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Teil 1: Magen, Darm, Leber, Drüsen

Münchner Top-Ärzte erklären ihre besten Therapien

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Fast jeder zweite Bundesbürger leidet im Laufe seines Lebens mindestens einmal an einer Darmerkrankung. Dazu gehören beispielsweise Divertikel, Ausstülpungen an der Darmwand, die heute in unserer neuen Medizin-Serie zu häufigen Beschwerden vorkommen.

Aber auch Gallensteine, Probleme mit dem Magen, der Leber und der Schilddrüse, Diabetes sowie Nabel- und Leistenbrüche sind weit verbreitet – und deshalb Teil unserer ersten Folge unter dem Sammelbegriff „Magen, Darm, Drüsen“. Weitere Behandlungen rund um diese Organe bzw. Krankheitsbilder stellen wir im Verlauf unserer Serie noch vor. Darin erklären über 130 Top-Ärzte aus München und der Region ihre besten Therapien.

Gallensteine

Unser Experte: Prof. Tomas F. Hoffmann, Maria-Theresia-Klinik, Bavariaring 46 80336 München, Tel.: 089/7207-0, www.maria-theresia-klinik.de

  • Art bzw. Bezeichnung der Therapie: Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie)
  • Diese Untersuchungen sind nötig: Befragung, körperliche Untersuchung, Labor (Blutabnahme), Ultraschall Bauch. Nur in Ausnahmefällen: Röntgen, CT, Kernspin.
  • Die typischen Beschwerden: Schmerzen und/oder Druckgefühl im Oberbauch mittig und rechts, Ausstrahlung in den Rücken möglich, auch Koliken und/oder Dauerschmerz, bei Entzündung mit Fieber, bei Abflussstörung der Galle Gelbsucht (gelbe Augen, dunkler Urin, heller Stuhl), Übelkeit.
  • Das Einsatzgebiet: Gallensteine, die Beschwerden machen (symptomatische Cholezystolithiasis), Gallenblasenentzündungen (auch ohne Steine), Gallenblasenpolypen, selten Tumore.
  • So funktioniert’s: Minimalinvasive OP fast immer möglich: 1-2 cm großer Schnitt am Nabel (je nach Größe des Steins), hierüber Mini-Kamera (Optik) in den Bauchraum, je nach Befund maximal 3 Mini-Schnitte (3 mm) im rechtsseitigen Bauch für die Operationsinstrumente, Verschließen der Einmündung der Gallenblase in den Gallengang und Entfernung der Gallenblase mitsamt den Steinen, Entfernen durch den Nabel.
  • Der Ablauf: Vollnarkose, Operationsdauer je nach Befund 15-45 Minuten, kaum Schmerzen (ähnlich wie bei einem „Muskelkater“), Ernährung bereits am ersten Tag normal möglich. Stationärer Aufenthalt 3-4 Tage. Nur kurze Arbeitsunfähigkeit (1 Woche) und Schonung (1-2 Wochen) nötig, eine Ernährungsumstellung ist in der Regel nicht notwendig. Chancen und Risiken Sehr sicheres und etabliertes Operationsverfahren. Beschwerden, die durch die Gallensteine verursacht wurden, werden vollständig beseitigt und treten in der Regel nie mehr auf. Die Rate an schweren Komplikationen liegt deutschlandweit etwa bei 0,1 %, häufigste Komplikation ist die Infektion/Wundheilungsstörung am Nabel mit etwa 1,5 %.
  • Kosten: Für den Patienten keine, der Eingriff ist Kassenleistung – gesetzlich wie privat.
  • Anmerkungen und Erläuterungen: Je nach Befund ist manchmal auch eine Operation mit nur einem einzigen Schnitt im Nabel möglich (single port) die 3 mm Schnitte für das Mini-Instrumentarium sind optisch kaum erkennbar.

