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Weltmeister Paul Breitner lässt sich regelmäßig untersuchen.

Weltmeister wirbt zum Gesundheitscheck

Breitner zur Krebsvorsorge: "Nutzt eure Chance!"

München - Über eine halbe Million Menschen erhalten im Jahr die Schock-Diagnose Krebs. Das medizinische Angebot ist dabei hochprofessionell. Daher wirbt auch Weltmeister Paul Breitner für Vorsorgeuntersuchungen.

Allein in Deutschland erhalten jedes Jahr beinahe eine halbe Million Menschen die Schock-Diagnose Krebs. Erschütternd, aber es gibt auch eine gute Nachricht: Die Volkskrankheit lässt sich heute in vielen Fällen wesentlich besser behandeln als noch vor einigen Jahren – vor allem dann, wenn sie frühzeitig entdeckt wird.

Und bei uns in Deutschland steht allen Patienten ein erstklassiges Angebot an hochprofessionellen Vorsorge-Untersuchungen offen: „Eine Riesen-Chance für jeden einzelnen von uns, die aber leider noch immer viel zu wenige Menschen nutzen“, betont Paul Breitner (63) im tz-Gespräch. Der Fußball-Weltmeister von 1974 engagiert sich bereits seit einiger Zeit im Kampf gegen den Krebs. Am Freitag warb er beim 2. Traunsteiner Krebs-Kongress für die Früherkennungsprogramme.

Welche Untersuchungen für Männer und Frauen in unterschiedlichem Lebensalter empfehlenswert sind, das haben Experten des Onkologischen Zentrums Traunstein anlässlich eines Patienten-Infotages in einer großen Übersicht zusammengefasst. Die Tests in Anspruch zu nehmen, kann häufig lebensrettend sein – zumal die Killer-Krankheit immer mehr Menschen krank macht. So ist die Zahl der neuen Fälle zwischen 2000 und 2010 bei Männern um 21 Prozent und bei Frauen um 14 Prozent gewachsen – vor allem eine Folge des Alterungsprozesses unserer Gesellschaft und der gestiegenen Lebenserwartung. Entsprechend groß erscheint das Risiko, im Alter an Krebs zu erkranken. „Es ist etwa 200 bis 300 Mal so hoch wie jenes von Kindern. Statistisch gesehen erkranken Frauen am häufigsten im Alter von 67 Jahren und Männer mit 69 Jahren“, informierte das Onkologische Zentrum Traunstein während des Kongresses.

Breitner: "Dahinter steckt oft Feigheit"

Aus den aktuellen Zahlen rund um das Thema Krebs lassen sich auch paradoxe Entwicklungen ablesen. Ein Beispiel: Auf der einen Seite fürchten sich 69 Prozent der Deutschen laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa vor einer Tumorerkrankung. Aber auf der anderen Seite gehen nur 45 Prozent aller Männer und 69 Prozent der Frauen zur Krebsvorsorge. Für Breitner spricht der große Akzeptanz-Unterschied Bände: „Wir Männer verstecken uns oft hinter Macho-Sprüchen nach dem Motto: ,Wir als starkes Geschlecht brauchen so etwas nicht!’ Aber in Wahrheit steckt hinter dieser hochnäsigen Haltung oft Feigheit. Das geht auch anders – viele Frauen machen es uns vor!“

Zumal die Angst vor den Vorsorgeuntersuchungen unbegründet ist, wie auch Breitner aus eigener Erfahrung weiß: „Ich bin beispielsweise schon mehrfach zur Darmspiegelung gegangen. Das hat überhaupt nicht wehgetan. Und wenn der Arzt Polypen entdeckt, dann kann er diese Wucherungen entfernen, bevor daraus möglicherweise Krebs entsteht – ein Riesenvorteil.“ Auch andere Früherkennungs-Angebote nutzt der frühere Leitwolf des FC Bayern regelmäßig. „Ich lasse mich alle ein- bis eineinhalb Jahre gesundheitlich gründlich durchchecken.“

Gerade beim Darmkrebs geben die aktuellen Zahlen aus den Tumor-Datenbanken Breitner recht: Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland zirka 28 700 Frauen und 34 000 Männer daran. Es ist wissenschaftlich unbestritten, dass sehr viele dieser tragischen Einzelfälle durch eine Darmspiegelung vermeidbar gewesen wäre. „Also kann ich nur alle Leute bitten, inbesondere die Männer: Traut’s euch, geht zur Krebsvorsorge!“, fordert Breitner. „Das seid ihr euch selbst und euren Familien schuldig!“

Andreas Beez

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