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250 Bewohner leben in dem Mehrgenerationenhaus in Riem.

Mehrgenerationenhaus in Riem

Die größte WG der Stadt

250 Bewohner leben in dem Mehrgenerationenhaus in Riem – darunter Rentner Peter L. mit Ehefrau Susanne. Das Paar hat sich bewusst für diese Wohnform im Alter entschieden.

Schon wieder läutet es an der Tür. Die Zwillinge Anouk und Muriel (6) stürmen ins Wohnzimmer, gefolgt von Schwester Emily (9). „Spielen wir was?“, tönt es dreifach. Von wegen Ruhe im Ruhestand: Rentner Peter Lyko (72) und seine Frau Susanne (57) leben in der größten WG der Stadt. Das Paar hat sich bewusst für diese Wohnform im Alter entschieden. Vor drei Jahren zogen sie in die 102-Quadratmeter-Wohnung im Mehrgenerationenhaus in Riem.

Rentner Peter Lyko (r.) mit Ehefrau Susanne (l.), Nachbarin Kornelia Werner (Mitte) und deren Töchtern Anouk (v. l.), Muriel und Emily

„Wir mussten raus aus meiner alten Dienstwohnung und suchten ein Eigenheim für den Ruhestand“, sagt Peter Lyko, der lange als Diakon tätig war. „Finanziell war aber nie das Richtige dabei.“ Auf einer Info-Veranstaltung hören sie von dem Wohnprojekt in Riem: „Das Konzept hat uns gleich zugesagt.“ Denn hier leben die Menschen nicht nebeneinander, sondern miteinander. Alt und Jung, Babys und Rentner, Singles und Familien. Die Siedlung ist ein Projekt der wagnis eG, einer jungen Münchner Baugenossenschaft.

Gemeinsamkeit wird bei wagnis groß geschrieben: Die Älteren passen auf die Kleinen auf, üben Diktate oder spielen. Perfekt gerade für junge Familien – irgendwer springt immer als Babysitter ein. Dafür helfen die Jüngeren mal im Haushalt oder erledigen Einkäufe. Gerade ist Nachbarin Kornelia Werner (39) mit ihren drei Töchtern zum Kaffeeklatsch da: „Wir machen viel spontan zusammen. Diese Gemeinschaft ist uns allen wichtig.“ Susanne und Peter Lyko haben im Wohnzimmer einen ganzen Schrank voll Spielsachen für die Nachbarskinder: „Wir passen so gerne auf die Kleinen auf – das bringt Leben in die Bude.“ Jeder kümmert sich um jeden. „Noch sind wir fit“, sagt der Rentner. „Aber man wüsste: Hier wäre immer jemand da.“

In der Anlage gibt es ein Café, eine Bibliothek und einen Veranstaltungsraum, in dem Projektgruppen Yoga, Chor oder Zumba anbieten. Peter Lyko ist Mitglied im Aufsichtsrat der Genossenschaft. Ehefrau Susanne betreut den Gemeinschaftsraum. „Wir wollten eigentlich ein bisserl mehr Ruhe im Alter“, witzelt Susanne Lyko. „Aber so wird es eben nie langweilig. Früher haben wir von unseren Nachbarn nichts gewusst, jeder hat anonym vor sich hingelebt. Ich frage mich heute, wie wir das so lange ausgehalten haben.“

CS

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Alt und Jung unter einem Dach

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