Eine Frau bläst einen Luftkuss von ihrer flachen Hand
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Danke für die Blumen! Eine Frau reagiert auf ein Kompliment mit einem Luftkuss

Warum Komplimente uns glücklich machen

Wärme für die Seele

  • Susanne Stockmann
    vonSusanne Stockmann
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Komplimente tun uns gut, weil sie in Beziehungen, egal ob im Privaten oder beruflich, Wertschätzung ausdrücken. Eine Münchner Expertin sagt, worauf es ankommt - auch wie man ein Kompliment am besten annimmt.

„Von einem guten Kompliment kann ich zwei Monate lang leben“, dieses Zitat wird dem US-amerikanischem Erzähler Mark Twain (1835-1910) zugesprochen. Bewunderung bzw. achtungsvolles Lob steigern unser Selbstwertgefühl. „Das Leben widr leichter, schöner, heiterer“, bestätigt Life-Coach Dr. Fiona Berle aus München: „Die Atmosphäre zwischen den Menschen verändert sich zum Positiven.“ Das lässt sich sogar messen, erklärt Wissenschaftlerin Judith Mangelsdorf, Direktorin der Deutschen Gesellschaft für Positive Psychologie. „Komplimente sorgen in unserem Gehirn für Aktivität. Es werden Glückshormone ausgeschüttet wie beispielsweise Oxytocin, das zwischen Menschen für Verbundenheit sorgt“, sagt sie. Zudem können auch Glückshormone wie Dopamin oder Serotonin produziert werden. Der Körper spürt: Hier ist etwas Gutes passiert.

Dr. Berle bedauert, dass in Deutschland im Gegensatz zu anderen Ländern die Kunst der Komplimente wenig gepflegt werde: „Die Österreicher sind uns da ein ganzes Stück voraus.“ Doch ein „Küss die Hand, gnädige Frau, Sie sehen heute wieder aus wie das blühende Leben“, wird von deutschen Frauen als lächerlich übertrieben empfunden und mit gequältem Lächeln beantwortet. Komplimente machen bewegt sich tatsächlich auf dem schmalen Grat zwischen Schleimen und Wertschätzung. Darauf zu wandern, sei jedoch ganz einfach, ermutigt Dr. Berle: „Was man sagt, muss ehrlich sein! Dann entstehen Momente, die den Alltag vergolden.“

Von dieser Grundregel sollte man nie abweichen und im Zweifelsfall lieber schweigen. Die besten Komplimente beziehen sich auf innere Qualitäten und nicht auf Äußerlichkeiten. Das setzt voraus, dass man den anderen gut kennt. So kann man, statt einer Freundin zu ihren „hübschen Schuhen“ zu gratulieren, auch sagen „Wenn ich dich sehe, bekomme ich gute Laune“. Bei Fremden funktioniert das logischerweise nicht, da muss beim aufmerksamen Beobachten ein Detail auffallen, das man ansprechen kann. Dr. Berle: „Kürzlich habe ich einer Dame an der Kasse vor mir gesagt, dass ich ihren Mantel elegant geschnitten finde und dass er ihr wunderbar steht. Unter ihrer Maske hat sie gestrahlt.“ (Infos zu Life-Coach Dr. Fiona Berle)

Aufmerksamkeiten sind Türöffner

Komplimente sind Türöffner, nicht nur im Privaten, sondern auch im Beruflichen. So wie Kinder sich freuen, wenn sie für ihr schönes Bild, den gelungenen Torschuss oder den ersten Kuchen gepriesen werden, so wollen auch Erwachsene bestätigt werden. Da kann der Chef mit einem „dieses Problem haben Sie hervorragend gelöst“ ebenso punkten, wie der Angestellte, der seinem Vorgesetzten bescheinigt: „Ich schätze ihre Offenheit und Gradlinigkeit.“ Auch der Boss braucht ab und zu ein bisschen Anerkennung. Psychologische Studien aus Japan haben bewiesen, dass positives Feedback zu einer besseren Leistung führt. Probanden, die für ihre Arbeit gelobt wurden, obwohl sie eigentlich nicht besser waren, hielten sich für kompetenter und arbeiteten dann tatsächlich geschickter als die ungelobten Kollegen.

Jedes Kompliment ist ein kleines Geschenk

Manchmal wird man auch Zielscheibe eines vergifteten Kompliments a lá „Hast Du abgenommen?“ Da hilft Humor und die Erkenntnis, dass „dieser Mensch mit sich selbst ein großes Problem hat: Er kann sich selbst nicht wertschätzen“, so Dr. Berle. Nicht nur Komplimente machen will geübt sein, auch das Annehmen ist häufig ein Problem. Da wird auf ein Lob mit einem „Ach, das kann doch jeder, ist ja nichts besondere“ reagiert, anstatt sich unbeschwert zu freuen. „Gerade wir Frauen spinnen oft“, findet Life-Coach Fiona Berle: „Erklärt ein Mann z.B. seiner Frau: In dem Kleid siehst du super aus, dann lautet die Antwort nicht selten: Gefallen dir meine anderen Kleider nicht?“ Komplimente, die von Herzen kommen, sind kleine Geschenke: „Wie jedes schöne Geschenk sollte man es annehmen und sich freuen!“, rät Dr. Berle. Diese Freude überträgt sich auf den anderen. So machen Komplimente uns alle glücklicher! 

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