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Aaaah! Quietschende Kreide auf der Schultafel schmerzt in den Ohren. Foto: Peter Steffen

Piepen, summen, kreischen: Die fiesesten Geräusche

Die Mücke in der Nacht, das piepende Müllfahrzeug. Alltagsgeräusche können richtig nervig sein. Sogar Wissenschaftler beschäftigen sich mit dem fiesen Lärm. Und es gibt meistens nur eine Abhilfe: Ohren zu!

Nürnberg (dpa) - Lärm macht selten Spaß. Nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Akustik (DEGA) stellt er "eines der gravierendsten Umweltprobleme unserer Zeit dar". 

Als stärkste Belästigung werde Verkehrslärm empfunden, gefolgt von Fluglärm, wie die DEGA vor dem Internationalen Tag gegen Lärm am 29. April mitteilt. Auch diese Geräusche sind einfach unerträglich:

Kreide trifft auf Tafel: Generationen von Schülern mussten dieses Horror-Geräusch schon ertragen: Quietschende Kreide auf der Schultafel. Wenn dann auch noch die Fingernägel versehentlich - oder gar absichtlich! - zum Einsatz kommen, hilft nur noch Ohren zuhalten. Mindestens genauso schlimm: wenn Messer oder Gabel auf Glas oder Keramik kratzen. Auf diese Weise entstehen hohe Töne von bis zu 5000 Hertz. Das menschliche Gehirn verbindet damit ein Alarmsignal: Ähnliche Töne werden auch beim Kreischen in Gefahrensituationen erzeugt.

Bei dem piept es doch: Eine enge Straße, ein großer Lastwagen und der Rückwärtsgang: Das sind die Zutaten für das durchdringende und scheinbar nie enden wollende "piep, piep, piep". Wer da noch ruhig bleibt, hat Nerven wie Drahtseile. Das Piep-Signal vom Lkw soll beim Rückwärtsfahren Unfälle mit Fußgängern und Radfahrern verhindern. Der Nutzen ist umstritten: So können Kinder und Ältere das Signal oft nicht richtig deuten. Die Wirkung auf ruheliebende Menschen ist dagegen sehr eindeutig: einfach nervig!

Summende Mücken:Forscher sind vom Summen fasziniert, die meisten von uns könnten dagegen auf dieses Naturphänomen getrost verzichten. Wenn Mücken im nächtlichen Schlafzimmer zum Angriff übergehen, entsteht das fiese Summen durch ein komplexes Zusammenspiel von winzigen Muskeln und schnellem Flügelschlag. Ausschalten lässt es sich nur durch einen gezielten Schlag mit der Fliegenklatsche. Die Suche nach den kleinen Biestern endet allerdings fast immer ergebnislos.

Akustischer Teufelskreis: Test 1,2, quiiiiiietsch. Die Gäste im Saal halten sich die Ohren zu und verziehen die Gesichter. Die Rückkopplung eines Mikrofons kann die beste Konzertlaune in Millisekunden zunichtemachen. Schuld an dem fiesen Geräusch ist ein akustischer Teufelskreis: Der Schall aus dem Lautsprecher kommt übers Mikrofon wieder in die Verstärkeranlage und erneut aus dem Lautsprecher. Das Signal schaukelt sich immer weiter hoch. Das Ergebnis ist ein schmerzender Pfeifton.

Das wissenschaftlich schlimmste Geräusch: Der Akustik-Professor Trevor Cox von der britischen Universität Salford fragte Internet-Nutzer nach dem für sie schlimmsten Geräusch. Eine Million Antworten bekam er zurück. Auf Platz 1: Das Geräusch, wenn sich ein Mensch übergeben muss. Hartgesottene können sich die widerlichen Geräusche der Studie im Netz anhören.

Wenn Geräusche Angst machen: Für Menschen mit einer Phonophobie kann grundsätzlich jedes Geräusch zur Qual werden - selbst wenn es gar nicht laut ist. Meistens entsteht eine Phonophobie, wenn ein Geräusch mit einer unangenehmen Erfahrung in Verbindung gebracht wird. Aber auch Stress kann zu einer Phonophobie führen. So stellten Wissenschaftler beispielsweise bei Kindergärtnerinnen fest, dass sie nach einem langen Arbeitstag am Abend ängstlich oder gestresst auf Kinderstimmen reagieren können.

Galileo-Experiment

Studie von Trevor Cox

Warum Mücken summen

Phonophobie

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