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Morgens nach dem Aufwachen noch einige Minuten mit offenen Augen liegenbleiben: Solche Übungen zur Achtsamkeit können die Wahrnehmung des aktuellen Augenblicks verbessern. Foto: Mascha Brichta

Mit Achtsamkeitsübungen den Geist zur Ruhe bringen

Auch wenn ein Moment eigentlich schön ist, können ihn viele Menschen nicht genießen oder nehmen ihn gar nicht wahr. Viel zu selten sind die Gedanken im Hier und Jetzt, stattdessen kreisen sie um Probleme von gestern oder morgen. Achtsamkeitsübungen können helfen.

Krefeld (dpa/tmn) - Vielen Menschen kreisen ständig Gedanken im Kopf, der Geist kommt kaum zur Ruhe. Das kann zu einer permanenten Anspannung und einer Grund-Unzufriedenheit führen. Viele ignorieren dadurch auch die eigenen Bedürfnisse.

"Menschen befinden sich gedanklich oft im Gestern oder im Morgen, sind durch Erinnerungen oder Nachdenken über die Zukunft abgelenkt und können den Augenblick gar nicht mehr isoliert davon wahrnehmen", erklärt Christa Roth-Sackenheim vom Berufsverband Deutscher Psychiater (BVDP).

Übungen zur Achtsamkeit können dann helfen. Sie haben zum Ziel, die Wahrnehmung des aktuellen Augenblicks zu verbessern und das Hier und Jetzt bewusster zu erleben. "Dadurch können die Konzentrationsfähigkeit, die Genussfähigkeit und auch die Stimmung günstig beeinflusst werden", erklärt Roth-Sackenheim. Viele der Übungen lassen sich in den Alltag einbauen.

Das kann zum Beispiel sein, morgens die ersten Minuten nach dem Aufwachen noch einige Minuten mit offenen Augen liegenzubleiben, sich des Wachseins bewusstzuwerden und in die Atmung und in den Körper hineinzuspüren, empfiehlt Roth-Sackenheim. Weil die Atmung ein ständiger Begleiter ist, eignet sie sich gut, um die Achtsamkeit zu trainieren. "So kann man immer wieder am Tag die Aufmerksamkeit auf die Atmung lenken, versuchen, sich mit dem Atmen zu verbinden und die Qualität des Atmens zu erspüren", erklärt Roth-Sackenheim. Auch Übungen, bei denen man sich ganz gezielt immer wieder auf die Gegenwart konzentriert, können helfen. Wer mit Achtsamkeitsübungen beginnen möchte, plant dafür am besten täglich ein paar Minuten Zeit fest ein.

Menschen mit psychischen Problemen macht das Gedankenkreisen noch mehr zu schaffen. Ein an sich positiver Moment kann von Grübelgedanken, Traurigkeit, Sorgen oder durch eine schlechte Gefühlslage völlig überlagert werden. "Bei ständigem Gedankenkreisen können die Gedanken oft nicht mehr geordnet und nicht zu Ende gedacht werden - sie führen zu keinem Ziel." Für Betroffene gibt es spezielle Psychotherapien, die die Achtsamkeit schulen und fördern.

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