Wer alte Medikamente aus seinem Badezimmerschrank aussortierte, der hat sie früher kostenlos in der Apotheke abgeben können. Das geht heute bei den meisten Apotheken nicht mehr.
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Wer alte Medikamente aus seinem Badezimmerschrank aussortierte, der hat sie früher kostenlos in der Apotheke abgeben können. Das geht heute bei den meisten Apotheken nicht mehr.

Pillen nicht in Hausmüll werfen

Wer alte Medikamente aus seinem Badezimmerschrank aussortierte, der hat sie früher kostenlos in der Apotheke abgeben können. Das geht heute bei den meisten Apotheken nicht mehr. Warum? Hier finden Sie Fragen und Antworten.

Warum kann man Medikamente nicht mehr kostenlos in der Apotheke abgeben?

Bis zum Sommer hatte der Kölner Entsorger Vfw Remedica im Auftrag von Pharma-Herstellern Verpackungen und Beipackzettel zurückgenommen und dabei die Altmedikamente eingesammelt. Der Erlös aus der Papierverwertung deckte die Pillenentsorgung. Doch seit einer Novelle der Verpackungsverordnung gehören Arzneimittelverpackungen in den Gelben Sack des Dualen Systems. Mit der kostenlosen Rücknahme war es vorbei. Mit den Apothekenausrüstern Wepa (Hillscheid) und K & M in Essen, bieten die Kölner die Medikamentenabfuhr an. 20 Euro pro Sack soll das kosten. Für eine durchschnittliche Apotheke mache das etwa 200 Euro im Jahr aus.

Kann man die Medikamente nicht einfach in die Hausmülltonne werfen?

Theoretisch schon, denn Arzneimittel zählen laut Abfallverzeichnisverordnung zur Gruppe der Haushaltsabfälle. Ausgenommen davon sind zytotoxische und zytostatische Arzneimittel. Diese gelten als Sondermüll.

Man darf also die meisten Medikamnete im Restmüll entsorgen. Aber es gibt auch andere Stimmen. Warum?

Weil dabei die Gefahr besteht, dass Kinder die Pillen aus der Mülltonne holen und essen. Außerdem könnten bei der Entsorgung über den Hausmüll Wirkstoffe der Medikamente in das Wasser gelangen.

Wird es wieder ein kostenloses Entsorgungssystem geben, bei dem ich nicht auf einen Termin im Jahr angewiesen bin?

In Hessen mit seinen 1600 Apotheken strickt man inzwischen an einem Landesmodell. Gespräche mit Entsorgern laufen, bestätigt Kirsten Müller-Kuhl, Pressesprecherin des Hessischen Apothekerverbandes. Der Blick richtet sich auf eine Richtlinie der Europäischen Union. Sie schreibt Sammelstellen für nicht verwendete oder abgelaufene Medikamente vor. Noch ist die Richtlinie aber nicht in deutsches Recht umgesetzt worden.

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