Leistenbruch

Unsere Expertin: Dr. Ulrike Muschaweck, Hernienzentrum UM/JC, Arabellastraße 17, 81925 München, Tel.: 089/9209010, www.hernien.de

  • Art bzw. Bezeichnung der Therapie: Leistenbruch-Reparation mit zwei verschiedenen Methoden: Nahtverfahren (Minimal Repair, Shouldice-Repair) und Netzverfahren (Lichtenstein).
  • Diese Untersuchungen sind nötig: Ausführliches Gespräch, körperliche Untersuchung, dynamische und statische Ultraschall-Untersuchung, in Ausnahmefällen Kernspin (MRT) und/oder Computertomografie CT).
  • Die typischen Beschwerden: Sichtbare Vorwölbung in der Leiste, Beschwerden bei längerem Stehen und Belastungsschmerz – auch beim Husten und Niesen – mit Ziehen, Stechen, auch Brennen. Mögliche Ausstrahlung zum Hoden oder zur Oberschenkel-Innenseite, manchmal zum Rücken.
  • Das Einsatzgebiet: Eine Operation ist ratsam, wenn Leistenbrüche Beschwerden bereiten oder wenn sich im Leistenbruch Darmschlingen befinden. Der medizinische Fachbegriff für Leistenbruch heißt Leistenhernie.

  • So funktioniert’s: Kleiner Hautschnitt, örtliche Betäubung. Auf Wunsch kann der Eingriff auch unter Dämmerschlaf-Narkose vorgenommen werden. Auf den Patienten zugeschneidertes Operationsverfahren. Die Leistenstabilität wird entweder durch eine Nahtreparation oder eine Kunststoffnetzeinlage wiederhergestellt.

  • Der Ablauf: Der Patient kommt morgens zur Operation. Der Eingriff dauert zwischen 30-45 Minuten, ambulant oder mit einer Nacht zur Beobachtung. Nach der Operation ist eine sofortige Belastung bis zur Schmerzgrenze möglich und keine Schonung nötig. Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit hängt vom Befinden des Patienten ab, sie beträgt in der Regel 3-7 Tage.

  • Chancen und Risiken: Ziel der Operation ist es, die volle Belastbarkeit wiederherzustellen und Schmerzfreiheit zu erreichen. Bei sorgfältiger Entscheidung, ob eine Operation notwendig ist, sowie individuellem Abwägen der Risiken kann eine dauerhafte Heilung erreicht werden.

  • Kosten: Werden von allen Krankenkassen übernommen, auch von den gesetzlichen.

  • Anmerkungen, Erläuterungen: Nicht jede Leistenhernie braucht ein Kunststoffnetz. Unter Berücksichtigung der individuellen Anatomie und Risikofaktoren des Patienten und Erfahrung des Operateurs kann ein Wiederauftreten des Leistenbruchs fast völlig vermieden werden. Durch das maßgeschneiderte Vorgehen ist eine frühe körperliche Belastbarkeit und Rückkehr zu sportlichen Aktivitäten gegeben.

Schilddrüsen-Knoten

Unser Experte: Dr. Detlef Krenz, Klinikum Dritter Orden, Menzinger Str. 44, 80638 München, Tel.: 089- 1795-2005, www. dritter-orden.de

  • Art bzw. Bezeichnung der Therapie: Schilddrüsen-Operation

  • Diese Untersuchungen sind nötig: Ultraschalluntersuchung, Untersuchung der Blutwerte, eventuell Szintigrafie (nuklearmedizinische Untersuchung), eventuell Punktion auffälliger Knoten zur Abklärung des feingeweblichen Befundes.

  • Die typischen Beschwerden: Häufig Knoten ohne sichtbare Vergrößerung und ohne Beschwerden in der Schilddrüse, Druckgefühl, Fremdkörpergefühl, Atem- und Schluckproblem, je nach Funktionszustand der Schilddrüse auch Herzrasen, Herzrhythmusstörungen und Nervosität.

  • Das Einsatzgebiet: Auffällige Knoten, deutliche Vergrö- ßerung („Kropf“), ggf. Überfunktion nach erfolgloser konservativer Therapie, Schilddrüsenkrebs.

  • So funktioniert's: Grundsätzlich gilt: Nicht immer ist bei Schilddrüsenerkrankungen eine Operation notwendig! Falls doch, wird die erkrankte Schilddrüsenhälfte in der Regel komplett entfernt, um das Risiko einer nochmaligen Operation oder einer erneuten Kropfbildung zu vermeiden. Sind beide Hälften erkrankt, so wird die Schilddrüse meist komplett entfernt. Zur optimalen Sicherheit erfolgt die Operation mit einer Lupenbrille und einem speziellen Messgerät zur Schonung der Stimmbandnerven.

