolas Armer/dpa

Candida auris

Mehr Patienten mit gefährlichem Hefepilz

Ein neuer Hefepilz treibt auf der Welt sein Unwesen. Auch in Deutschland wurde der erstmals 2009 nachgewiesene Erreger bereits gefunden. Zwar steigt die Zahl bekannter Fälle - insgesamt aber sind es nur wenige.

Würzburg (dpa) - In Deutschland werden immer mehr Fälle bekannt, in denen schwer kranke Patienten mit dem gefährlichen Hefepilz Candida auris infiziert sind. 2015 war der Hefepilz erstmals in Deutschland gefunden worden.

"Wir wissen von insgesamt sieben Patienten, die Candida auris hatten. Davon sind fünf aus dem vergangenen Jahr", sagte Oliver Kurzai vom Nationalen Referenzzentrum für invasive Pilzinfektionen mit Sitz in Jena. Wegen des Hefepilzes gestorben sei hierzulande noch niemand. "Bei den Patienten, von denen wir es wissen, gibt es keine durch die Infektion bedingten Todesfälle", sagte Zentrumsleiter Kurzai vom Lehrstuhl für Medizinische Mikrobiologie und Mykologie der Universität Würzburg.

2015 war der Hefepilz erstmals bei zwei Patienten in Deutschland gefunden worden. "Alle Fälle traten bislang in unterschiedlichen Krankenhäusern auf. Es sind soweit wir wissen Einzelfälle", so Kurzai. Die zwischen 1950 und 2002 geborenen Männer und Frauen hatten nur gemeinsam, dass sie alle schwer krank waren. "Das sind Patienten, die zum Teil mit schwersten Grunderkrankungen im Krankenhaus sind."

Der Hefepilz war 2009 in Asien erstmals nachgewiesen worden. Seitdem breitet er sich rasend schnell in der Welt aus. Zuletzt wurden in den USA, Großbritannien und Indien zahlreiche Erkrankungen erfasst. Kurzai geht davon aus, dass die Fallzahlen auch in Deutschland weiter steigen werden. "Das Risiko sehe ich als relativ erheblich an. Aufgrund der immer weiter zunehmenden globalen Mobilität breiten sich solche Erreger schnell aus. Es ist deshalb nur eine Frage der Zeit, bis wir ihn häufiger in Deutschland sehen."

Anlass zu großer Sorge sieht der Experte nicht. "Es ist eine bedrohliche Krankheit und wir wissen nicht genau, wie wir sie behandeln müssen. Aber es ist nicht Ebola", sagte Kurzai. In Deutschland sei der Pilz, der in allen Fällen mit hoher Wahrscheinlichkeit von den Patienten aus anderen Ländern mitgebracht worden war, noch nicht weiterverbreitet worden.

Der Hefepilz ist gegen viele Anti-Pilz-Mittel resistent. Dennoch können betroffene Patienten mit vorhandenen Medikamenten behandelt werden. "Man muss ein bisschen gucken, aber es ist nicht so, dass wir mit dem Rücken zur Wand stehen", sagt Kurzai. Für einen gesunden Menschen ist der Pilz keine Bedrohung.

Candida auris kann zu Blutvergiftungen sowie Harnwegs- und Wundinfektionen führen. Spezielle Symptome für den Pilz sind Kurzai zufolge noch nicht erfasst, er kann deshalb nur im Labor identifiziert werden. Der Hefepilz ist noch nicht meldepflichtig. Kurzai und sein Team hoffen dennoch, dass Kliniken und Labore Verdachtsfälle zur Auswertung an das Referenzzentrum schicken.

Das sei auch für die künftige Behandlung wichtig. "Es besteht das Risiko, dass sich mit Candida auris eine neue Pilzart in unseren Kliniken etabliert, die schwerer zu behandeln ist als die Arten, die wir vorher gesehen haben." Im Moment aber seien die bekannten Fälle noch "absolute Raritäten".

Nationales Referenzzentrum für invasive Pilzinfektionen

Infos zum Hefepilz Candida auris von der US-Gesundheitsbehörde CDC (engl.)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Teuerste Therapie der Welt für Baby John: Nur Zwei-Millionen-Euro-Spritze kann ihn retten
John hat eine sehr seltene Erbkrankheit, die seine Muskeln verkümmern lässt. Ohne die richtige Behandlung stirbt er - doch das passende Medikament kostet Millionen.
Teuerste Therapie der Welt für Baby John: Nur Zwei-Millionen-Euro-Spritze kann ihn retten
TV-Koch Tim Mälzer hat BMI von 31 - das hält er für die perfekte Diät
Wer abnehmen möchte, hat die Qual der Wahl: Low Carb, Trennkost, Weight Watchers etc. Warum Diäten im Grunde nichts bringen, weiß TV-Koch Tim Mälzer.
TV-Koch Tim Mälzer hat BMI von 31 - das hält er für die perfekte Diät
Baby kichert immerzu - dann stellen Ärzte eine Schock-Diagnose
Ihr Baby kicherte 17 Stunden am Tag. Doch was die Eltern zunächst freute, stellte sich bald als tragischer Irrtum heraus. Das Baby war nicht glücklich - sondern schwer …
Baby kichert immerzu - dann stellen Ärzte eine Schock-Diagnose
Warum Sie statt Wasser Milch trinken sollten - Forscher weisen verblüffende Wirkung nach
Wer zu wenig trinkt, riskiert Kreislaufprobleme und Schlimmeres. Rund 1,5 Liter Flüssigkeit sollten Erwachsene deshalb täglich zu sich nehmen - und dabei das richtige …
Warum Sie statt Wasser Milch trinken sollten - Forscher weisen verblüffende Wirkung nach

Kommentare