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Bike-Polo erfordert viel Geschick und Teamgeist. Eine offizielle Organisation gibt es für die Sportart bisher nicht. Foto: Jochen Lübke

Nicht nur für Fahrradkuriere: Bike Polo übt die Koordination

Früher war Bike-Polo hauptsächlich ein sportliches Vergnügen für Fahrradkuriere. Doch inzwischen heißen einen viele Gruppen willkommen. Wer mitmacht, braucht vor allem Teamgeist und Körperbeherrschung.

Saarbrücken (dpa-infocom) - Polo ist eine Luxussportart, für die man ein Profipferd und teures Equipment braucht? Weit gefehlt. Bike-Polo kann jeder probieren, der ein Fahrrad und einen Schläger hat.

Bei dem Spiel müssen Radfahrer mit einem Schläger einen Ball ins gegnerische Tor bringen. Seinen Ursprung hat das Hardcourt Bike Polo Anfang der 2000er Jahre in Seattle. Dort wurde es in den Pausen von Fahrradkurieren gespielt. Über die großen Städte in den USA breitete es sich weiter nach Europa aus.

Die Teams bestehen in der Regel aus drei Personen, ausgestattet mit Fahrrad, Helm, Schonern und einem Schläger (maximale Länge: 1,80 m). Innerhalb der Teams gibt es normalerweise keine Aufteilung nach Alter und Geschlecht. Beim Fahrrad gibt es kaum Regeln. Es muss über zwei Räder, mindestens eine Bremse und verschlossene Lenkerenden verfügen und darf keine Teile (z. B. Gepäckträger) besitzen, an denen sich die Sportler verletzen könnten.

"Wendige Räder mit kleinem Bewegungsradius sind klar von Vorteil. Tor- und Spielregeln sowie Vorgaben für die Fahrradausstattung können jedoch von Stadt zu Stadt variieren. Eine offizielle Spielzeit dauert ca. 30 Minuten", fasst Sabine Kind, die Fitnessexpertin der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG zusammen.

Der Court ist meist ein tennisplatzgroßer Asphaltplatz mit einer Bande zur Begrenzung. Das Berühren des Bodens mit dem Fuß ist strikt untersagt. Wird der Boden berührt, muss der Spieler den Platz verlassen und je nach Regelauslegung beispielsweise einmal um das Spielfeld fahren oder mit dem Schläger an einem bestimmten Gegenstand am Spielfeldrand abschlagen.

"Beim Bike-Polo stehen der Teamgeist, die Körper-/Fahrradbeherrschung, das Ballgefühl, das Fairplay, die Geselligkeit und die Koordination im Vordergrund", erklärt die Expertin der DHfPG. Eine offizielle Organisation gibt es bisher noch nicht. Die Kommunikation findet häufig über Internetforen statt. Dies ist ein Grund dafür, dass sich Bike-Polo den Status einer Szene-Sportart erhalten hat.

"Einsteiger müssen erst einmal ein Gefühl für die Koordination aus Fahrrad, Schläger und Ball entwickeln und dabei das Bremsen nicht vergessen. Wen die Sporart erst einmal gepackt hat, der bleibt meist für lange Zeit am Ball", führt Kind aus.

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