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Fredl Fesls Kampf gegen Parkinson: „Meine Familie hält mich am Leben“

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Von: Susanne Sasse

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Fredl Fesl und seine Ehefrau Monika.
Sie gibt ihm Rückhalt: Fredl Fesl mit seiner Ehefrau Monika. „Ohne ihre Hilfe könnte ich gar nichts“, sagt er. © Armin Geier

Der bayerische Kult-Liedermacher Fredl Fesl (74, „Der Königsjodler“) hat Parkinson. Wir haben ihn zuhause in Pleiskirchen besucht. Dabei schilderte er, wie er mit Hilfe seiner Familie gegen die Krankheit kämpft.

München/Pleiskirchen – Wenn der Gegner übermächtig ist und sich breit gemacht hat, dann ist es schwierig, sich nicht geschlagen zu geben. Seit 25 Jahren hält der Musiker und Sänger Fredl Fesl tapfer dagegen, wenn ihn der Feind im eigenen Körper schwach machen will und ihm die Kontrolle über seine Glieder und die Stimmung gewinnen will. Dieser Gegner heißt Parkinson, er hat sich eingenistet im Fredl Fesl und wird auch nicht mehr gehen, denn noch ist die Medizin nicht in der Lage, diese Krankheit, die die Nerven zugrunde gehen lässt, zu heilen.

Wie es dem Fredl Fesl geht? „Langsam immer schlechter“, sagt er am Telefon. „Die Feinmotorik geht flöten, mit einem Besteck zu essen ist sehr schwierig, und das Zittern kommt immer wieder.“ Schmerzen immerhin hat er keine, aber es gibt Dinge, die er schmerzlich vermisst. Das Musikmachen zum Beispiel, „das geht gar nicht mehr, die Finger machen, was sie wollen“. Und statt auf dem Einödhof herumzutigern, verbringt Fesl die meiste Zeit im Wohnzimmer, schiebt dort seinen Rollator hin und her. „Für draußen ist er nicht geländegängig genug, ich überlege mir, ob ich mir einen mit größeren Rädern leisten soll“, sagt er. Sein Traum wäre, mit den zwei Enkeln über den Hof zu toben. „Für die ist das hier ein großer Abenteuerspielplatz.“ Karolina, die im Herbst eingeschult wurde, und ihr kleiner Bruder Jeremias, der vier Jahre alt ist, sind sein Liebstes. „Schön, dass es weitergeht, die Familie hält mich am Leben“, sagt der 74-Jährige. „Ohne meine Frau Monika könnte ich gar nichts machen.“ Nicht mal morgens aufstehen, obwohl alle vier Stunden Tabletten nimmt – auch nachts.

Die Krankheit bestimmt den Alltag, so wie das früher die Kreativität gemacht hat. Mehr als einer Million Platten hat Fredl Fesl in seiner besten Zeit verkauft, doch ist die Abschiedstournee nun fast zwei Jahrzehnte her. Als Fredl Fresl anfang der 90er-Jahre den Einödhof in Häuslaign bei Pleiskirchen im Landkreis Altötting kaufte, ahnte er noch nichts davon, dass er einige Jahre später an Parkinson erkranken würde. Wie die meisten Betroffenen hatte er eine Odyssee von Arzt zu Arzt hinter sich, bis man herausfand, was ihm fehlte. „Ich konnte nichts mehr schmecken“, erzählt er. Und dann seine Gitarre nicht mehr richtig halten. Zu gerne würde er seinen Enkeln etwas vorspielen. Leider kennen sie ihn nur als „Opa, der sich ausruhen muss“.

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