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Die Abbildung zeigt eine Zellkultur beimpft mit MVA-MERS-S. Das produzierte Impfantigen ist durch Antikörper grün angefärbt dargestellt.

MERS-Virus: Münchner Forscher entwickeln Impfstoff

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Die Zahl der Mers-Opfer in Südkorea steigt. Doch Forscher haben einen wirksamen Impfstoff gegen das MERS-Virus gefunden. Erste Tests waren schon erfolgreich, nun sollen klinische Studien folgen.

Wie bei einer Grippe kann eine Infektion mit dem Mers-Virus (offiziell Middle East Respiratory Syndrom Coronavirus - kurz: MERS-CoV) beim Menschen verschiedene Erkrankungen auslösen. Manche Patienten entwickeln überhaupt keine Symptome, bei anderen verläuft die Krankheit tödlich. Das Mers-Virus wurde 2012 erstmals in Saudi-Arabien nachgewiesen. Eine besondere Mers-Therapie gibt es bislang noch nicht.

Allerdings sind Virologen auf der Suche nach einem Impfstoff. Und jetzt konnten Wissenschaftler um Prof. Gerd Sutter von der Ludwigs-Maximilians-Universität (LMU) in München erstmals die Wirksamkeit des sogenannten Impfstoffkandidat mit dem Namen MVA-MERS-S nachweisen. Das Ergebnis des erfolgreichen Tests wurde nun im aktuellen Fachmagazin Journal of Virology veröffentlicht. 

Nach einer Impfung entwickeln sich demnach genug Antikörper gegen MERS-CoV Viren. Jedenfalls im Maus-Modell. 

Für den Test wurden Mäuse gentechnisch so verändert, dass sie für das Coronavirus empfänglich sind.

Bei den geimpften Mäusen, die mit einer hohen Dosis des MERS-CoV infiziert wurden, war die Virenkonzentration verglichen mit nicht geimpften Tieren deutlich reduziert, berichten die Virologen.

„Dieser Test zeigt, wie sicher und effektiv unser Impfstoffkandidat ist. Es besteht keine Gefahr, dass sich durch die angeregte Immunantwort die Infektion mit dem Coronavirus noch verstärken könnte“, sagt Prof. Gerd Sutter.

Da Mäuse noch keine Menschen sind, soll der neuentwickelte Impfstoff nun am Menschen im Rahmen einer klinischen Studie getestet werden.

ml

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