Dr. med. Ulli Kinkelin ist Orthopäde und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie mit dem Zertifikat als Fußchirurg.

Orthopädiezentrum ProU am Flughafen München

Hallux valgus – Hintergrund und Behandlungsmöglichkeiten

Dr. med. Ulli Kinkelin ist Orthopäde und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie bei ProU, dem modernen Orthopädie-Zentrum am Flughafen München, und trägt ein gesondertes Zertifikat als Fußchirurg.

Er verfügt über jahrelange Erfahrung in der Behandlung von Fußerkrankungen, u. A. als Oberarzt mit Leitung einer Fußsprechstunde und ist ein exzellenter Fußchirurg. Dr. Kinkelin ist einer von vier Orthopäden von ProU, dem modernen Orthopädie-Zentrum am Münchner Flughafen.

Hintergrund

Beim Hallux valgus (lateinisch valgus: schief, krumm) handelt es sich um ein Abweichen und damit Schiefstellung der Großzehe zum Fußaußenrand hin, meist im Grundgelenk der Großzehe. Als Ursachen werden neben einer erblichen Veranlagung vor allen Dingen zwei Ursachen in Betracht gezogen:

  • Bedingt durch einen Spreizfuß mit Einsinken des Fußquergewölbes kommt es zu einer Verbreiterung im Vorfußbereich und damit zu einer anderen Winkelstellung der Zehen, welche eine schiefe Stellung, vor allen Dingen der Großzehe bedingt.
  • Das Tragen von „falschem“ Schuhwerk scheint dabei den Hauptfaktor darzustellen.

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ProU - Schmerzfrei von Kopf bis Fuß 

Unter anderem konnten auch interkulturelle Vergleiche nachweisen, dass die Hauptursache des Hallux valgus im Tragen von falschem Schuhwerk zu sehen ist. Die natürliche „Normalfußform“ zeigt dabei eine gewisse Spreizung der Zehen zueinander, welche in der Bevölkerung westlicher Prägung im Schuhwerk nicht wiedergespiegelt ist. Hier ist ein dichtes Beieinanderliegen der Zehen üblich. Dadurch werden die Zehen aus ihrer üblichen Lage gebracht, was mit der Zeit zu einer bleibenden Fehlstellung führen kann.

Beschwerden

Die Festlegung des Behandlungsvorgehens erfolgt im Anschluss an eine umfassende Diagnostik, die neben dem individuellen Beschwerdebild des Patienten

- Belastungsschmerz,

- Ruheschmerz,

- Schmerzen bei Tragen von Schuhwerk,

- Schmerzen auch beim Barfuß-Laufen,

- Schwellneigung

auch weitere Faktoren berücksichtigt, wie bildgebende Diagnostik (meist Röntgenaufnahmen) sowie die individuelle Situation des Patienten berücksichtigt (Art und Anforderung in Beruf und Freizeit). Komplettiert wird die Diagnostik ggf. im Rahmen einer Ganganalyse sowie durch eine Wirbelsäulenvermessung.

Behandlung

Sind Beschwerden trotz Einlagenversorgung für den Patienten nicht mehr tolerabel oder ist trotz Einlagenversorgung eine zunehmende Fußfehlform zu beobachten, ist der Zeitpunkt für eine operative Intervention gegeben. In Abhängigkeit des Ausmaßes des Hallux valgus und den damit einhergehenden Beschwerden ist es Aufgabe des erfahrenen Operateurs, das entsprechende Verfahren auszuwählen. Über 150 verschiedene Methoden sind in der Literatur beschrieben, wobei heutzutage hypoallergene Schrauben, selten auch Plattenmaterial, verwendet werden sollte.

Hierbei wird der erste Mittelfußknochen in Richtung des zweiten Mittelfußknochens verschoben (wo er auch ursprünglich gelegen hat) und der so verschobene Mittelfußknochen wird üblicherweise mit ein oder zwei Schrauben aus Titan fixiert, welche belassen und später nicht entfernt werden müssen.

Moderne Operationsverfahren

Bei Wahl des richtigen Operationsverfahrens - was einen erfahrenen Operateur voraussetzt – ist die Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs bei korrekt und in ausreichendem Maße durchgeführter Verschiebung des Mittelfußknochens im Rahmen der Operation als gering zu bezeichnen.

Eine verbleibende Durchblutungsstörung oder auch Schwellneigung der Fußregion kann durch eine schonende Operationstechnik vermieden werden. Die Möglichkeit einer entstehenden Infektion wird durch die Gabe eines Antibiotikums während der Operation minimiert.

Die Operation hinterlässt kleine unauffällige Narben. Die Narben am Fuß heilen normalerweise später gut als kaum noch sichtbarer kleiner weißer Strich ab. Bei unkompliziertem Verlauf ist mit einem stationären Aufenthalt von ca. zwei Tagen nach der Operation zu rechnen. Im Rahmen der Nachbehandlung ist das Tragen eines Spezialschuhwerkes, mit dem jedoch eine volle Belastbarkeit gegeben ist, von vier bis sechs Wochen zu rechnen. Im Zentrum der Nachbehandlung steht neben der regelmäßigen Kontrolle durch den Operateur eine früh einsetzende Krankengymnastik und Lymphdrainage, um eine vorübergehend bestehende Weichteilschwellung zügig abklingen zu lassen.

Sonderformen des Hallux

Hallux valgus interphalangeus

Liegt eine Abweichung der Großzehe nicht im Grund- sondern eher im Endgelenk vor, handelt es sich um einen sog. Hallux valgus interphalangeus, welcher ebenfalls einer operativen Korrektur bedarf.

Hallux rigidus

Hallux rigidus

Oft kommt es durch Druck der Großzehe auf die benachbarten kleinen Zehen zu Folgeveränderungen wie Hammerzeh- und Krallenzeh-Fehlstellung, welche dann zusammen mit der Korrektur der ersten Großzehe begradigt werden sollten. Beim sog. Hallux rigidus handelt es sich um eine schmerzhafte, meist im Rahmen einer Arthrose bestehenden Bewegungseinschränkung des Großzehengrundgelenkes. Hier kann oft ein gelenkerhaltender Eingriff (Arthroplastik) durchgeführt werden, ggf. ist aber auch ein sog. Oberflächenersatz mit einer Prothesenkappe oder aber die Versteifung (Arthrodese) des Großzehengrundgelenkes möglich.

Mit allen drei genannten Verfahren kann wieder eine sehr gute Funktionalität erreicht werden. Für ein individuelles Beratungsgespräch vereinbaren Sie einfach einen Termin mit einem der Experten von ProU, dem modernen Orthopädie-Zentrum am Flughafen München.

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Hier erhalten Sie weiterführende Informationen zu Vorfußoperationen

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