Zwei Hände zerreißen ein Hochzeitsbild.
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Aus der Traum von der Hochzeit: Warum es so schwer ist, den Partner fürs Leben zu finden

Kein Glück in der Liebe

Warum wir so oft den falschen Partner wählen

  • Susanne Stockmann
    vonSusanne Stockmann
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Die Liebe fällt, wohin sie will! Wahr ist aber auch: Wir entscheiden, wie wir mit diesem Gefühl umgehen. Manche Menschen verhindern unbewusst ihr Glück.

  • Nur wer sich selbst ändert, kann verhindern, sich ständig wieder unglücklich zu verlieben.
  • Die eigene Kindheit entscheidet unterbewusst bei der Partnerwahl mit.
  • Es gibt eindeutige Alarmsignale, die niemand überhören darf, wenn es um das eigene Glück geht.

Wenn Liebe so einfach wäre, dann würden nur bei der einen Richtigen oder dem Mann fürs Leben die Knie weich und die Schmetterlinge im Bauch wach. Stattdessen leiden wir uns im Laufe des Lebens durch Liebeskummer, wir lernen zu streiten und uns zu trennen, bis wir schließlich wissen, wer wirklich zu uns passt. Liebe und Beziehungen sind ein Lernprozess, in dem wir ein Gespür dafür bekommen, welche Menschen uns gut tun und um welche als Partner eben nicht infrage kommen.

Welchen Einfluss die Kindheit auf die Partnerwahl hat

Doch, was läuft falsch, wenn das Herz wieder gebrochen wurde, wir aber nicht klüger werden? Wenn Beziehungen immer nach dem gleichen Muster ablaufen und schließlich scheitern? Die Ursachen dafür, so die Münchner Psychosynthese-Beraterin Miriam Erraoui liegen sehr oft in unserer frühen Kindheit verborgen. Die ersten Beziehungen in jedem Leben, die zu Mutter und Vater, prägen unser Verhalten und bestimmen im Unterbewusstsein mit, welche Menschen wir später als Partner anziehen und auswählen. Miriam Erraoui: „Wir sind uns der Muster und welche Macht, sie über uns haben, meist nicht bewusst. Aber durch die Erlebnisse in der Kindheit entwickelt sich eine innere Überzeugung, die unser Verhalten lenkt.“ Die meisten Menschen wachsen mit einer sicheren und liebevollen Bindung zu Mutter und Vater auf. Doch bei etwa 40 Prozent der Mädchen und Buben läuft schon in jungen Jahren das Leben nicht ganz rund. Wenn Kinder z.B. mit ständigen Streitereien konfrontiert werden, wenn sie Vernachlässigung erleben oder ein Elternteil bei einer Trennung plötzlich aus dem Leben verschwindet, kann das tiefe Spuren hinterlassen. Erraoui: „Im Unterbewusstsein setzen sich Erfahrungen fest, wie „Ich bin es nicht wert, geliebt zu werden“. Diese Fehlinterpretation kann dazu führen, dass später bei der Partnerwahl solche Menschen als anziehend empfunden werden, die das Muster widerspiegeln. Erraoui: „Wenn jemand denkt, er sei es nicht wert, geliebt zu werden, verliert er sein Herz an jemanden, der respektlos sein wird.“ Früher oder später löst man sich aus dieser unglücklichen Partnerschaft und verliebt sich nicht selten zum Entsetzen der besten Freunde wieder in jemanden, der einen nicht wertschätzt. Erraoui: „Das ist wie ein festes Programm, das abläuft. Wie ein Magnet zieht dieser Mensch immer wieder den für ihnen falschen Partner an.“

MIriam Erraoui berät Menschen in schwierigen Lebenssituationen

Schuldzuweisungen helfen in der Situation nicht weiter, meint die Persönlichkeitsberaterin Erraoui: „Es geht darum, Eigenverantwortung zu übernehmen. Man muss die Muster, die eine Partnerschaft sabotieren, erkennen und auflösen.“ Man fragt sich also, was genau in der Liebe schief läuft, z.B. mein Partner hört nicht zu, er beleidigt mich, ich lasse keine Nähe zu, aus Angst verletzt zu werden. Wie reagiere ich in Konflikten, z.B. kommuniziere ich Ärger oder grenze ich mich ab? Erraoui: „Man sollte es sich detailliert aufschreiben, um sich alles bewusst zu machen. Dadurch kommt ein Heilungsprozess in Gang, der automatisch das Verhalten ändern wird.“

Wut ist das wichtigste Alarmzeichen

Hand aufs Herz: Was überwiegt in Ihrer Partnerschaft oder Ehe – die Freude oder der Ärger? Die Persönlichkeitsberaterin Miriam Erraoui (http://www.miriam-erraoui.de/ueber-mich.htm) erinnert daran, dass eine Beziehung überwiegend (80 Prozent!) Freude und Erfüllung geben sollte: „Klar, gibt es Ärger und Meinungsverschiedenheiten, aber diese müssen konstruktiv gelöst werden und dürfen nicht überwiegen!“ Die Alarmsirene sollte schrillen, wenn man ständig wütend auf oder über den Partner ist: „Wut ist tatsächlich das Hauptkriterium, um zu erkennen, dass etwas schiefläuft und dass man etwas ändern muss.“

Liebe ist ein Lernprozess, die Suche nach dem passenden Partner kann lange dauern. Viele suchen ein ganzes Leben. Es hilft, wenn man weiß, wer man ist und was man will. Die Münchner Psychosyntheseberaterin Miriam Erraoui hat ein Buch geschrieben, das hilft, die eigenen Wertvorstellungen zu erkennen und zu leben: „Entdecke die Fülle in Dir“ (Windpferd Verlagsgesellschaft, 14,95 Euro).

Klare Regeln helfen bei der Partnersuche

Um die große Liebe zu finden, sei es auch wichtig, die eigene Identität zu kennen, die eine starke Anziehungskraft besitzt. Erraoui: „Aber wenn ich nicht weiß, wer ich bin, dann ziehe ich jede an. Nur wenn ich weiß, wer ich bin und worauf ich wert lege, dann achte ich bei der Partnerwahl darauf, dass diese Werte widergespiegelt werden.“ Um sich innerlich klar zu werden, ist es hilfreich, eigene Charaktermerkmale, Interessen und Wertvorstellungen zu formulieren und sich zu überlegen, welche Wünsche man an einen Partner hat und welche Macken absolut nicht toleriert werden können. Erraoui: „Nicht jeder passt zu uns und wir passen auch nicht zu jedem. Wir verschwenden unheimlich viel Zeit, wenn wir nicht wissen, was wir finden wollen. Wir brauchen eine Struktur bei der Partnersuche und die müssen wir uns selbst geben.“ Und mit diesen Regeln wird aus der Liebe vielleicht doch noch ein ganz einfaches Spiel!

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