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Edeltraud Huber mit Dr. Reinhard Schneiderhan (r.) und Dr. Zainalabdin Anwar Hadi

Bei Bandscheiben-Vorfall

Neue Mini-OPs für den Rücken

Bei der Behandlung von Rückenpatienten werden Mini-OPs, die mit kleinsten Hautschnitten auskommen, immer populärer. Wir stellen zwei neue Hightech-Methoden vor, die von renommierten Spezialisten angewendet werden.

Bei der Behandlung von Rückenpatienten werden Mini-OPs, die mit kleinsten Hautschnitten auskommen, immer populärer. Mediziner sprechen von endoskopischen Eingriffen. Wir stellen zwei neue Hightech-Methoden vor, die von renommierten Spezialisten angewendet werden.

Biegsame Hightech-Fräse und Anti-Schmerz-Sonde

Es fing ganz harmlos an – mit einem leichten Kribbeln im linken Bein. Doch daraus entwickelte sich binnen weniger Wochen ein heftiges Ziehen, verbunden mit einem unangenehmen Taubheitsgefühl. „Irgendwann wurden die Schmerzen so heftig, dass ich nicht mal mehr länger am Herd stehen konnte“, erzählt Edeltraud Huber. Ein schwerer Bandscheibenvorfall und eine knöcherne Einengung in der Ledenwirbelsäule drückten auf den Nerv.

Gewebe, das an Krebs- oder Krabbenfleisch erinnert: So unscheinbar schaut ein Bandscheiben-vorfall aus

Fünf Monate lang quälte sich die 65-jährige Münchnerin mit ihren Beschwerden herum, bis sie dank einer Mini-OP im Hightech-Verfahren wieder auf die Beine kam. Edeltraud Huber ließ sich endoskopisch operieren. Dabei setzten die Taufkirchner Wirbelsäulen-Spezialisten Dr. Reinhard Schneiderhan und Dr. Zainalabdin Anwar Hadi neue filigrane Instrumente ein – unter anderem einen sogenannten Shrillshaver. Das Besondere daran: „Diese endoskopisch eingesetzte Hightech-Fräse ist biegsam. Anders als mit herkömmlichen Modellen kommt man mit dem Shrillshaver praktisch um die Ecke. Das ermöglicht ein noch genaueres Arbeiten“, berichtet Dr. Hadi. Mit diesem „Rüssel für den Rücken“ entfernte der Neurochirurg zunächst die knöcherne Einengung und danach den Bandscheibenvorfall.

In einem zweiten OP-Schritt behandelte Dr. Schneiderhan die gereizten Schmerzfasern mit einer Hitzesonde. „Dabei wird eine hohle Nadel von nur einem Millimeter Durchmesser an das beschädigte Wirbelgelenk geführt. Durch diese Nadel wird eine dünne Sonde zur Schmerzstelle geleitet. Deren Spitze wird elektrisch auf 80 Grad erhitzt und 60 Sekunden lang eingesetzt. Dadurch lassen sich die sensiblen Schmerzfasern praktisch ausschalten“, erklärt Dr. Schneiderhan.

Edeltraud Huber hat von der Doppel-Strategie der Ärzte im OP-Saal enorm profitiert. „Ich bin aufgewacht, und meine Rückenschmerzen waren weg. Das hätte ich nicht erwartet.“ Drei Tage erholte sich die Patienten in der Iatros-Klinik am Stiglmaierplatz von dem Eingriff. Nur zehn Tage danach war sie schon wieder fit genug, um mit dem Auto in den länger geplanten Urlaub nach Südtirol zu fahren. „Dort konnte ich mit meinem Mann sogar leichte Wanderungen unternehmen“, berichtet die Münchnerin. „Ich bin begeistert.“

Bandscheiben-Vorfall sicher und schonend entfernen

Wirbelsäulen-Spezialist Dr. Michael Schubert

Wie schaut ein Bandscheiben-Vorfall aus, der selbst einen muskulösen Zwei-Meter-Mann in die Knie zwingen kann? Kleiner als viele Patienten denken: Bei dem Übeltäter, der die Schmerzen verursacht, handelt es sich in der Regel nur um einen dünnen Gewebestreifen aus galertartigem Material – kaum länger als ein paar Zentimeter. „Es schaut ziemlich unscheinbar aus, erinnert an Krebs- oder Krabenfleisch“, erläutert Dr. Michael Schubert vom Apex Spine Center.

Um dieses Bandscheibengewebe zu enfernen, setzt der Münchner Wirbelsäulen-Spezialist auf ein sogenanntes Spinescope. Dieses Endsokop führt Dr. Schubert – anders als bei den meisten Kollegen – von der Seite her in die Wirbelsäule ein. „Das ist für den Patienten schonender und sicherer, weil dadurch im Normalfall keine Nerven beschädigt werden können.“

An der Spitze des Endsoskops befindet sich eine Mini-Videokamera. Es wird durch einen gerade sieben Millimeter kleinen Einstich zum „Einsatzort“ gebracht. „Anschließend drängen wir Muskeln und Gewebe vorsichtig auseinander, so dass kein Muskel abgelöst oder durchtrennt werden muss“, sagt Dr. Schubert. Durch das Endoskop passen alle erforderlichen Spezialinstrumente, um das vorgefallene Bandscheibengewebe zu entfernen. „Die Videokamera überträgt laufend alle Bilder auf einen Monitor, so dass wir immer einen perfekten Blick in das Innere der Wirbelsäule haben.“

Der Vorteil dieser Methode: Bei einer offenen Operation hat der Chirurg zwar eine gute Sicht, muss aber viel Gewebe ab- und durchtrennen, wodurch der Patienten später oft noch Schmerzen hat. Bei herkömmlichen minimal-invasiver Verfahren wird das Gewebe zwar geschont, aber die Sicht ist nicht optimal. „Die endoskopische Technik vereint beide Vorteile in sich“, erläutert Dr. Schubert. Die gesetzlichen Kassen bezahlen den Eingriff.

Andreas Beez

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