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Bilder des Gehirns vom europaweit stärksten Kernspintomographen.

An der richtigen Behandlung müssen viele mitwirken

Teil 2 unserer Gesundheitssprechstunde zum Thema Epilepsie.

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Weiter wurde an den Arzt die Frage gerichtet, inwieweit Einschränkungen für das Führen von PKW im öffentlichen Verkehr bestehen.

Nach der gegenwärtigen Regelung dürfen Patienten bei einer nicht lange bestehenden Epilepsie, bei der das Rückfallrisiko gering ist, für ein Jahr nach dem letzten Anfall keinen PKW im öffentlichen Verkehr führen. Bei unklaren, langwierigen Fällen oder komplizierten Epilepsien herrscht ein zweijähriges Fahrverbot von dem letzten Anfall an gerechnet. Danach müssen die Patienten regelmäßig in neurologischer Behandlung sein, um auch unter der Medikamenteneinnahme weiterhin einen Pkw führen zu dürfen.

Eine weitere Frage war, ob direkt nach dem ersten Anfall gleich die Diagnose einer Epilepsie gestellt werde.

Dr. Bösebeck antwortet, dass dies nicht der Fall sei. Wenn die Befunde im EEG und in der Computertomographie unauffällig sind, werde man nach einem isolierten Anfall noch keine Diagnose Epilepsie stellen. Erst nach dem zweiten Anfall oder bei krankhaften Befunden im CT oder im EEG kann die Diagnose Epilepsie gestellt und die Behandlung aufgenommen werden.

Eine Anruferin aus Sottrum nimmt seit mehreren Jahren Tegretal und ist seit acht Jahren anfallsfrei. Die Frage war: Soll sie das Medikament absetzen, oder nicht? Sie wird durch einen Hausarzt und einen Neurologen behandelt.

Ihr wird vorgeschlagen, beide Ärzte zu bitten, das gemeinsam durchzusprechen, auch zu erörtern, was passiert, wenn durch eine eventuelle Absetzung der Medikamente wieder Anfälle auftauchen. Es sei eine gemeinsame Entscheidung des Neurologen und der Betroffenen.

Frau S., 55. Jahre, hat seit 14 Jahren Epilepsie und ist zurzeit anfallsfrei. Der Apotheker will ihr ein anderes Medikament mit dem gleichen Wirkstoff geben. Das sei billiger. Sie hat allerdings Angst, dass sie wieder Anfälle bekommt.

Frau Münzer sagt dazu: Beide Medikamente haben den gleichen Wirkstoff und unterscheiden sich nur in den Hilfsstoffen. Bei vielen Medikamenten wie Kopfschmerztabletten spielt das keine Rolle. Bei Arzneimitteln für die Behandlung von Epilepsie ist dies anders. Es sei wichtig, dass man immer das gleiche Medikament vom gleichen Hersteller einnimmt.

Auch Frau Münzer gibt hier den Tipp: Wenn der Arzt auf dem Rezept das Kästchen „out idem“ ankreuzt, muss der Apotheker das Medikament, das auf dem Rezept steht, ausgeben.

Seltener Fall einer Myoklonus Dystonie

Mit dem seltenen Fall einer Myoklonus Dystonie wurde Dr. Bösebeck konfrontiert. Die aus der Literatur bekannten Fälle, so der Arzt aus Rotenburg, konnten in einigen Fällen genetisch zugeordnet werden und eine erbliche Komponente ist wohl als wahrscheinlich anzunehmen.

Levetiracetam (Keppra) werde bei Erwachsenen heute häufig bei Myoklonus-Epilepsien eingesetzt. Diese Myoklonieerkrankung gehört aber zu der Gruppe, bei der die Anfälle in der Großhirnrinde generiert werden, dies sei bei der Myoklonus Dystonie aber vermutlich nicht der Fall.

Keppra habe sich hier eher als wenig hilfreich erwiesen, wenngleich ein Behandlungsversuch sinnvoll sei. Als Mittel der „ersten Wahl“ (wenn auch nur mit beschränktem Erfolg) hätten sich Medikamente der Benzodiazepingruppe (z.B. Valium, Rivotril) erwiesen. Allerdings hätten diese Medikamente fast immer eine Müdigkeit (und im Verlauf auch eine Abhängigkeit) als Nebenwirkung.

An Frau Dr. Hackenberg richtete sich die Frage, wie Epilepsie entstehe und warum man diese bekomme.

Die Antwort ist, dass die genaue Ursache häufig nicht zu ermitteln sei. Die Krampfanfälle entstünden durch eine Funktionsstörung des Gehirns, die zur Folge hat, dass Nervenzellgruppen gleichzeitig arbeiten, was einzelne Regionen oder auch das ganze Gehirn betreffen könne. Ob Epilepsie eine Entwicklungsstörung auslösen könne, wurde noch gefragt. Möglich sei dies. Eher sei aber davon zu sprechen, dass eine Schädigung des Gehirns zu einer Entwicklungsstörung und einer Epilepsie führe.

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