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Wenig Nährstoffe, leere Kalorien und macht dick: Weißbrot hat seit Jahren einen schlechten Ruf. Zu Unrecht?

Ernährungsmythos widerlegt?

Neue Studie enthüllt: Weißbrot ist gar nicht so ungesund

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Seit Jahren propagieren Ernährungspäpste, dass Vollkorn viel gesünder sei als Weißbrot. Doch eine neue Studie sorgt jetzt für Erstaunen.

Weißbrot macht dick, hat kaum Nährstoffe und besteht nur aus leeren Kalorien – um des Deutschen liebstes Brot ranken sich einige Mythen. Sogar die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät Abnehmwilligen und Gesundheitsbewussten bereits seit Jahren dazu, lieber mehr Vollkorn zu essen. Schließlich sei hier das ganze Korn mit all seinen Mineralstoffen und Spurenelementen enthalten. Zudem mache es länger satt und halte den Blutzuckerspiegel konstant.

Weißbrot gegen Vollkornbrot: Was ist wirklich gesünder?

Doch nun haben israelische Wissenschaftler vom Weizmann-Institut herausgefunden, dass das in Verruf geratene Weißbrot gar nicht so ungesund ist. Zumindest nicht per se – es komme vielmehr darauf an, wie gut man es selber verträgt. Das Ergebnis haben sie nun in der Zeitschrift "Cell metabolism" veröffentlicht.

Darin berichten die Forscher, dass sie Probanden eine Woche lang besonders viel Brot essen haben lassen. So sollten diese etwa ein Viertel ihres täglichen Kalorienbedarfs allein über Brot decken. Doch während die eine Gruppe nur Weißbrot essen durfte, bekamen die anderen frisches Vollkornbrot aus Sauerteigbrot. Danach sollten die Studienteilnehmer zwei Wochen Pause machen und dann wieder eine Woche lang viel Brot essen. Doch diesmal die jeweils andere Sorte.

Während des Experiments wurden die Blutwerte der Probanden regelmäßig überprüft. Besonderes Augenmerk lag auf dem Blutzuckerspiegel, dem Mineralstoffgehalt sowie auf den Cholesterin-, Leber- und Nierenwerten. Zudem wurde der Stuhl der Testpersonen analysiert – um so Daten über die Darmflora zu sammeln.

Die Darmflora macht's aus: Darum vertragen manche Weißbrot besser

Am Ende des Experiments stellten die Forscher fest: "Zu unserer Überraschung fanden wir keinen Unterschied in den Auswirkungen auf die Gesundheit zwischen den beiden Brotarten", so Studienleiter Eran Segal. Genauer gesagt, die Blutwerte und sogar der Blutzuckerspiegel der Versuchspersonen waren identisch.

Doch besonders letzteres verblüffte – schließlich gehen Ernährungswissenschaftler seit langem davon aus, dass einfache Kohlenhydrate, wie sie in Weißbrot zu finden sind, den Blutzuckerspiegel schneller in die Höhe treiben. Die Erklärung der israelischen Wissenschaftler dafür: Es kommt nunmal auf die persönliche Darmbesiedelung an. Und da die bei jedem unterschiedlich ist, reagiert auch nicht jeder gleich (schlecht) auf Weißbrot. Doch in diesem Punkt scheiden sich die Geister.

Ist der Ruf von Weißbrot wirklich so schlecht?

Kollegen halten nämlich dagegen, dass die Studie viel zu klein und zu kurz gewesen sei. Daher sei sie laut Lars Selig, Ernährungswissenschaftler an der Uniklinik Leipzig, schlichtweg nicht aussagekräftig genug, wie er gegenüber dem MDR erklärte. Zudem sei seiner Meinung nach nicht die sonstige Ernährungsweise der Probanden untersucht worden. Nur eine Langzeitstudie wird wohl hier Aufklärung schaffen können.

Glutenfrei liegt im Trend. Ist er aber gefährlicher für die Gesundheit als Weißbrot? Erfahren Sie zudem hier die größten Mythen rund um unsere Ernährung.

Auch interessant: So bleibt bei der Hitze Brot lange frisch und schmackhaft.

Von Jasmin Pospiech

Gute von schlechten Kohlenhydraten unterscheiden

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