  • Der Ablauf: Die Vorbereitung zur Operation erfolgt ambulant. Am Operationstag wird der Patient stationär aufgenommen. Es ist eine Vollnarkose erforderlich. Die OP dauert circa 60-90 Minuten – das hängt von der Größe der Schilddrüse und vom Ausmaß der Knotenbildung ab. Noch am OPTag darf man wieder essen und trinken. Nach Kontrolle der Blutwerte und einer Untersuchung durch einen HNO-Arzt darf der Patient am 2. Tag nach der OP wieder nach Hause und ist nach 1-2 Wochen wieder arbeitsfähig. Bei vollständiger Entfernung der Schilddrüse ist es dann lebenslang erforderlich, Schilddrüsenhormon-Tabletten einzunehmen.

  • Chancen und Risiken: Sind vorhandene Beschwerden durch den Kropf verursacht, kann man mit einer deutlichen Besserung oder dem völligen Verschwinden der Probleme nach der Operation rechnen. Selbst Schilddrüsenkrebserkrankungen sind in fast allen Fällen heilbar. Hier kann evenuell nach der OP noch eine Radiojodbehandlung notwendig werden. Die Beeinträchtigung der Stimmbandnerven mit Heiserkeit und Atemproblemen ist heutzutage eine extreme Seltenheit ( unter 1 %) geworden. Verbesserte operative Techniken und insbesondere die OP mit einer Vergrößerung (Lupenbrille) machen es nahezu immer möglich, diese empfindlichen Strukturen sorgfältig zu schonen. Die Nervenfunktion wird während der ganzen Operation überwacht. Gelegentlich auftretende Störungen des Kalziumhaushaltes werden durch Beeinträchtigung der Nebenschilddrüsenfunktion hervorgerufen, sind aber in der Regel von kurzer Dauer und durch Gabe von Kalziumbrause sehr gut zu beherrschen. In der Regel sind Nachsorgeuntersuchungen nur bei bösartigen Befunden notwendig.

  • Kosten: Werden von allen Kassen übernommen, auch von den gesetzlichen.

  • Anmerkungen, Erläuterungen: Es empfiehlt sich, die OP in einem zertifizierten Zentrum machen zu lassen. Die OP findet am Klinikum Dritter Orden fast 1000 Mal pro Jahr statt. Nach der OP wird die Einstellung der Blutwerte vom Hausarzt oder einem Facharzt für Endokrinologie („Drüsenerkrankungen“) überwacht.

Fettleber

Unser Experte: Prof. Reinhart Zachoval, Leberzentrum München, Sendlinger Tor Platz 9, 80336 M., Tel. 089/37426710, www. leberzentrum-muenchen.de

  • Art bzw. Bezeichnung der Therapie: Behandlung der Fettleber (alkoholische und nichtalkoholbedingte Fettleber).
  • Diese Untersuchungen sind nötig: Körperliche Untersuchung, Befragung, Labor, Ultraschalluntersuchung, Leberelastizitätsmessung (Messen der „Lebersteifigkeit“ mit Verfahren wie ARFI oder Fibroscan), evtl. Kernspin (MRT) und evtl. Leberbiopsie – das heißt: Entnahme einer Gewebeprobe aus der Leber durch die Bauchhaut mit einer dünnen Nadel.

  • Die typischen Beschwerden: Häufig ohne Symptome, Müdigkeit, Druckgefühl im rechten Oberbauch, vergrößerte Leber, im fortgeschrittenen Stadium der Leberschädigung eventuell Zeichen der Leberzirrhose (so nennen Experten das Endstadium chronischer Lebererkrankungen) wie Bauchwassersucht (Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle) und Leberhautzeichen (Veränderungen der Haut infolge chronischer Lebererkrankungen)

  • Das Einsatzgebiet: Alle Patienten mit Risikofaktoren wie Übergewicht, Zuckerkrankheit, Fettstoffwechselstö- rungen; erhöhte Leberwerte, Gebrauch oder Einnahme leberschädlicher Substanzen.

  • So funktioniert’s: Alkoholkarenz (vollständiger Verzicht), Lebensstiländerung mit Gewichtsabnahme, Erhöhung der körperlichen Aktivität, gute Einstellung des Diabetes und der Blutfette, Therapie mit Medikamenten und bariatrische Chirurgie (siehe Fachbegriffe auf der linken Seite oben). Das weitere Vorgehen ist abhängig vom Schweregrad des Befundes bzw. der Lebererkrankung.

  • Der Ablauf: Befragung etwa zu Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahme, klinische Untersuchung, Bestimmung wichtiger Laborwerte (Blutabnahme), Ultraschalluntersuchung.

