Die Nebenschilddrüsenkörperchen sind sehr klein.
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Die Nebenschilddrüsenkörperchen sind sehr klein.

Spürbare Störung

Die Nebenschilddrüse ist für den Kalziumhaushalt und den Knochenstoffwechsel zuständig. Produziert sie zu viel Nebenschilddrüsenhormon, kann das zu Nierenerkrankungen, Magengeschwüren oder psychische Beschwerden führen.

Die Nebenschilddrüse hat ihren Namen aufgrund ihrer Lage an der Hinter- beziehungsweise Seitenwand der Schilddrüse. Der Mensch hat im Regelfall vier Nebenschilddrüsen, die im Wesentlichen für den Kalziumhaushalt des Körpers und damit vor allem für den Knochenstoffwechsel verantwortlich sind. Im Gegensatz zur Schilddrüse ergibt sich die Notwendigkeit einer Operation der Nebenschilddrüse hauptsächlich aufgrund einer krankhaft veränderten Funktion.

Dr. Wulf Hamelmann

Die Nebenschilddrüsenüberfunktion, auch Hyperparathyreoidismus genannt, führt neben Störungen des Knochenaufbaus zu Nierenerkrankungen, Magengeschwüren und auch untypischen Symptomen wie Abgeschlagenheit bis hin zur Depression. „Versagt die konservative, medikamentöse Therapie, so muss eine operative Reduktion des Nebenschilddrüsengewebes erzielt werden“, sagt Privatdozent Dr. Wulf Hamelmann, Leiter der Abteilung Endokrine Chirurgie am Marienkrankenhaus Kassel.

Prinzipiell gibt es drei mögliche Ursachen für eine Nebenschilddrüsenüberfunktion:

- Bei der primären Form entziehen sich eines oder mehrere Nebenschilddrüsenkörperchen der Kontrolle des Körpers und produzieren zu hohe Mengen des Nebenschilddrüsenhormons

- Bei der sekundären Form führt eine Erkrankung der Nieren zu einer reaktiven Überproduktion des Nebenschilddrüsenhormons

- In sehr seltenen Fällen kann ein bösartiger Nebenschilddrüsentumor zu einer Überfunktion führen Da die Nebenschilddrüsenkörperchen sehr klein sind und in ihrer Lage sehr variieren können, sollte vor jeder Operation eine Lokalisationsdiagnostik durchgeführt werden. Diese beinhaltet neben einem Ultraschall eine besondere Nebenschilddrüsenszintigrafie. Zudem werden alle Schilddrüsenuntersuchungen durchgeführt, da im Fall einer Schilddrüsenerkrankung diese in der gleichen Operation saniert werden sollte. „Prinzipiell bedürfen Operationen an der Nebenschilddrüse einer besonderen Erfahrung und sollten nur an Kliniken operiert werden, die entsprechende Kenntnisse im Umgang mit diesem Krankheitsbild besitzen“, unterstreicht Dr. Hamelmann.

Ziel der Operation

„Generell ist das Ziel einer Operation eine Reduktion des Nebenschilddrüsengewebes zu erzielen, die in einer Normalisierung des Hormonspiegels mündet, ohne dass eine Nebenschilddrüsenunterfunktion entsteht“, sagt Dr. Hamelmann. Die Schwierigkeit dabei liegt darin, nicht zu viel und nicht zu wenig zu entfernen.

Im Falle der primären Überfunktion gilt es daher, die der Regulation entzogenen Nebenschilddrüsen während der Operation sicher zu identifizieren und zu entfernen. Die übrigen Nebenschilddrüsen werden belassen. Es steht zusätzlich ein Gerät zur Verfügung, mit dem schon während der Operation der Spiegel des Nebenschilddrüsenhormons gemessen werden kann, um den Operationserfolg schon während des Eingriffs zu sichern. Dies gewährleistet eine maximale Sicherheit für die Patienten. Zusätzlich wird auch der bei Schilddrüsenoperationen üblicherweise benutzte Nerven-Stimulator zur Schonung des Stimmbandnerven eingesetzt. (rdm)

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