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Eiliger Transport: Ein Arzt bringt eine weiße Kühlbox mit einem lebensrettenden Spenderorgan in den OP-Saal.

Patiententag am 20.März im Münchner Pressehaus

Organspende: Das sollten Sie wissen

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Viele Menschen sind oft unsicher, wenn es um das Thema Organspende geht. Deshalb beantworten wir hier die wichtigsten Fragen.

Gibt es eine Altersgrenze für die Organspende?

Nein! Es kommt nur auf den Zustand der Organe an. Ob ein Organ tatsächlich transplantiert werden kann, entscheiden medizinische Tests nach dem Tod – und letztlich auch der Arzt, der die Organe transplantiert.

Welche Erkrankungen schließen eine Spende aus?

In der Regel eine Krebserkrankung oder ein positiver HIV-Befund. Bei allen anderen Erkrankungen entscheiden die Ärzte von Fall zu Fall.

Genügt der Organspendeausweis als Rechtsgrundlage für eine Organentnahme?

Ja! Denn: Der Wille des Verstorbenen hat stets Vorrang. Wenn er also einen Organspendeausweis bei sich hatte, werden die Angehörigen nicht um eine Entscheidung gebeten – sie müssen jedoch darüber informiert werden.

Ist eine Lebendspende möglich?

Ja! Aber nur zwischen Verwandten ersten oder zweiten Grades, also: etwa unter Ehepartnern und Verlobten – aber auch unter Menschen, die sich persönlich besonders nahestehen. Eine unabhängige Gutachterkommission prüft, ob die Spende freiwillig und ohne finanzielle Interessen geschieht. Spender und Empfänger müssen sich auch stets ärztlich nachbetreuen lassen.

Lesen Sie auch: In Ottobrunn (München) ist die Polizei zum Helfer in einem ungewöhnlichen Fall geworden. Die Beamten halfen bei der Durchführung einer Nierentransplantation. Der Organspende-Patient musste erst ausfidnig gemacht werden.

Klare Regeln, wann Ärzte Organe entnehmen dürfen 

Wann dürfen Ärzte die Organe von Verstorbenen entnehmen?

Nur, wenn er einen Organspendeausweis besitzt oder dies so in seiner Patientenverfügung hinterlegt ist oder seine Angehörigen einer Organentnahme zustimmen. Ein Patient wird für tot erklärt, wenn zwei unabhängige Ärzte den „unumkehrbaren Ausfall“ seiner gesamten Hirnfunktionen feststellen – den „Hirntod“. Das Herz-Kreislauf-System des Verstorbenen kann danach durch intensivmedizinische Maßnahmen, für eine begrenzte Zeit, künstlich aufrechterhalten werden, damit die Organe durchblutet bleiben und eine Transplantation möglich wird. Wichtig zu wissen: Die beiden Ärzte, die unabhängig voneinander den Hirntod festgestellt haben, dürfen weder an der Entnahme noch an der Übertragung der Organe des Spenders beteiligt sein. Ebenso wenig unterstehen sie der Weisung eines beteiligten Arztes.

Bis wann versuchen Ärzte einen Menschen am Leben zu erhalten?

Ziel aller medizinischen Maßnahmen im Falle eines Unfalls oder einer schweren Erkrankung ist es, das Leben des Patienten zu retten. Die Bemühungen der Notärzte, Rettungsteams und der Intensivmediziner sind allein auf dieses Ziel ausgerichtet. Manchmal kann der Patient aber nicht mehr gerettet werden, trotz aller Bemühungen. Dann tritt der Hirntod ein. Kreislauf und Atmung können nur noch künstlich – durch Beatmung und die Gabe von Medikamenten – aufrechterhalten werden. Lediglich bei dieser kleinen Gruppe von Verstorbenen stellt sich am Ende die Frage einer Organspende.

Zusammengefasst von: Barbara Nazarewska

Patiententag: Organe retten Leben

Füllen Sie das Formular unten auf dieser Seite aus und melden Sie sich an für den Patiententag am 20. März, 17.30 Uhr, im Münchner Pressehaus. Die Teilnahme am Patiententag ist kostenlos, die Teilnehmerzahl ist jedoch begrenzt.

Die Anmeldefrist ist leider abgelaufen.

Update vom 16. Januar 2019: Der Bundestag entscheidet darüber, wie die Organspende zukünftig gesetztlich geregelt wird. Die Fraktionsdisziplin wurde für diese Entscheidung bei den Parteien ausgesetzt. Die Abgeordneten stimmten für eine erweiterte Zustimmungslösung bei der Organspende.

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