+
Regelmäßige Arztbesuche sind für Rheumatiker wichtig. Foto: Marijan Murat/dpa

Herzinfarkt vorbeugen

Rheumatiker sollten regelmäßig ihr Herz untersuchen lassen

Menschen mit Rheuma kümmern sich häufig in erster Linie um ihre Gelenke und darum, ihre Schmerzen in den Griff zu bekommen. Sie haben jedoch auch ein erhöhtes Risiko, zum Beispiel einen Herzinfarkt zu erleiden. Dagegen können und sollten sie vor allem selbst etwas tun.

Berlin (dpa/tmn) - Rheumatiker haben ein deutlich höheres Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben. Alle fünf Jahre sollte ihr Risiko vom behandelnden Arzt erfasst werden. Darauf weist Prof. Matthias Schneider, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh), hin.

Bei Menschen mit Rheuma können Entzündungsprozesse im Körper auch das Herz-Kreislauf-System belasten. Manchmal ist auch das Herz selbst von der Erkrankung betroffen. Bekommt der Patient dauerhaft ein hoch dosiertes Cortison-Präparat, erhöht dies laut der DGRh das Risiko zum Beispiel für einen Herzinfarkt zusätzlich. "Es ist deshalb wichtig, dass Cortison möglichst nicht auf Dauer in Dosen von mehr als sieben bis acht Milligramm Prednison verabreicht wird", betont Schneider.

Bei Patienten, deren Erkrankung nicht so leicht in den Griff zu bekommen ist, hätten sogenannte TNF-Blocker eine positive Auswirkung auf das Herz-Kreislauf-System. Laut einer schwedischen Studie hatten Patienten mit Rheumatoider Arthritis, bei denen diese Medikamente gut wirkten, kein erhöhtes Risiko für Herzkreislauf-Erkrankungen mehr.

Neben der richtigen Medikation schützt jedoch ein gesunder Lebensstil das Herz am besten. "Für Rheumatiker gilt eigentlich das gleiche wie für gesunde Menschen", sagt Schneider: Sie sollten nicht rauchen, sich viel bewegen und mit gesunder Mittelmeerkost ernähren - also viel Gemüse, Obst, Fisch und pflanzliche Öle zu sich nehmen. Leider verlören Ärzte und Patienten dies angesichts der Erkrankung manchmal aus den Augen, kritisiert Schneider.

Der behandelnde Rheumatologe sollte der DGRh zufolge alle fünf Jahre den Lipidstoffwechsel mithilfe einer Blutabnahme kontrollieren, den Blutdruck messen und einen Standard-Fragenkatalog zum Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung abarbeiten. So lassen sich einzelne Risiko-Faktoren früh erkennen - und behandeln.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ständig Migräne? So beugen Sie den Attacken endlich vor
Leiden Sie auch an Migräne-Attacken? Ob Wetter, zu viel Alkohol oder Stress – es gibt viele Faktoren, die sie auslösen. Doch mit diesen Tipps bleiben Sie ruhig.
Ständig Migräne? So beugen Sie den Attacken endlich vor
Ekelhaft: Raten Sie mal, was sich diese Frau ins Gesicht schmiert
Sie ist jung, hübsch und Beauty-Bloggerin: Doch Tracy Kiss hat mit Rosazea zu kämpfen. Ihr Wundermittel dagegen ist alles andere als gewöhnlich.
Ekelhaft: Raten Sie mal, was sich diese Frau ins Gesicht schmiert
Von Light-Zigarette bis Heat Stick: Geht "gesünder" rauchen?
E-Zigaretten & Co. versprechen weniger gesundheitsschädlich zu sein als herkömmliche Zigaretten. Unbedenklich sind sie Experten zufolge aber ganz und gar nicht.
Von Light-Zigarette bis Heat Stick: Geht "gesünder" rauchen?
Bei Kindern mit Schuppenflechte Blutdruck kontrollieren
Eltern aufgepasst: Wenn Kinder oder Jugendliche an Schuppenflechte leiden, liegt bei ihnen gleichzeitig ein erhöhtes Risiko für andere Krankheiten vor. Daher sollten …
Bei Kindern mit Schuppenflechte Blutdruck kontrollieren

Kommentare