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Patienten wollen bei Behandlungsmethoden und Medikamenten mitbestimmen.

Patienten wollen bei Behandlung mitbestimmen

Berlin - Die Patienten in Deutschland wollen beim Arzt über Behandlungen und Medikamentemitentscheiden, das ergab eine Studie der Techniker Krankenkasse zur Patientenzufriedenheit.

Patienten wollen bei Behandlungsmethoden von ihrem Arzt umfassend informiert werden und mitentscheiden. Eine von der Techniker Krankenkasse (TK) am Mittwoch in Berlin vorgestellte Studie zur Patientenzufriedenheit ergab, dass sich jeder Fünfte wünscht, mehr einbezogen zu werden. “Noch nicht immer treffen sich Arzt und Patient auf gleicher Augenhöhe“, sagte TK-Vorstandsvorsitzender Norbert Klusen. Unzufrieden sind die Befragten der Erhebung zufolge besonders bei der Verschreibung von Medikamenten. Es falle den Ärzten oft schwer, Wirkung und Nebenwirkung ausreichend und verständlich zu erklären, sagte der Direktor des Wissenschaftlichen Instituts der TK, Frank Verheyen.

Weiteres Ergebnis der Studie ist, dass die Bundesbürger häufig eine Arztpraxis aufsuchen. 45 Prozent der gesetzlich Versicherten waren innerhalb der letzten vier Wochen beim Arzt, innerhalb eines halben Jahres neun von zehn der Befragten. Fast jeder Zweite schätzt sich selbst als chronisch krank ein. Insgesamt stellen die Deutschen ihren Ärzten ein gutes Zeugnis aus. 95 Prozent sind mit ihrem Arzt unterm Strich zufrieden - 61 Prozent sogar sehr, wie die Umfrage unter 1.100 gesetzlich Versicherten zeigt. Auch mit der Zeit im Wartezimmer ist die Mehrheit der Patienten demnach zufrieden.

Zufriedenheit steigt mit Dauer der Beziehung

Gesundheitsökonom Verheyen erklärte: “Insbesondere die Punkte Kommunikation und Einbindung in Entscheidungen prägen das Bild, das Patienten von ihrem Arzt haben.“ Die Zufriedenheit steige zudem mit der Dauer der Arzt-Patienten-Beziehung sowie abhängig von der “subjektiv wahrgenommenen fachlichen Kompetenz des Arztes“. TK-Chef Klusen sagte: “Deutschland hat heute ohne Frage eines der besten Gesundheitssysteme der Welt.“ Damit das auch künftig so bleibe, müssten die vorhandenen finanziellen Mitteln effizienter eingesetzt werden. Dazu forderte der Professor für Gesundheitspolitik mehr Wettbewerb im System sowie “schnellstmöglich“ eine nachhaltige Strukturreform.

dapd

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