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Das Team für Ihren Rücken

Unser Experten-Team für Ihren Rücken

Schon die nackten Zahlen klingen schmerzhaft: Zwei von drei Deutschen leiden phasenweise unter Rückenschmerzen – etwa 15 Prozent sogar täglich.

Statistiken belegen: Nur wegen Herzkreislauf-Erkrankungen gehen noch mehr Patienten zum Arzt. Das Kreuz mit dem Kreuz – von heute an steht das Volksleiden im Mittelpunkt einer großen tz-Serie. Woran erkenne ich, was meinem Rücken wirklich fehlt? Welche neuen Behandlungsmöglichkeiten gibt es, wie wappne ich mich gegen Schmerzen?

Ein achtköpfiges Expertenteam präsentiert die wichtigsten medizinischen Erkenntnisse rund um die Wirbelsäule. Und das mit einem neuen Gesundheits-Bonus für tz-Leser: Sie können Ihre persönlichen Fragen direkt an unsere Rücken-Profis stellen, auf Wunsch auch anonym. Die Antworten gibt es dann schwarz auf weiß in Ihrer tz – so, dass es auch ein Laie versteht. Schreiben Sie uns an: tz-Redaktion, Stichwort „Rücken-Serie“, Paul-Heyse-Straße 2-4, 80336 München, oder mailen Sie uns an die Adresse: andreas.beez@tz.de.

Rücken - Die häufigsten Krankheiten 

Zum Auftakt stellt Dr. Martin Marianowicz die häufigsten Krankheiten vor und woran man sie erkennt.

Bandscheiben-Vorfall: 

Mediziner sprechen von einem Prolaps. Eine Verschleißerscheinung. Dabei wird der Fasserring um den weichen Kern der Bandscheibe brüchiger. Der Kern verschiebt sich, drückt auf den Ring und wölbt ihn aus. Wenn der Ring durchbrochen wird, das hintere Längsband aber erhalten bleibt, diag­nostizieren die Ärzte einen gedeckten Bandscheibenvorfall. Zerreißt das Band, kann Gewebe in den Wirbelkanal fallen. Das nennt man einen Sequester. Fachbegriffe beschreiben die Lage des Bandscheibenvorfalls: medial bedeutet mittig, mediolateral halbmittig und lateral seitlich. Intraforaminal bedeutet: im Nervenaustrittspunkt gelegen; extraforaminal heißt: hinter dem Nervenaustrittspunkt gelegen. Je weiter mittig, desto mehr steht der Rückenschmerz im Vordergrund und weniger der Bein- oder Armschmerz. Je weiter seitlich der Bandscheibenvorfall auftritt, umso mehr zwickt’s im Bein oder Arm – eventuell mit Kribbeln und Muskelschwäche. Bei fast 50 Prozent aller Vorfälle strahlen die Schmerzen in Arme, Beine oder Finger aus. Die Hälfte aller Patienten erwischt’s bei einer abrupten Bewegung, etwa im Getränkemarkt. Sie bekommen schleichend immer stärkere Schmerzen.

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Blockierung:

Bei dieser Wirbelfehlstellung kommen sich die kleinen Gelenkflächen der Wirbelgelenke zu nah. Das kann passieren, wenn man längere Zeit ungünstig sitzt. Manchmal ist auch die Muskulatur zu schwach, um eine größere Belastung abzufangen. Zum Beispiel beim Anheben eines Koffers. Die Patienten fühlen sich steif, haben Schmerzen, können sich kaum bewegen. Oft kann man auch unangenehme „Knubbel“ in der Muskulatur tasten.

Spinalstenose:

Darunter versteht man eine Verengung des Spinalkanals in der Wirbelsäule. Darin liegen die Hauptnervenbahn, das Rückenmark und seine Äste. Im Laufe der Zeit kann dieser Kanal enger werden. Er drückt dann auf das Rückenmark, die Nervenwurzeln werden bedrängt. Patienten spüren meist diffuse Schmerzen in den Beinen oder im Gesäß – beim Gehen oder manchmal im Stehen. Viele fühlen sich beim Gehen unsicher. Hinzu kommen Rückenschmerzen, schnelle Ermüdung beim Laufen und manchmal Taubheitsgefühle in Beinen oder Po. Die Beschwerden verstärken sich meist bei aufrechter Haltung und bessern sich beim Bücken, im Sitzen oder Liegen.

