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Noch besser als reparieren ist vorbeugen: Ergänzend zur Zahnbürste sollte man abends auch Zahnseide einsetzen, rät Experte Prof. Reinhard Hickel, Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. Sinnvoll seien auch fluoridhaltige Spülungen.

Tag der Zahngesundheit

Rettung für kranke Zähne

Reparieren ist besser als ersetzen – das gilt auch für die Zähne. Doch worauf kommt es bei Füllungen an? Und wie kann man Karies vorbeugen? Ein Experte klärt auf.

Wer Zahnschmerzen hat, sollte schnell zum Arzt gehen: Ursache der Beschwerden ist meist Karies, auch Zahnfäule genannt. "Um diese aufzuhalten, muss der Zahn behandelt werden", sagt Prof. Reinhard Hickel, Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und Dekan der medizinischen Fakultät.

Was genau passiert eigentlich bei Karies?

Es kommt zu einer Entmineralisierung der Zahnhartsubstanz, zu der der Zahnschmelz und das Zahnbein (Dentin) gehören. Dabei werden Mineralsalze aus dem Zahn gelöst – er verliert dadurch an Härte und Widerstandsfähigkeit. In der Folge wird auch das organische Gerüst, das Kollagen, aufgelöst. "Wenn der Zahn dann nicht rechtzeitig behandelt wird, geht er ganz kaputt", sagt Hickel. Vor allem Säuren greifen die Zähne an und führen zur Entmineralisierung. Sie können in Speisen und Getränken enthalten sein. Aber sie entstehen vor allem am Zahn, wenn Bakterien Zucker und andere Kohlenhydrate in den Speiseresten zu Milchsäure vergären. Diese greift die Zähne an.

Wichtig zu wissen: Bei jedem Menschen gibt es täglich Phasen der Entmineralisierung – aber auch der Remineralisierung. Dabei lagern sich Mineralien dann wieder in den Zahnschmelz ein. Kleinste Schäden darin reparieren sich so von selbst. "So lang die Zeiten der Entmineralisierung kurz und umgekehrt die der Remineralisierung lang genug sind, kommt es nicht zur Entstehung der Karies."

Was hilft Zähnen bei der Selbstreparatur?

Je weniger oft die Säureangriffe sind, desto besser für die Zähne. Der Zuckeranteil in der Ernährung sollte daher gering sein. "Man kann hin und wieder Süßes essen, aber anschließend sollte man die Zähne reinigen", rät Hickel. Wichtig: Wer häufig zwischendurch isst, verkürzt die Zeit, in denen sich die Zähne remineralisieren können. "Es empfehlen sich daher weniger Mahlzeiten pro Tag und keine Snacks", sagt der Experte. Sehr wichtig für die Remineralisierung ist der Speichel. Er enthält Mineralien wie Kalzium und Phosphate. Entkalkter Zahnschmelz wird durch die Einlagerung von Kalziumphosphat wieder gehärtet.

Menschen, die an Mundtrockenheit leiden, haben daher ein besonders großes Kariesrisiko. Betroffen sind etwa Diabetiker und Patienten, die Medikamente einnehmen müssen, die den Speichelfluss reduzieren. "Sie sollten bei höherem Risiko öfters Zähne putzen."

Wie kann man Karies noch vorbeugen?

Die Backenzähne mit ihren zerklüfteten Kauflächen (Fissuren) sind besonders gefährdet, da sie schwer zu reinigen sind. Bei Kindern tritt diese "Fissurenkaries" gehäuft auf. Eine Versiegelung der Fissuren kann das Kariesrisiko erheblich vermindern. Bei Erwachsenen kommt es vorwiegend an den Seitenflächen der Zähne zu Karies. Daher sollte man nach dem Zähneputzen auch die Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder einer Interdentalzahnbürste reinigen – am besten jeden Abend, da in der Nacht die Speichelproduktion etwas reduziert ist und damit das Risiko der Entmineralisierung steigt.

Bei älteren Menschen sind dann vor allem die Zahnhälse von Karies betroffen. Denn im Laufe des Lebens zieht sich das Zahnfleisch etwas zurück. An freiliegenden Zahnhälsen und -wurzeln kommt es besonders schnell zu Karies (Wurzelkaries). Hickel empfiehlt Älteren daher, ergänzend zu einer guten Mundhygiene Spülungen mit Fluorid oder antibakteriellen Mitteln zu nutzen.

Ist bei Karies immer eine Füllung nötig?

