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PD Dr. med. Manfred Pfahler.

Praxisklinik PRO U

Interview mit Priv.-Doz. Dr. med. Manfred Pfahler 

Priv.-Doz. Dr. med. Manfred Pfahler ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Rheumatologie, Spezielle Orthopädische Chirurgie, Sportmedizin, Physikalische Therapie und Chirotherapie.

Dr. med. Manfred Pfahler wurde 1957 geboren und studierte Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Seit 2004 ist er Partner bei PRO U und Konsiliarius der Airport Clinic M sowie Leitender Oberarzt der Orthopädie des Klinikums Starnberg.

Beruflicher Werdegang

Nach seinem Medizinstudium arbeitete Dr. Pfahler im Bereich Chirurgie in Regensburg. Bald nahm er seine wissenschaftliche Laufbahn an der Orthopädischen Klinik an der Universität von Bonn auf. Diese und die orthopädische Weiterbildung führte er am Universitätsklinikum Großhadern fort. 1991 machte er seinen Facharzt für Orthopädie. Im Jahr 2000 folgte die Habilitation und Ernennung zum Privatdozenten und Lehrer für Orthopädie an der LMU München, Klinikum Großhadern, wo er zuletzt stellvertretender Leiter der Orthopädie war.

Sein Operationsspektrum umfasst Schulter- und Ellenbogenchirurgie, Wirbelsäulenchirurgie, Arthroskopische Operationen sowie die Endoprothetik aller Gelenke.

Dr. Pfahler ist die wissenschaftliche Leitfigur der Praxis. Neben seiner Lehrtätigkeit ist er im Vorstand der Deutschen Vereinigung für Schulter- und Ellenbogenchirurgie (DVSE). In seiner wissenschaftlichen Funktion ist er häufiger Gast bei nationalen und internationalen Kongressen.

Dr. Pfahler hat zahlreiche Fachartikel in Zeitschriften und als Buchbeiträge veröffentlicht und ist Mitglied bei Fachgesellschaften. Für seine Arbeiten wurde er mehrfach ausgezeichnet und für Wissenschaftspreise nominiert. Außerdem wurde er 2015 zum sechsten Mal hintereinander als Top Mediziner der Fachrichtung Orthopädie ausgezeichnet. Diese vom Focus initiierte Prämierung ist die größte Ärztebewertung Deutschlands. In sie fließen sowohl Empfehlungen von Patienten wie auch von Ärztekollegen mit ein.

Interview:

Herr Dr. Pfahler, weshalb wurden Sie Arzt mit der Fachrichtung Orthopädie?

Mein Interesse innerhalb der Medizin umfasste von jeher den ganzen Körper, und da erschien mir der Bewegungsapparat ideal. Im Focus der Orthopädie steht der gesamte Körper von Kopf bis Fuß. Erkrankungen und Verletzungen sind in der Regel gut behandelbar, das heißt der Faktor Helfen und Beseitigen von Erkrankungen und Verletzungen ist sehr hoch anzusetzen, was in anderen Fachrichtungen leider nicht immer der Fall ist. Ich denke da zum Beispiel an Ärzte, die sich mit Krebserkrankungen auseinander setzen müssen, was oftmals eine traurige Geschichte ist. Verletzungen oder Erkrankungen des Bewegungsapparats können ganzheitlich gut angegangen und therapiert werden. Hinzu kommt, dass man Handarbeit einbringen kann, also operativ tätig ist. Ein Orthopäde ist eben nicht nur der reine Chirurg, der operiert, sondern ein Arzt, der auch die nicht-operative Seite gut zu beleuchten versteht. Wenn es dann aber doch notwendig ist zu operieren, gibt es eine hohe Erfolgsquote. Dies waren meine Ausgangsüberlegungen, und mein besonderes Interesse hat sich im Laufe der Zeit in Richtung Schwerpunkt Schulter- und Ellenbogenchirurgie entwickelt. Meine Wahl macht mich nach wie vor sehr glücklich.

Wodurch zeichnet sich Ihrer Meinung nach ein guter Orthopäde aus?

