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Rund die Hälfte aller Deutschen haben eine Fehlsichtigkeit. Mit einer Brille lässt sich diese aber meist gut ausgleichen. Foto: Tobias Hase

Fehlsichtigkeit erkennen

Passende Sehhilfe sorgt für Durchblick

Mit einer Brille lässt sich eine Fehlsichtigkeit meist gut ausgleichen. Aber: Vielen Menschen fällt diese erst spät auf. Regelmäßige Untersuchungen sind wichtig - denn Betroffene gewöhnen sich schnell an unscharfes Sehen und halten es für normal.

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Der Beifahrer erkennt die Straßenschilder früher? Die Anzeigetafel im Bahnhof ist nur mit zusammengekniffenen Augen zu entziffern? Dann empfiehlt es sich, die Augen überprüfen zu lassen. "Ein Indiz können müde oder brennende Augen oder verschwommenes Sehen sein.

Dinge, die man vorher gut sehen konnte, sind nur noch schwierig zu entziffern", erklärt Augenoptikermeister Giovanni di Noto. "Der Videotext oder die Ziffern auf dem Nummernschild des Autos vor einem sind unscharf." Die Symptome seien bei Weit- und Kurzsichtigkeit dieselben.

"Viele Menschen merken erst bei der Augenuntersuchung für den Führerschein, dass sie schlecht sehen. Denn wenn es jemand gewohnt ist, nicht gut zu sehen, findet er das normal", weiß Prof. Christian Ohrloff, Sprecher der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). "Rund die Hälfte aller Deutschen haben eine Fehlsichtigkeit. Kurzsichtigkeit ist mit 30 Prozent häufiger vertreten als Weitsichtigkeit." Bei Weitsichtigkeit sehe man Objekte oder Texte auf einer Distanz von unter fünf Metern nicht scharf. "Vor allem im jüngeren Alter wird eine Weitsichtigkeit aber oft nicht bemerkt, weil der Anpassungsmechanismus des Auges die Brechungsstörung noch kompensieren kann", sagt Ohrloff.

Unscharfe Sicht lässt sich in der Regel beheben. "Eine Fehlsichtigkeit ohne weitere krankhafte Augenveränderung kann man vor allem bei jungen Menschen mit der richtigen Brille fast immer so korrigieren, dass wieder eine 100-prozentige Sehschärfe erreicht wird", erklärt Georg Eckert, Augenarzt aus Senden und Sprecher des Berufsverbands der Augenärzte. Sehminderungen, die durch Augenkrankheiten bedingt sind, können hingegen meist nicht vollständig ausgeglichen werden.

Als Faustregel gilt: Ändert sich das Sehvermögen bei Menschen ab etwa 50 Jahren, sei meist nicht die Brille zu schwach, sagt Eckert. Dann stecke eher Grüner oder Grauer Star oder eine Makuladegeneration hinter der Verschlechterung. Daher ist eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt wichtig: für Heranwachsende und Menschen ab 40 etwa alle ein bis zwei Jahre, zwischen 18 und 40 kann der Abstand auch etwas größer sein, wie Eckert sagt. "Leider tut es meist nicht weh, wenn man etwas an den Augen hat. Zum Zahnarzt gehen die Menschen, wenn sie Schmerzen haben. Bei den Augen merken sie aber oft gar nicht, dass etwas nicht stimmt."

Spätestens wenn die erste Lesebrille nötig wird, sollte auch der Augendruck kontrolliert werden, um Erkrankungen wie den Grünen Star frühzeitig zu erkennen. Vor allem bei plötzlichen Veränderungen könne eine Krankheit hinter den Problemen stecken.

Beginnende Altersweitsichtigkeit, die sich ab etwa 40 Jahren bei jedem einstellt, zeige sich durch den Klassiker, sagt Augenoptiker di Noto: "Die Armlänge wird zu kurz, um Zeitung zu lesen oder auf dem Smartphone zu schreiben."

Wer als Brillenträger auf eine Gleitsichtbrille umsteigt, muss mit einer Gewöhnungsphase rechnen. Bei einer vom Fachmann gut angepassten Brille gehe das aber sehr schnell. "Am besten setzt man die Gleitsichtbrille direkt morgens nach dem Aufstehen im gewohnten Umfeld auf. Und dann heißt es: tragen, tragen, tragen."

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