+
Meditieren hilft, Stress abzubauen. Foto: Gero Breloer/dpa

Fokus für den Geist

Die richtige Meditationstechnik finden

Stress abbauen, Ruhe und zu sich selbst finden: Das erwarten sich Menschen von einer Meditation. Wer noch ganz am Anfang steht, sollte sich von den vielen Techniken nicht entmutigen lassen. Für sie gibt es hier einen kleinen Ratgeber.

Chemnitz (dpa/tmn) - Yoga, Zen, Vipassana - immer mehr Meditationsansätze aus dem fernöstlichen Raum werden auch in Deutschland angeboten. Wer mit dem Meditieren beginnen möchte, fragt sich vielleicht, welche Technik für ihn die richtige ist.

Obwohl Meditation traditionell immer einen spirituellen Ursprung hat, gibt es mittlerweile auch Ansätze wie das Achtsamkeitskonzept MBSR, die ohne Spiritualität auskommen. "Für Menschen, die nicht spirituell sind oder werden wollen, ist das als Einstieg gut geeignet", erklärt Prof. Peter Sedlmeier, der ein Buch über die wissenschaftlichen Grundlagen von Meditation geschrieben hat.

Er habe allerdings beobachtet, dass sich manche Menschen, die schon länger meditieren, schließlich doch auf eine Art Sinnsuche begeben. Grundsätzlich funktioniere Meditation aber auch ohne spirituellen Kontext. Bei der Achtsamkeitsmeditation lenkt der Meditierende die Aufmerksamkeit auf sich selbst.

Bei Menschen, die ängstlich sind oder eine Depression haben, könne das die psychischen Probleme unter Umständen verstärken. Außerdem falle es solchen Menschen schwerer, diese Technik zu erlernen, erklärt Sedlmeier. In dem Fall könnte eine Mantra-Meditation besser geeignet sein. Dabei wird eine Silbe innerlich sehr oft wiederholt.

Wer gesund ist, sollte dem Psychologen zufolge am besten mehrere Konzepte ausprobieren und schauen, mit welchem man sich wohlfühlt. Spirituell begründete Techniken unterscheiden sich etwa durch die Zielsetzung. "Letztlich geht es immer um eine Bewusstseinserweiterung", erklärt Sedlmeier.

Während aber hinduistische Konzepte wie Yoga darauf abzielen, die Gedankentätigkeit zum Stillstand zu bringen, um das wahre Selbst zu erkennen, glauben Buddhisten nicht, dass es so etwas gibt. Bei der buddhistischen Meditation soll der Mensch unter anderem erkennen, dass nichts von Dauer ist.

Literatur:

Peter Sedlmeier: Die Kraft der Meditation. Was die Wissenschaft darüber weiß, rowohlt Polaris, 272 Seiten, 16,99 Euro, ISBN-13: 9783499631504

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Sekundenentspannung hält die Konzentration aufrecht
Pausen sind wichtig, wenn man viel Denkarbeit am Stück vollbringen muss. Wer für längere Unterbrechungen keine Zeit hat, kann es mit Sekundenentspannung probieren. Doch …
Sekundenentspannung hält die Konzentration aufrecht
Mehr Bewegung in den Alltag bringen
Mit dem Auto zur Arbeit fahren, acht Stunden am Schreibtisch sitzen und den Feierabend gemütlich bei einem Glas Wein auf dem Sofa ausklingen lassen - bei so einem …
Mehr Bewegung in den Alltag bringen
Perfektionismus - Wann aus einer Tugend eine Störung wird
Alles immer gut und richtig machen zu wollen, scheint erstmal eine gute Eigenschaft zu sein. Vor allem Arbeitgeber schätzen Perfektionisten. Die stehen sich aber …
Perfektionismus - Wann aus einer Tugend eine Störung wird
Zeig mir deinen Hals - und ich sage dir, ob ein Herzinfarkt droht
Wussten Sie, dass Ihr Halsumfang mehr über sie aussagt, als sie denken? Wie Forscher nun herausfanden, kann er sogar das eigene Herzinfarktrisiko vorhersagen.
Zeig mir deinen Hals - und ich sage dir, ob ein Herzinfarkt droht

Kommentare