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Schattenseite des Sonnenlichts: ein Melanom.

Neue Medikamente gegen Hautkrebs

Erst schien es ein harmloses Muttermal. Doch dann wuchs der Fleck am Arm, veränderte seine Farbe: Hinweise auf Schwarzen Hautkrebs.

Wer einen solchen verdächtigen Fleck entdeckt, sollte sofort zum Hautarzt gehen. Nur er kann klären, ob es sich um ein malignes Melanom, also Schwarzen Hautkrebs handelt. „Tückisch sind die Melanome vor allem deshalb, weil die Patienten oft keine Beschwerden haben, trotzdem aber bereits Metastasen auftreten können“, warnt Prof. Carola Berking von der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ludwig-Maximilians- Universität München. Für die Therapie der fortgeschrittenen Erkrankung gibt es seit kurzem zwei neue Medikamente.

OP und Antikörper

Vorbeugen: Sonnenschutz von Kindheit an.

Allein in Deutschland erkranken pro Jahr etwa 16 000 Menschen an Schwarzem Hautkrebs. Für Betroffene gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Therapieoptionen. Für die Behandlung des fortgeschrittenen Hautkrebses wurden nun die beiden neuen Wirkstoffe Vemurafenib und Ipilimumab zugelassen. Bei Letzterem handelt es sich um einen Antikörper. Er kann eingesetzt werden, wenn ein erster Behandlungsversuch, etwa eine Chemotherapie, nicht erfolgreich war. Der Antikörper führt zu einer Stimulierung der T-Zellen. „Diese körpereigenen Immunzellen bekämpfen den Tumor und spielen bei der systemischen Therapie von Metastasen eine wichtige Rolle“, sagt Berking.

Keine Wundermittel

Auch wenn Mediziner froh um das neue Mittel im Kampf gegen den Hautkrebs sind – eine Wunderwaffe ist Ipilimumab nicht: Nur etwa 15 bis 20 Prozent der Behandelten sprechen darauf an. Zudem besteht das Risiko einer Autoimmunerkrankung. Die T-Zellen richten sich dann statt nur gegen den Krebs auch gegen körpereigene Zellen. Nutzen und Risiko müssen daher gut abgewogen werden. Deutlich mehr Patienten sprechen auf den chemischen Wirkstoff Vemurafenib an: bis zu 65 Prozent. „Dieser greift in einen Signalweg ein, der zum Überleben und Wachstum des Tumors beiträgt“, sagt Berking. Doch birgt auch Vemurafenib Nebenwirkungen. Zudem ist der Erfolg der Therapie zeitlich begrenzt. Nach etwa sieben Monaten treten in der Regel Resistenzen auf. Doch kann das Mittel zumindest einen kleinen Gewinn an Lebenszeit schenken.

ae

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