  • Chancen und Risiken: Im frühen Stadium der reinen Fettleber ohne Entzündung ist eine Rückbildung bei Behandlung und Lebensstiländerung möglich. Sonst droht bei einem Teil der Betroffenen die Entwicklung einer schweren Lebererkrankung bis zur Zirrhose und Leberkrebs.

  • Kosten: Die notwendigen Untersuchungen werden bis auf die Messung der Lebersteifigkeit von allen Krankenkassen übernommen.

  • Anmerkungen, Erläuterungen: 30 Prozent der deutschen Bevölkerung sind betroffen, die Häufigkeit von Übergewicht und Diabetes ist zunehmend; nachdem die Virushepatitiden immer besser behandelt werden können, stellen Patienten mit Fettlebererkrankungen und Zirrhose in Zukunft den größten Anteil der Lebertransplantations-Kandidaten dar.

Diabetes

Unser Experte: Prof. Robert Ritzel, Städtisches Klinikum Schwabing, Kölner Platz 1, 80804 München, Tel. 089/3068-2523, www.klinikum-muenchen.de

  • Art bzw. Bezeichnung der Therapie: Therapie des Diabetes mellitus mit Tabletten und/oder Insulin.

  • Diese Untersuchungen sind nötig: Befragung, Feststellung der Blutzuckerwerte, Untersuchung der Füße, Blut- und Urinuntersuchung, evtl. bildgebendes Verfahren (Ultraschall). Analyse des Blutdrucks und der Fettstoffwechselwerte (Cholesterin, Triglyzeride).

  • Die typischen Beschwerden: Typische Beschwerden, die einen Diabetes mellitus mit hohen Blutzuckerwerten anzeigen, gibt es leider nicht. Allgemein treten häufig Müdigkeit, Schwäche, häufiges Wasserlassen, Durst und Gewichtsabnahme, aber auch eine Neigung zu Entzündungen im Körper auf.

  • Das Einsatzgebiet: Jede Form des Typ 2 Diabetes mellitus. Der Typ 1 Diabetes mellitus muss von Anfang an mit Insulin behandelt werden. Besonders ratsam bei schwieriger Einstellung des Blutzuckers wegen langer Diabetesdauer, stark schwankenden Blutzuckerwerten, Unterzuckerungen, vielen Begleiterkrankungen, Folgeschäden des Diabetes (an Augen, Nerven, Nieren, Herz, Gefäßen, Füßen).

  • So funktioniert’s: Die Tabletten haben sehr vielfältige Wirkungen, um die Blutzuckerwerte zu senken: etwa Verbesserung der Insulinempfindlichkeit des Körpers, Verstärkung der Insulinfreisetzung aus der Bauchspeicheldrüse, Zügelung des Appetits, verminderte Aufnahme des Zuckers aus der Nahrung in das Blut. Eine Insulintherapie ersetzt das Insulin, das dem Körper bei einem Diabetes mellitus fehlt.

  • Der Ablauf: Genaue Analyse des Glukosestoffwechsels in der Tagklinik, Ambulanz oder stationär. Mit den Ergebnissen aller Untersuchungen wird für jeden Patienten die beste Therapie oder Kombitherapie (mehrere Tabletten, Tabletten plus Insulin oder Insulin allein) ausgewählt. Falls erforderlich: Erlernen der Blutzuckermessung und/ oder Insulininjektion. Kennenlernen von moderner Technologie (z.B. Blutzuckersensor, Insulinpumpe). Teilnahme an Patientenschulung.

  • Chancen und Risiken: Bei fast allen Patienten kann die Einstellung des Blutzuckers, des Blutdrucks und der Blutfettwerte verbessert werden. Wichtig ist, dass für jeden Patienten anhand der Befunde eigene Zielwerte gelten. Das Risiko für Unterzuckerungen ist meist gut kontrollierbar.

  • Kosten: Werden von allen Kassen übernommen

  • Anmerkungen, Erläuterungen: Eine gute Einstellung des Blutzuckers muss zusammen mit einer guten Kontrolle des Blutdrucks und der Blutfette (z.B. Cholesterin) erreicht werden. Studien belegen, dass dann der beste Schutz vor Folgekrankheiten besteht. Neue Tabletten, neue Insuline, neue technische Geräte (z.B. Blutzuckersensor) vereinfachen die Behandlung des Diabetes mellitus.

