Mann sticht mehrere Menschen in Finnland nieder

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Neues Labor zur Erforschung von Krebstherapien

Erlangen - Forscher des Universitätsklinikums Erlangen arbeiten seit Jahren an einer neuen Behandlungsmethode gegen Krebs - nun haben sie dafür auch ein hochmodernes Labor zur Verfügung.

430 000 Menschen in Deutschland erkranken Jahr für Jahr an Krebs. Damit beginnt oft ein langer Leidensweg, geprägt von Operation, Chemotherapie und Bestrahlung. Meist ist die Behandlung mit heftigen Nebenwirkungen verbunden; den Patienten ist übel, ihnen fallen die Haare aus, manche erleiden gar Organschäden. Doch trotz dieser Strapazen können längst nicht alle vor dem Tod gerettet werden. An einem effizienteren und nebenwirkungsärmeren Ansatz arbeiten Forscher am Universitätsklinikum Erlangen.

Das Team um Christoph Alexiou setzt auf Nanopartikel - winzig kleine Teile, von Forschern mit Medikamenten bestückt und mit Hilfe eines starken Magneten genau in das Tumorgewebe gezogen. Für ihre Arbeit steht den Wissenschaftlern des Exzellenzclusters Medizintechnik nun auch ein hochmodernes Labor zur Verfügung, das die zahlreichen Tests erleichtern soll. “Ich sehe derzeit keinen wirklichen Grund, warum es nicht klappen kann“, sagt Alexiou am Mittwoch bei der Vorstellung des neuen Labors mit Blick auf die Behandlung von Menschen in wenigen Jahren. Mindestens fünf Jahre werde es aber auf jeden Fall noch dauern, bis die neue Methode nicht nur an Tieren, sondern auch am Menschen getestet werden könne - sofern das Geld zuvor nicht ausgehe.

Das Herzstück des am Mittwoch vorgestellten Labors ist eine Angiografie-Anlage zur Darstellung von Gefäßen. Das rund zwei Millionen Euro teure Gerät ist fast raumhoch; wie Halbmonde kreisen zwei gebogene Arme um die lange blaue Liege. Dort soll später nicht mehr nur ein Kaninchen sitzen, sondern ein kranker Mensch liegen, sagt Alexiou. Er ist überzeugt, dass sein Behandlungsansatz mit hoher Wahrscheinlichkeit in einigen Jahren Patienten zugutekommen wird.

Brustkrebs - Anleitung zur Selbstuntersuchung

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Die bereits mit einem Preis ausgezeichnete Idee der Forscher klingt einleuchtend: Die magnetischen Nanopartikel aus Eisenoxid werden mit Chemotherapeutika bestückt, in die Arterie gespritzt und dann mit Hilfe eines starken Magneten genau in das Tumorgewebe gezogen. “Das führt dazu, dass man in der Zielregion eine große Konzentration erreicht“, erläutert Alexiou. Zusätzlich können die Nanopartikel durch ein Magnetfeld erhitzt werden und so zur Zerstörung des kranken Gewebes beitragen.

Bisher werden die Medikamente systemisch gegeben, das heißt, sie verteilen sich im ganzen Körper. Das Problem dabei: “Das Chemotherapeutikum weiß nicht, was eine gute oder eine schlechte Zelle ist“, erklärt der stellvertretende Leiter der Sektion für Experimentelle Onkologie und Nanomedizin, Stefan Lyer. Dadurch entstehen dann die gefürchteten Nebenwirkungen.

Die Erlanger Forscher hingegen benötigen eine wesentlich geringere Menge der aggressiven Medikamente und können somit auch die Nebenwirkungen reduzieren. Die bisherigen Ergebnisse stimmen die Wissenschaftler zuversichtlich: “Mit weniger als zehn Prozent der üblichen systemischen Gabe haben wir nach einmaliger Gabe eine komplette Rückbildung des Tumors gehabt“, berichtet Alexiou.

Eines ist den Forschern bei allen bisherigen Erfolgen wichtig: “Wir müssen uns schon sehr sicher sein, dass wir eine hohe Erfolgschance haben, wenn wir an den Menschen gehen“, sagt Lyer. Deshalb stehen noch zahlreiche Tests an, vor allem die Nebenwirkungen müssen genau getestet werden. “Nanotechnologie ist in aller Munde, aber über die Toxizität ist man sich noch nicht so ganz im Klaren“, warnt Alexiou.

dpa

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