Hexenschuss:

Der Fachbegriff heißt Lumbago. Er wird durch ruckartige Bewegungen (Heben) oder Drehungen ausgelöst. Der Schmerz sitzt im Lendenwirbelbereich, strahlt manchmal in Richtung Gesäß, Oberschenkel oder Unterbauch aus. Beim Husten oder Niesen zwickt die verspannte Muskulatur besonders.

Ischias:

Die Patienten klagen über einen dumpfen, bohrenden Schmerz, der ins Gesäß zieht. Oft fühlt er sich wie ein Brennen oder Stechen an und kann über die Rückseite des Beins bis zum Fuß ausstrahlen. Teilweise treten die Schmerzen blitzartig auf – so, als ob man einen elektrischen Schlag bekommen hätte. Besonders schlimm wird’s, wenn man hustet oder niest. Die Ursache: Eine der Wurzeln des Ischiasnervs ist gereizt oder gar eingeklemmt.

Wirbelgleiten:

Auf Medizinerdeutsch wird diese Erkrankung Spondylolisthese genannt. Dabei rutscht ein Wirbelkörper langsam aus seinem festen Verbund und gleitet in Richtung Bauchraum ab. Meist passiert das im Bereich des vierten oder fünften Lendenwirbels. Die Muskulatur kann die Funktion des herausgerutschten Wirbels oft gut kompensieren, sie übernimmt dessen Haltefunktion. Sobald aber Nerven im Spinalkanal eingeengt werden, tut’s weh.

Skoliose:

Von hinten aus betrachtet schaut eine gesunde Wirbelsäule schön gerade aus. Bei einer Skoliose ist die Wirbelsäule dagegen nach rechts oder links verbogen, gleichzeitig sind noch einzelne Wirbelkörper verdreht.

ISG-Syndrom:

Das Iliosakralgelenk (ISG) verbindet Becken und Wirbelsäule. Bei einer zu großen Belastung funkt das ISG Alarm. Die Ursache ist meist eine falsche Bewegung, etwa beim Heben oder beim Übersehen einer Treppenstufe. Die Schmerzen sitzen tief im unteren Rücken, sind meist einseitig und können ins Bein ausstrahlen.

Die Facetten-Arthrose:

Die Ärzte sprechen von Spondylarthrose. In diesem Fall weisen die kleinen Zwischenwirbelgelenke an Lenden- und Halswirbelsäule Abnutzungserscheinungen auf. Facettengelenke heißen so, weil sie durch ihre glatte Form an die Facetten eines geschliffenen Edelsteins erinnern. Der Verschleiß verursacht eine Gelenkentzündung, ähnlich wie an Knie und Hüfte. Der Patient hat Schmerzen, wenn er sich bewegt, und im akuten Zustand auch in Ruhephasen. Der Körper versucht, die Abnutzung zu kompensieren. Er bildet mehr Knochenmasse, der Knochen verbreitert sich. Das Problem: Die Nervenwurzel, die aus dem Spinalkanal entspringt, läuft direkt am Wirbelgelenk entlang. Der Nervenaustrittspunkt kann eingeengt werden.

Osteoporose:

Heißt übersetzt poröse Knochen. Die Knochen werden durch den Abbau von Knochenmasse so geschwächt, dass selbst geringe Belastungen wie ein leichter Sturz zu Brüchen führen können. In vielen Fällen verkrümmt sich auf Dauer auch die Wirbelsäule.

Andreas Beez

Das Team für Ihren Rücken

Die Krankenkassen raten ihren Patienten immer wieder: Holen Sie bei schwierigen Diag­nosen noch ein zweite Meinung ein. Den tz-Lesern stehen sogar acht Experten als Ratgeber zur Verfügung. Das tz-Team besteht aus (von links) Dr. Gabriele Rat, Wolfgang A. Sohler , Dr. Christoph Nicolaisen, Alexander Scheurer , Dr. Martin Marianowicz, Thomas Jäger und Johannes Langemann . Auch Professor Bernhard Meyer ist mit von der Partie. Unsere Rücken-Profis beantworten gerne Ihre Fragen – auf Wunsch auch anonym. Eine Auswahl der Antworten wird in der tz veröffentlicht. Schreiben Sie uns einfach an folgende Adresse: tz-Redaktion, Paul-Heyse-Straße 2-4, Stichwort „Rücken-Serie“, 80336 München. Oder schicken Sie uns eine E-Mail an: andreas.beez@tz.de.

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