Nabelbruch

Unser Experte PD Dr. Joachim Conze, Hernienzentrum UM/JC, Arabellastr. 17, 81925 M., Tel.: 089/9209010, www.hernien.de

  • Art bzw. Bezeichnung der Therapie: Nabelbruch-Reparation mit zwei verschiedenen Methoden: Nahtverfahren (Faszienplastik mit fortlaufender Naht) sowie Netzverfahren (präperitoneale Netzverstärkung).
  • Diese Untersuchungen sind nötig: Ausführliches Gespräch, körperliche Untersuchung, dynamische und statische Ultraschall-Untersuchung, in Ausnahmefällen: Kernspin (MRT) oder Computertomografie (CT).

  • Die typischen Beschwerden: Sichtbare Vorwölbung am Nabel, gelegentliches bis ständiges Ziehen, vor allem bei Anstieg des Bauchinnendrucks (Pressen, Husten, Heben), selten starke Schmerzen und selten Einklemmung.

  • Das Einsatzgebiet: Wenn Nabelbrüche Beschwerden bereiten. Wenn sich im Nabelbruch Darmschlingen befinden. Wenn sich die Haut über dem Nabelbruch verändert oder ausdünnt.

  • So funktioniert’s: Kleiner Hautschnitt am Unterrand des Nabels, örtliche Betäubung (auf Wunsch mit Dämmerschlafnarkose), auf den Patienten zugeschneidertes Operationsverfahren: Wiederherstellung der Bauchwandstabilität entweder durch Nahtreparation oder Kunststoffnetzeinlage. Ist ein Netz notwendig (mehr dazu: siehe Anmerkungen), wird das flache Netz zwischen Bauchfell und Bauchwand eingelegt, also außerhalb der Bauchhöhle (Fachbegriff: extraperitoneal), sodass ein Kontakt mit Baucheingeweiden sicher vermieden werden kann.

  • Der Ablauf: Der Patient kommt morgens zur OP, Dauer zwischen 15-40 Minuten, ambulant oder mit einer Nacht zur Beobachtung. Nach der OP sofortige Belastung bis zur Schmerzgrenze möglich, keine Schonung erforderlich. Arbeitsunfähigkeit in der Regel für 3-7 Tage.

  • Chancen und Risiken: Ziel der Operation ist Wiedererreichen der vollen Belastbarkeit und Schmerzfreiheit, was sehr häufig gelingt. Typische Risikofaktoren für ein Wiederauftreten des Nabelbruches sind Übergewicht, eine Defektgröße von mehr als 2 cm und das Vorliegen von einer sogenannten Rektusdiastase (siehe Fachbegriffe). In diesen Fällen ist eine umschriebene Kunststoffnetzverstärkung der vorderen Bauchwand sinnvoll.

  • Kosten: Werden von allen Kassen übernommen.

  • Anmerkungen, Erläuterungen: Nicht jeder Nabelbruch braucht ein Kunststoffnetz. Unter Berücksichtigung der individuellen Anatomie und Risikofaktoren des Patienten und Erfahrung des Operateurs kann ein Wiederauftreten fast völlig vermieden werden. Durch das maßgeschneiderte Vorgehen ist eine frühe körperliche Belastbarkeit und Rückkehr zu sportlichen Aktivitäten gegeben.

Divertikel

Unser Experte: Prof. Ayman Agha, Städtisches Klinikum Bogenhausen, Englschalkinger Str. 77, 81925 M., (089) 92702011, www.klinikum-muenchen.de

  • Art bzw. Bezeichnung der Therapie: Entfernung von Ausstülpungen an der Darmwand (Divertikel). In der Fachsprache: Laparoskopische Sigmaresektion (minimalinvasive Entfernung des S-förmigen Dickdarmanteils in Schlüssellochtechnik).

  • Diese Untersuchungen sind nötig: Befragung, körperliche Untersuchung, Dickdarmspiegelung, Ultraschall, ggf. CT.

  • Die typischen Beschwerden: Chronische oder wiederkehrende linksseitige Unterbauchschmerzen, Veränderungen des Stuhlganges, Blähungen, bei akuter Entzündung auch Fieber.

  • Das Einsatzgebiet: Die OP erfolgt entweder bei chronischen Schmerzen mit Einschränkung der Lebensqualität oder nach Abklingen einer akuten komplizierten Entzündung mit Abszessbildung (Eiteransammlung) in Nachbarschaft des betroffenen Dickdarmabschnittes. Ein Eingriff ist auch notwendig, wenn sich durch die Entzündung Engstellen im Darm, Gangverbindungen zu Nachbarorganen (Fisteln) oder nicht stillbare Blutungen entwickeln. Wenn eine Entzündung der Divertikel zu einem Einriss der Dickdarmwand führt, ist eine Notfall-OP erforderlich.

