Risiko Schlaganfall - das sind die Alarmzeichen

München - Dramatische Zahlen aus Deutschland: Alle drei Minuten erleidet ein Mensch einen Schlaganfall, alle neun Minuten stirbt ein Opfer an den Folgen. Welche Risikofaktoren für einen Schlaganfall gibt es und was sind die ersten Anzeichen?

Eine verblüffende Entdeckung von Münchner Forschern könnte jetzt aber große Fortschritte bei der Behandlung von Patienten bringen. Worum es genau geht, zeigen wir Ihnen auf dieser Seite. Außerdem nennen wir Risikofaktoren für einen Schlaganfall – und erklären, wie Sie gegensteuern können.

Hoffnung für die Patienten

Es klingt eigentlich zu simpel, um wahr zu sein: Wer in den Tagen nach einem Schlaganfall seine Beine übereinander schlagen kann, hat deutlich bessere Überlebens- und Erholungs-Chancen! Diese verblüffenden Erkenntnisse veröffentlicht Dr. Dr. Berend Feddersen von der Klinik für Neurologie der LMU im Rahmen einer Pilotstudie.

Die Entdeckung machte der 37-Jährige zufällig: Auf der Intensivstation im Klinikum Großhadern beobachteten Ärzte, dass manche Patienten, noch im Koma liegend, spontan ihre Beine im Krankenbett kreuzten. Für die Studie bildeten die Münchener Ärzte zwei Gruppen: jeweils 34 Patienten aus spontanen „Bein-Kreuzern“ und denen, die das nicht taten. Das Ergebnis: Bei den „Bein-Kreuzern“ starb im Beobachtungszeitraum von einem Jahr nur ein Patient, in der Vergleichsgruppe hingegen 18 Menschen! Die „Bein-Kreuzer“ hatten nach der Entlassung aus der Klinik zudem weniger Sprach- oder Bewegungsstörungen. Die positiven Effekte waren jedoch nur zu sehen, wenn das Kreuzen der Beine in den ersten 15 Tagen nach dem Schlaganfall auftrat. „Die Aussagekraft unserer Studie ist wirklich hochsignifikant und könnte Patienten schneller zurück ins Leben helfen“, sagt Dr. Feddersen.

Bisher mussten Mediziner für Prognosen zur Rehabilitation von Schlaganfallpatienten aufwändige Technik und Berechnungsverfahren benutzen. Durch die Ergebnisse der Pilotstudie könnte das bald einfacher werden. Ärzte könnten mit dem „Bein-Kreuz“-Trick künftig leichter herausfinden, welche Patienten noch früher mit der Reha beginnen dürfen und mit bestimmten Übungen belastet werden können. „Wir verfolgen diesen neuen Ansatz weiter und wollen die neue Methode noch einmal intensiv mit den etablierten Prognoseverfahren vergleichen“, so der Mediziner.

Das sind die Alarmzeichen

„War ja nix – zum Arzt gehen lohnt sich nicht“: Erste Vorboten und Anzeichen auf einen Schlaganfall nehmen viele oft nicht ernst. Neurologe Dr. Dr. Feddersen erklärt, wie Sie Schlaganfallsymptome erkennen und wie Sie vorbeugen können:

Erste Anzeichen können Lähmungen und ein Schwächegefühl in Armen und Beinen sein. Häufig treten sie gemeinsam mit einem Taubheitsgefühl auf. Größere Symptome sind einseitige Lähmungen am Körper, gepaart mit Einknicken oder Hinfallen. Störungen an den Augen kombiniert mit verschwommenem Sehen oder Doppelbildern sind ebenfalls Vorboten für einen Schlaganfall. Vereinzelt kann es auch zu Hörproblemen kommen. Schlaganfälle kündigen sich oft auch durch Sprachstörungen an. Wenn diese Symptome auftreten, heißt’s: keine Zeit verlieren – jede Minute zählt! Feddersen: „Sobald Sie eine solche Lähmung oder Störung spüren, auch wenn sie nur kurz auftritt, muss ein Kardiologe Sie untersuchen!“ Die ersten drei Stunden sind entscheidend: Ein Blutgerinsel im Gehirn kann in dieser Zeit durch Medikamente aufgelöst werden!

- Vorsorge ist das A und O: Laut Feddersen ist der Gang zur Vorsorgeuntersuchung mindestens einmal pro Jahr von immenser Bedeutung: „Lassen Sie Ihre Gefäße regelmäßig vom Arzt überprüfen. Nur so können Sie ganz sicher gehen.“

- Risikofaktor Rauchen: Die ständige Nikotinzufuhr führt zu Gefäßverengungen im Gehirn. Unbedingt behandeln sollten Sie außerdem Bluthochdruck oder Zuckerkrankheiten. Plus: Finger weg von fettigem Essen! „Halten Sie Körperfettwert und Cholesterienspiegel niedrig“, rät Dr. Feddersen. Massiver Alkoholkonsum erhöht das Schlaganfallrisiko: Pro Woche sollten Sie nicht mehr als dreimal ein Bier oder ein Glas Wein trinken. Jedoch: Ein Glas Rotwein wirkt gefäßschützend.

- Wichtig zur Vorbeugung ist auch körperliche Fitness! Dreimal pro Woche eine halbe Stunde lang Sport treiben, ist ideal.

Christina Lewinsky

Rubriklistenbild: © dpa

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