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"Pille danach"

Tablette für den Notfall

Was ist die "Pille danach"?

Berlin - Verhütung vergessen? Wer nach dem Geschlechtsverkehr auf Nummer sicher gehen will, kann auf die "Pille danach" zurückgreifen. Aber Achtung bei der Einnahme.

Die „Pille danach“ wird auch als Notfallverhütung nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr bezeichnet. Sie kann bei rascher Einnahme eine Schwangerschaft zu einem hohen Prozentsatz verhindern. Demnach verschiebt oder verhindert sie den Eisprung so, dass keine Befruchtung stattfinden kann. Sollte die Eizelle sich bereits im Eileiter oder in der Gebärmutter befinden, verhindert sie weder deren Befruchtung noch das Einnisten in die Gebärmutter. Sie ist also keine "Abtreibungspille".

Nach Einnisten der befruchteten Eizelle ist sie nicht mehr wirksam. Das gilt für die in Deutschland zugelassen Mittel Levonorgestrel (LNG) und Ulipristalacetat (UPA). Sie sind laut Medizinern als Verhütungsmittel einzustufen und nicht als Mittel für einen Schwangerschaftsabbruch.

LNG-Präparate können in vielen Ländern Europas (Schweiz, England, Frankreich) in der Apotheke gekauft werden. Sie sollen innerhalb von 72 Stunden, vorzugsweise aber 12 bis 24 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr genommen werden. Laut Berufsverband der Frauenärzte kann LNG innerhalb der ersten 24 Stunden aber nur etwa ein Drittel der Schwangerschaften verhindern.

Bei Einnahme von UPA können demnach zwei- bis dreimal mehr Schwangerschaften verhindert werden. Diese Pille ist zur Verhütung bis 120 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr zugelassen. UPA ist europaweit rezeptpflichtig, weil es Einfluss auf eine bestehende Schwangerschaft haben kann.

"Pille danach": Ihre Wirkung und Risiken

Wer sich für "Pille danach" entscheidet, sollte jedoch darauf achten, dass sie in bestimmten Fällen nur eingeschränkt wirkt. Wenn gleichzeitig  Antibiotika, Mittel die Johanniskraut enthalten, Medikamente für  Erkrankungen des Darms eingenommen werden, kann die Wirkung deutlich verringern, sogar aufheben. Das gilt auch bei mehrmaliger kurz aufeinanderfolgender Einnahme. Grundsätzlich gilt: Nur als absolute Ausnahme zur "Pille danach" greifen!

Nebenwirkungen

Auch wenn die "Pille danach" auf der einen Seite im Notfall einer Schwangerschaft vorbeugt, besteht andererseits  - trotz ihrer im Regelfall guten Verträglichkeit - die Möglichkeit, dass  Nebenwirkungen auftreten. Dazu zählen Übelkeit, Erbrechen, Bauch- oder Kopfschmerzen, Schwindelgefühle und leichte Blutungen. Außerdem
kann die "Pille danach" die Periode beeinflussen, das heißt der Zyklus verschiebt sich oder es kommt zu Menstruationsstörungen.
Wer von Nebenwirkungen verschont bleibt, sollte jedoch trotzdem etwa drei Wochen nach der Einnahme einen Gynäkologen zur Kontrolle aufsuchen.

dpa/mas

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