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Vier von fünf Erwachsenen haben Rückenschmerzen

Rückenschmerzen: Schwachstelle Wirbelsäule

Als die frühen Menschen vor 3,6 Millionen Jahren den aufrechten Gang entdeckten, war das die Initialzündung fürs Gehirn, zu wachsen, aber gleichzeitig ein ständiger Belastungstest für die Wirbelsäule.

Wirbelsäule: Aufbau und Schwachstellen

So ist der moderne Mensch zwar schlauer als seine Vorfahren, aber auch anfällig für Rückenschmerzen – vier von fünf Erwachsenen trifft es. Bei acht von zehn Kranken gibt es keine definierte Ursache für das Leiden. Unser schwächelndes Rückgrat ist verantwortlich für 230 000 Operationen im Jahr und verursacht Gesundheitsausgaben in Höhe von 25 Milliarden Euro. 75 Prozent aller Rückenprobleme treten zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr auf, treffen also Männer und Frauen, die mitten im Beruf und Leben stehen und schnell wieder schmerzfrei sein wollen.

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Rückenschmerzen: Die zwölf größten Irrtümer

Rückenschmerzen: Was wirklich hilft!

Neurochirurg Armin Helmbrecht im Interview

Die Behandlung von Rückenschmerzen ist schwierig. Nicht weil alle Methoden so besonders kompliziert wären,sondern weil die richtige Diagnose und Behandlung gefunden werden muss. „Es gibt nicht die eine richtige Methode, die allen hilft“,erklärt der Münchner Neurochirurg Armin Helmbrecht. Bei zehn Patienten mit einem Bandscheibenvorfall führen unter Umständen zehn verschiedene Behandlungsansätze zum Erfolg.

Die Wirbelsäule nutzt sich im Laufe des Lebens ab. Schmerzhaft wird es nur, wenn etwas auf die Nerven drückt.Wird im Kernspintomograph ein Bandscheibenvorfall entdeckt, heißt das nicht automatisch, dass dieser am Elend schuld sein muss: Wenn dann operiert wird, hat der Patient anschließend weiter Schmerzen, weil die wahre Ursache nicht gefunden wurde. Die Bilder aus dem Inneren des Körpers müssen die Beschwerden widerspiegeln. Dr. Helmbrecht: „Die Kritik, dass zuviel operiert wird, ist sicher berechtigt.“

Die häufigsten Diagnosen sind

  • Muskelverspannungen
  • Hexenschuss
  • Ischias- Schmerzen
  • Bandscheibenvorfall
  • und Wirbelkanalverengung (Stenose).

Wenn die Schmerzen ausstrahlen oder Blase und Darm versagen, die Gliedmaßen taub oder kraftlos werden, sind das Alarmsignale für einen sofortigen Arztbesuch.

Wem jedoch das Kreuz weh tut und Entspannung, Wärme oder Schmerzmittel helfen nicht, der sollte zunächst zum Hausarzt gehen. Auch internistische Erkrankungen können sich in Rückenschmerzen äußern.

Bei achtzig Prozent verschwinden die Schmerzen binnen zwei Monaten

Bleiben entzündungshemmende Medikamente oder Krankengymnastik wirkungslos, sollte der Spezialist zurate gezogen werden. Ist als Ursache z. B. wie häufig ein Bandscheibenvorfall oder eine Wirbelkanalstenose (die beiden Hauptgründe für Operationen) identifiziert, sollten herkömmliche Verfahren ausgeschöpftwerden, bevoran eine Operation gedacht wird. Zum Repertoire gehören entzündungshemmende und schmerzstillende Spritzen, die Blockade der Nervenwurzeln per Spritze oder über 20 verschiedene Arten von Krankengymnastik.

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Wann eine Operation wirklich helfen kann

Oft hilft der Körper sich selbst: Die vorgefallene Bandscheibe schrumpft, Nerven verlagern sich. Bei achtzig Prozent verschwinden die Schmerzen binnen zwei Monaten. Rückenschmerzen haben eine „sehr gute spontane Rückbildungstendenz“, wie es die Gesundheitsforscher vom Robert-Koch-Institut formulieren. Nervenarzt Helmbrecht warnt davor, zu lange zu warten: „Ein Nerv, der sehr lange eingeklemmt war, erholt sich nicht vollständig. Der Patient wird nie wieder ganz schmerzfrei sein.“

SUS

 

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