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Erstmals konnten Forscher Messungen am menschlichen Gehirn bei sterbenden Patienten vornehmen.

Sterbeforschung

Neue Studie: Können wir bald den Tod besiegen und unsterblich werden?

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Kürzlich sorgte der Berliner Neurologe Jens Dreier für Furore: Er enthüllte, was mit unserem Gehirn passiert, wenn wir sterben. Und er geht sogar noch weiter.

"Hirn-Tsunami" – so nennt sich die steile These, die Jens Dreier in einer aktuellen Studie aufgestellt hat. Mit seinem US-amerikanischen Kollegen Jed Hartings aus Cincinnati hat der Sterbeforscher herausgefunden, dass sich die Nervenzellen im Hirn nach etwa drei Minuten ohne Sauerstoff in einer gewaltigen Welle elektrischer Aktivität entladen. Dies soll dadurch ausgelöst werden, dass der Sauerstoffmangel die Kommunikation zwischen den Neuronen zusammenbrechen lässt.

Studie enthüllt erstmals, was mit unserem Hirn beim Sterben passiert

Dazu hatten die Forscher die Hirnströme neun sterbender Patienten untersucht. Deren Voraussetzung: Die Probanden hatten allesamt tödliche Hirnverletzungen erlitten und wollten zudem keine Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen lassen. Und genau hier hat das Team um Jens Dreier Bahnbrechendes geleistet – sie konnten erstmals Messungen am menschlichen Gehirn in den ersten Minuten nach einem Schlaganfall oder Herzstillstand vornehmen.

Ihr Ergebnis: Wenn spätestens nach fünf Minuten keine Reanimierungsversuche veranlasst werden, sterben die Nervenzellen endgültig ab. Der Hirntod wäre dann automatisch die unvermeidliche Folge. Doch es gibt Hoffnung: Die Neuronen können sich erholen - wenn sie rechtzeitig stimuliert werden und die Durchblutung wieder stattfinden kann. Schließlich stehen den Nervenzellen zu dieser Zeit noch einige letzte Energiereserven zur Verfügung. Wenn diese allerdings aufgebraucht sind, ist es vorbei.

Muss der Zeitpunkt des Hirntods neu definiert werden?

Daher ist es auch das Ziel von Dreier und seinen Kollegen, "eine Behandlung zu finden, die die Welle blockiert oder unterbricht", so der Wissenschaftler gegenüber der Bild am Sonntag. Mit speziellen Medikamenten könnte man so das Absterben der Nervenzellen während einer Durchblutungsstörung im Gehirn hinauszögern.

Diese Erkenntnisse seien allerdings nicht nur im Rahmen einer Behandlungsstrategie enorm wichtig, sondern auch für den Streit in der Medizin, wann ein Patient tatsächlich als hirntot erklärt werden darf.

Lesen Sie auch: Nahtoderfahrungen & Co. - das erleben wir wirklich, wenn wir bereits tot sind.

jp

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