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In Deutschland haben Millionen Menschen mit chronischen Schmerzen zu kämpfen.

Wenige gut versorgt

Millionen Menschen haben chronische Schmerzen

Düsseldorf - Rund elf Millionen Menschen in Deutschland haben chronische Schmerzen und viele von ihnen werden nicht optimal versorgt. Dabei gibt es neue Verfahren, die helfen könnten - etwa bei Migräne.

Nur zwei Prozent der Betroffenen sind bei Ärzten in Behandlung, die auf Schmerztherapie spezialisiert sind, berichtete die Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie zum Start ihrer Tagung am Montag in Düsseldorf. Jeder fünfte Patient leide seit mehr als 20 Jahren. Vor allem Kopfschmerzen, aber auch Gelenk- und Rückenschmerzen sowie Nerven- oder Narbenschmerzen sind weit verbreitet. Eine richtige Therapie mit dem Einsatz mehrerer Bausteine wie Medikamente, Krankengymnastik, Psychotherapie oder Schmerzbewältigungstraining könne vielen unnötiges Leiden ersparen.

Ein noch recht neues operatives Verfahren - Implantation von Elektroden - könne bei sonst austherapierten Patienten helfen. Etwa bei schwerer chronischer Migräne, sagte Professor Volker Tronnier, Direktor der neurochirurgischen Klinik an der Uni Lübeck. Dem Patienten werden dabei dauerhaft Elektroden unter die Haut am Hinterkopf implantiert. Verbunden sind sie mit einem ebenfalls eingepflanzten Mini-Schrittmacher. Die Elektroden geben leichte Stromimpulse ab, die die Weiterleitung der Schmerzsignale ans Gehirn verhindern sollen. Bevor solche operative Maßnahmen erwogen werden, müsse aber alles andere ausgeschöpft sein, betonte Tronnier.

Angesichts des großen Betroffenen-Kreises betonte der Experte: „Wir brauchen eine bessere schmerztherapeutische Versorgung in Deutschland.“ Um mehr chronischen Schmerzpatienten besser zu helfen, sollten mehrere Therapieformen kombiniert werden.

Gut die Hälfte der Patienten erhält derzeit Schmerzmittel und Massagen, ein Drittel Wärmebehandlungen oder auch Schlammpackungen, erläuterte die Düsseldorfer Schmerztherapeutin Susanne Stehr-Zirngibl. Das allein helfe aber oft noch nicht weiter. Der Patient müsse auch aktiviert werden - mit Gymnastik oder auch speziellen Entspannungsmethoden. Antidepressiva und Psychotherapie könne ebenfalls in manchen Fällen helfen.

dpa

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