Der gute Orthopäde weiß zu unterscheiden, welche Erkrankungen und/oder Verletzungen er konservativ behandeln kann und wann er operieren muss. Die Stärke des klassischen Orthopäden ist, dass er beide Seiten, also sowohl die konservative Therapie wie auch das operative Handwerk gelernt hat und sich mit beidem sehr gut auskennt. Patienten schätzen es sehr, wenn ein operativ tätiger Arzt nicht immer gleich operieren will, sondern sagt, wir können zunächst einmal konservativ behandeln. Es kann jedoch auch passieren, dass man zum Patienten sagen muss, dass in einer bestimmten Konstellation eben nur die Möglichkeit einer Operation bleibt. Der gute Orthopäde muss die Indikation zur Operation korrekt und zum richtigen Zeitpunkt stellen. Hier gleicht kein Patient dem anderen, jeder Fall muss individuell betrachtet werden.

Wie und weshalb kamen Sie zu PRO U?

Den Gründer von PRO U, Herrn Dr. Jessel, kenne ich seit langem, schon seit er unter mir mit ausgebildet wurde. Dr. Jessel hat die Praxis alleine gegründet. Damals hat ihn jeder belächelt und sich gefragt, wie man am Flughafen eine Praxis aufmachen kann. Die Leute wussten nicht, was er mit den Passagieren macht, und meinten, an einem Flughafen gäbe es ja nichts. Doch tatsächlich gleicht der Flughafen einer Stadt, es arbeiten knapp 30.000 Menschen hier und es gibt ein großes Umfeld. Ich selbst kam zu PRO U, als ich nach meinem langjährigen Job an der Uni noch einmal etwas Neues machen wollte. In dieser Situation bekam ich das Angebot, das Team zu verstärken, da sich die Praxis sehr gut entwickelt hat. Mit PRO U bot sich mir die Gelegenheit sowohl in der Praxis, also konservativ, und gleichzeitig operativ in der Airport Clinic M und im Klinikum Starnberg zu arbeiten. Nach über 15 Jahren an der Uni sah ich das noch einmal als große Aufgabe an.

Sie selbst haben den Begriff PRO U entwickelt, was bedeutet er genau und wofür steht er?

Tatsächlich hat dieser Begriff sogar eine doppelte Bedeutung: Aus dem Englischen übersetzt bedeutet PRO U „für dich“. Damit möchten wir das Motto der Praxis zum Ausdruck bringen, für jemanden, sprich für die Patienten, da zu sein. Doch gleichzeitig sind es auch die Initialen aus dem Begriff „Praxisklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie“. Wir haben uns den Begriff PRO U schützen lassen, jedoch nicht promotet und überlassen es den Patienten, ob Sie in PRO U unser Motto sehen oder den Namen als Bezeichnung für die Praxisklinik verstehen.

Wie schaffen Sie es, Praxis und Lehrtätigkeit bzw. wissenschaftliche Arbeit zu vereinbaren, auch rein zeitlich?

Das ist wirklich extrem schwierig. Es ist letztlich eine Einteilungssache, die sich in den letzten Jahren ganz gut entwickelt hat. Irgendwie gelingt es dann doch, das alles unter einen Hut zu bringen. Allerdings findet die Wissenschaft mittlerweile in der Freizeit statt, also vorwiegend am Abend und am Wochenende.

Was macht Sie besonders stolz?

In meiner Tätigkeit als Orthopäde gibt es immer wieder tolle Highlights. Eine Patientin zum Beispiel hat mittlerweile sechs Endoprothesen von mir, das heißt beide Schultern, beide Hüften und beide Knie! Sie schickt mir jedes Jahr eine Karte und schreibt, wie glücklich sie ist und wie gut sie mit den Kunstgelenken leben kann. Das freut einen schon wirklich sehr.

Gibt es Grenzen der Orthopädie?

Leider ja! Es gibt Patienten, die unter Umständen schon mehrfach voroperiert sind und bei denen sowohl die konservativen wie auch die operativen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Manche dieser Patienten kommen auch von Kollegen zu einer abschließenden Meinung zu PRO U. In der heutigen Zeit, in der alles möglich erscheint, fällt es einem Patienten schwer einzusehen, dass die Therapiemöglichkeiten erschöpft sind. Aber es gibt Fälle, bei denen man sagen muss, da ist jetzt einfach Ende. Und das tut einem schon sehr leid. Letztlich hat dieser Patient ein chronisches Schmerzbild, und uns bleibt eigentlich nur, ihn in eine gute Schmerztherapie reinzubringen. Das sind die Dinge, die einem schon sehr an die Nieren gehen, aber manchmal geht halt nichts mehr, und auch das müssen wir dann akzeptieren.

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