Krankenkassen Report

So unterschiedlich erkranken Bayerns Männer und Frauen

München - Der neue Report der Krankenkasse DAK zeigt: Frauen und Männer in Bayern leiden an unterschiedlichen Krankheiten. Welche das sind und warum das so ist, erfahren Sie hier.

Bei Frauen und Männern in Bayern unterscheiden sich die Gründe für Krankmeldungen laut einer Erhebung der Krankenkasse DAK teilweise erheblich. Männer leiden häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Frauen erkranken öfter an Krebs, teilte die Krankenkasse am Donnerstag mit. Grund sei das teils frühe Auftreten von Brustkrebs. Prostatakrebs als häufigste Krebsform bei Männern entwickele sich hingegen meist erst in höherem Alter. Der Krankenstand der Frauen lag 2015 im Freistaat bei 3,7 Prozent, bei Männern betrug er 3,5 Prozent.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml rief mit Blick auf Krebs-Erkrankungen dazu auf, Angebote zu Vorsorge-Untersuchungen wahrzunehmen. „Je früher der Krebs diagnostiziert wird, desto höher sind auch die Heilungschancen“, erklärte die CSU-Politikerin in München.

Männer sind doppelt so häufig alkoholkrank

Laut DAK haben Männer auch mehr Fehltage wegen Verletzungen und sind mehr als doppelt so oft von psychischen Folgen eines Alkoholmissbrauchs betroffen. Frauen melden sich hingegen öfter wegen psychischer Erkrankungen wie Depressionen krank. Zudem spielen Komplikationen während der Schwangerschaft eine Rolle. Frauen fehlen auch häufiger als Männer wegen eines kranken Kindes. Männer gehen seltener zum Arzt, Frauen schleppen sich dafür auch eher einmal krank in die Arbeit.

„Der viel zitierte kleine Unterschied zwischen Frauen und Männern ist größer als gedacht“, sagte DAK-Landeschef Gottfried Prehofer. Bei den Fehlzeiten im Job und auch beim Diagnosespektrum gebe es deutliche Unterschiede. „Diese Differenzen sind kein spezifisches Phänomen der berufstätigen DAK-Versicherten im Freistaat. Auch die Statistik des Bundesministeriums für Gesundheit weist dies aus.“

Insgesamt erreichte der Krankenstand bei den DAK-Versicherten in Bayern 2015 mit 3,6 Prozent den höchsten Wert seit 16 Jahren. Er lag aber erneut unter dem Bundesschnitt (4,1 Prozent). Krankschreibungen wegen psychischer Leiden nahmen weiter zu und belegten mit einem Anteil von 15 Prozent den dritten Platz.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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