Nahaufnahme von weißen Tabletten.
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Die Einnahme von Schmerzmitteln bei Kopf- und Gliederschmerzen ist nichts verwerfliches – doch wirkten sich die Tabletten auf die Corona-Schutzimpfung aus?

Paracetamol, Ibuprofen und Co.

Welche Wirkung haben herkömmliche Schmerzmittel auf die Corona-Impfung?

  • Sophie Waldner
    vonSophie Waldner
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Manch einer greift aufgrund von Nebenwirkungen der Corona-Schutzimpfung zu Schmerzmitteln. Doch beeinflusst das Mittel die Wirkung der Impfung?

Als Impfreaktion* können grippeähnliche Symptom auftreten. Um dem Entgegenzuwirken greift der eine oder andere zu Schmerzmitteln, wie Ibuprofen oder Paracetamol. Grundsätzlich nichts Verwerfliches. Immerhin hat auch das Robert-Koch-Institut (RKI) in dem Aufklärungsblatt zur Schutzimpfung empfohlen, bei Kopf- und Gliederschmerzen zu den Schmerzmitteln zu greifen. Die Frage, die sich Forschende der University of British Columbia in Vancouver nun stellen ist, ob das wirklich so sinnvoll ist oder ob dadurch der Impfschutz möglicherweise geschwächt wird.

Schmerzmittel: Diese Wirkung haben Sie auf die Impfung

Erste Erkenntnisse der Forscher aus Vancouver wurden bereits veröffentlicht. In dem Schreiben heißt es unter anderem, dass aus einigen Studien eine Wirkung auf den Impfschutz zu verzeichnen ist. Im Klartext heißt das: Wenn das Schmerzmittel vor oder unmittelbar nach der Impfung eingenommen wurde, kann es den Impfschutz durchaus senken. Der Grund hierfür liegt darin, dass die natürliche Impfreaktion unterbunden wird. Und auch das Gesundheitsportal aponet.de bestätigt: „Durch eine unterdrückte Immunreaktion könnte theoretisch die Antikörperbildung und somit die Wirkung der Impfung geschmälert werden.“ Tatsächlich gilt das aber nicht nur für die Corona-Schutzimpfung, sondern für alle Impfungen.

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Wirkung von Schmerzmittel auf aktuelle Corona-Impfstoffe

Immerhin erwähnt eine Studie zum Astrazeneca-Vakzin zwar die Einnahme von Paracetamol in Verbindung mit dem Impfstoff. Doch wird hier eine Beeinträchtigung der Impfwirkung durch das Schmerzmittel ausgeschlossen. Konkrete Veröffentlichungen dazu gibt es allerdings nicht, wie die Forscher aus Kanada in ihrem Bericht verdeutlichen. Ob diese Erkenntnis auch für die Impfstoffe des Typs mRNA, wie Biontech und Moderna abzuleiten sind, ist bisher unklar. Das liegt auch daran, dass Astrazeneca ein Vektorimpfstoff ist und kein Impfstoff des Typs mRNA. Es bleibt also abzuwarten, zu welchen neuen Erkenntnissen die Forscher im Laufe der Zeit kommen werden. Grundsätzlich aber empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), mit der Einnahme von Schmerzmitteln wenigstens ein paar Tage zu warten und diese nicht vor oder unmittelbar nach der Schutzimpfung einzunehmen. (swa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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