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Psychose nach Coronavirus-Infektion: Ärzte beobachten unheilvolle Folge von Covid-19

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Von: Juliane Gutmann

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Auch psychische Störungen wie depressive Verstimmungen können ein Anzeichen für Covid-19 sein.
Auch psychische Störungen wie depressive Verstimmungen können ein Anzeichen für Covid-19 sein. © picture-alliance / dpa/dpaweb/Uwe Zucchi

Bei einer Infektion mit Coronaviren kann die Lunge großen Schaden nehmen. Doch auch die psychische Gesundheit ist gefährdet: Ängste bis Psychosen wurden beobachtet.

Wo Mediziner anfangs wenige Daten über die neuartige Krankheit Covid-19 gesammelt hatten, werden es immer mehr Studien, die detaillierte Erkenntnisse über die Erkrankung liefern. Das kommt vor allem dem Behandlungserfolg zugute. Denn je besser der Verlauf und die Ursache einer Krankheit erforscht sind, desto besser stehen die Chancen, wirksame Medikamente zu entwickeln.

Eine neue Studie fördert nun eine Auswirkung von Coronavirus-Infektionen zu Tage, die die Psyche betrifft. So belegten britische Forscher in einer Studie, dass Covid-19 folgende psychische Beschwerden zur Folge haben kann:

Die Forscher beobachteten diese Symptome nicht nur in der akuten Phase von Covid-19: Auch in der Erholungsphase hätten Patienten mit ihnen zu kämpfen. Einige von den Betroffenen litten sogar langfristig unter einer posttraumatischen Belastungsstörung.

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Bei psychischen Beschwerden auch Coronavirus-Infektion in Erwägung ziehen

In ihrer Studie hatte ein Team um Benedict Michael von der Universität Liverpool die Datensätze von 153 Covid-19-Patienten ausgewertet. Bei 39 der 125 Betroffenen (31 Prozent) wurden psychiatrische Veränderungen dokumentiert, wie das Ärzteblatt zitiert. So wurden bei 23 Patienten (59 Prozent) Veränderungen des mentalen Zustands beobachtet, die die Kriterien einer psychiatrischen Diagnose erfüllten. Zehn Patienten hatte eine neu einsetzende Psychose entwickelt, bei sechs Personen waren demenzähnliche Störungen beobachtet worden und vier Patienten zeigten eine affektive Störung, zu welcher auch bipolare Störungen zählen, die durch einen Wechsel von Depression und Manie gekennzeichnet sind.

Die Studie wäre zwar nicht repräsentativ genug, um genaue Angaben zur Häufigkeit derartiger Symptome zu machen. doch der Studienautor Benedict Michael und sein Team geben zu Bedenken, dass Mediziner bei psychiatrischen Symptomen eines Patienten während der aktuellen Coronavirus-Pandemie auch eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 in Erwägung ziehen sollten. (jg) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Zur Studie

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