"Nicht, wenn nur die äußere Schicht des Zahnschmelzes betroffen ist", sagt Hickel. "Wir sprechen dann von Initialkaries." In solchen Fällen empfiehlt er eine intensivierte Mundhygiene. Nach dem Zähneputzen sollte man eine fluoridhaltige Spülung verwenden. Das fördere die Remineralisierung – der Bohrer bleibt aus. Ist der Schaden am Zahn tiefer, hat die Karies den Zahnschmelz bereits vollständig durchdrungen und das Dentin erreicht, kann man diese entmineralisierte, mit Poren durchsetzte Substanz mit einem Kunststoffmaterial versiegeln. Mit dieser Infiltrationsmethode sei es möglich, das Fortschreiten der Karies ohne Bohrer zu stoppen.

Ist auch das Zahnbein stärker betroffen, kommt man um den Bohrer nicht herum. "Die erkrankte Zahnsubstanz muss zuerst entfernt werden", sagt Hickel. Der Zahnarzt achtet aber heute darauf, möglichst viel zu erhalten. Der entstandene Hohlraum wird dann mit einer Füllung verschlossen und die Funktion wiederhergestellt.

Welche Füllung eignet sich wofür am besten?

"Bei Frontzähnen verwendet man heute fast ausschließlich Füllungen aus Kompositkunststoff", sagt Hickel. Das Material wird dabei in mehreren Schichten aufgetragen. Für die Seitenzähne gebe es mehrere Optionen. "Jahrzehntelang war Amalgam der Standard", sagt Hickel. "Heute sind Füllungen aus Komposit-Kunststoff am häufigsten." Bei kleineren Defekten nutzt man gelegentlich Glasionomerzemente. Bei größeren Schäden an Seitenzähnen kommen auch Einlagefüllungen (Inlays) oder Teilkronen aus Gold oder Keramik zum Einsatz. Diese werden in der Regel im Zahnlabor, teils auch digital computergestützt, angefertigt und mit einem speziellen Zement oder Kunststoff am Zahn befestigt.

Welche Vor- und Nachteile haben die verschiedenen Materialien?

Neun von zehn Patienten entscheiden sich heute im Seitenzahnbereich für eine Füllung aus Kunststoff – obwohl gesetzlich Versicherte in der Regel die Mehrkosten selbst bezahlen müssen. Die Beliebtheit liegt unter anderem an der Farbe der Füllung: Sie ist im Gegensatz zum silber- bis schwarzgrauen Amalgam unauffällig zahnfarben. Das gilt auch für Inlays und Teilkronen aus Keramik. "Solche Füllungen halten auch sehr gut." Nur: Sehr starken Druckbelastungen, wenn man etwa auf einen Kirschkern beißt, halten sie manchmal nicht stand und brechen. Hinzu kommen vergleichsweise hohe Kosten. Am längsten halten Gold-Inlays.

Sind Amalgamfüllungen wirklich so gefährlich?

Amalgam ist eine Legierung, die neben Silber, Zinn und etwas Kupfer auch Quecksilber enthält – und dieses macht vielen Patienten Angst. In Deutschland wird Amalgam heute nur noch bei etwa acht Prozent der Füllungen verwendet. "Die EU hat in diesem Jahr eine Empfehlung zu Quecksilber verabschiedet, in der Dentalamalgam in den nächsten Jahren schrittweise bis 2030 ganz zurückgefahren werden soll."

Doch wie schädlich ist es wirklich? "Zahlreiche wissenschaftlich fundierte Untersuchungen konnten keine gesundheitsschädliche Nebenwirkung von Amalgam nachweisen", sagt Hickel. Eine derartige Studie ist zum Beispiel auch von der LMU München und der Technischen Universität (TU) München in Zusammenarbeit mit ganzheitlichen Zahnärzten durchgeführt worden. Das Ergebnis: "Amalgam hat keine bedenkliche Nebenwirkung. Es gab auch keine signifikante Verbesserung von Beschwerden nach der Entfernung", sagt Hickel.

Die Quecksilber-Belastung durch regelmäßiges Essen von Seefisch ist höher als die durch eine Amalgam-Füllung. "Für beschwerdefreie Patienten mit intakter Amalgam-Füllung gibt es also keinen Grund diese auszutauschen". Der Zahnarzt ist verpflichtet, vor dem Legen einer neuen Füllung den Patienten genau aufzuklären. Derzeit werden verstärkt neue Materialien entwickelt, die Amalgam einmal komplett ersetzen sollen.

Wann ist eine Wurzelkanalbehandlung sinnvoll?

Immer dann, wenn der Zahnnerv irreversibel entzündet, eitrig oder abgestorben ist. Mit einer Wurzelbehandlung könne man den betroffenen Zahn meist noch retten. Mit speziellen Instrumenten entfernt der Zahnarzt entzündetes oder abgestorbenes Gewebe sowie Bakterien aus den Wurzelkanälen. Diese werden entkeimt, der Patient muss dazu gegebenenfalls mehrmals zum Zahnarzt. Zum Schluss werden die Wurzelkanäle mit Füllmaterial verschlossen. Heute können viele Zähne erhalten werden, die früher gezogen werden mussten.

Von Neda Caktas

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