  • So funktioniert’s: OP in sogenannter Schlüssellochtechnik. Es sind 4 kleine Hautschnitte von je weniger als 1 cm notwendig. Durch den ersten Schnitt wird eine Videokamera in die Bauchhöhle eingeführt, die ihre Bilder auf einen Bildschirm überträgt. Über die anderen Schnitte werden die Arbeitsinstrumente eingebracht.

  • Der Ablauf: OP unter Vollnarkose. Dauer ca. 90 Minuten. Insgesamt ist ein Krankenhausaufenthalt von 5-7 Tagen erforderlich. Die Hautfäden werden nach 10 Tagen gezogen. Eine spezielle Diät ist im Anschluss nicht notwendig.

  • Chancen und Risiken: Bei chronischen Beschwerden und bei komplizierten Divertikelentzündungen mit Eiteransammlungen besteht eine sehr hohe Erfolgsaussicht für eine Beschwerdebesserung. Das Risiko für ernste Komplikationen liegt bei geplanter OP unter 5 %. Nach ca. 2 Wochen ist die Arbeitsfähigkeit wieder voll hergestellt.

  • Kosten: Werden von allen Kassen übernommen

  • Anmerkungen, Erläuterungen: Mehrere große Studien sowie eigene Daten zeigen eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität bei Patienten, die sich wegen häufigen Entzündungsschüben oder chronischen Schmerzen einer OP unterzogen haben. Der Operateur verfügt über eine Erfahrung von ca. 500 Operationen in Schlüssellochtechnik.

Magengeschwür

Unser Experte: Dr. Jochen M. Dresel, Schön Klinik Starnberger See, Münchner Str. 23 - 29, 82335 Berg, Tel. 08151 17 - 801, www.schoenkliniken.de

  • Art bzw. Bezeichnung der Therapie: Behandlung von Magengeschwüren: medikamentöse Therapie, endoskopische Diagnostik. Mediziner sprechen bei einem Magengeschwür von einem Ulcus ventriculi. Die Vorstufe ist eine Magenschleimhautentzündung.
  • Diese Untersuchungen sind nötig: Magenspiegelung mit Probenentnahme an der Magenschleimhaut, Test auf Helicobacter pylori (Bakterium).

  • Die typischen Beschwerden: Oberbauchschmerzen, vor allem nach dem Essen, möglicherweise in schweren Fällen auch Blutungen mit Bluterbrechen und/oder schwarzem Stuhlgang.

  • Das Einsatzgebiet: Oberbauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Teerstuhl (Meläna – so nennen Mediziner schwarz gefärbten Stuhl), Bluterbrechen. Wenn sich auf dem Stuhlgang frisches Blut befindet, heißt das Hämotochezie.

  • So funktioniert’s: Der Patient wird in einen künstlichen Tiefschlaf versetzt, dann endoskopische Magenspiegelung, Probenentnahme, ggf. Blutstillung bei Blutung.

  • Der Ablauf: Sedierung (künstlicher Tiefschlaf) mit dem Medikament Propofol, keine Narkose – das bedeutet: Der Patient atmet selbst, schläft aber tief, ist komplett kreislaufüberwacht. Die Endoskopie dauert je nach Befund und notwendigen Maßnahmen etwa 10 bis 20 Minuten, bei schweren Blutungen auch länger.

  • Chancen und Risiken: Die Chance auf Heilung unter medikamentöser Therapie ist sehr gut, gegebenenfalls begleitet von einer sogenannten Eradikationstherapie, um den Helicobacter pylori, der die Neu-Entstehung eines Magengeschwürs begünstigt, zu eliminieren. In der Regel wird hier eine Medikamenten-Kombi eingesetzt, die Antibiotika enthält. Das ist manchmal nötig, weil das Bakterium Helicobacter pylori im Gegensatz zu fast allen anderen Bakterien nicht von der aggressiven Magensäure abgetötet wird.

  • Kosten: Werden von allen Krankenkassen übernommen – sowohl von den privaten als auch von den gesetzlichen.

  • Anmerkungen, Erläuterungen: Bei etwa 75 Prozent aller Patienten mit einem Magengeschwür lässt sich Helicobacter pylori nachweisen.

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