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Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse mit Darstellung eines Knotens

Struma sehr häufig

Die Schilddrüse, ein kleines Organ im Halsbereich, wird von gesunden Menschen kaum wahrgenommen. Ihre Hormone haben aber einen großen Einfluss auf verschiedene Organfunktionen. Deshalb führen Fehlfunktionen der Schilddrüse zu Symptomen, die die Lebensqualität stark beeinträchtigen können.

„Wir unterscheiden bei den Schilddrüsenerkrankungen die Fehlfunktionen in der Produktion von Schilddrüsenhormonen mit der Über- oder der Unterfunktion sowie die Schilddrüsenvergrößerung (Struma) mit oder ohne Knoten“, erklärt Privatdozent Dr. Knut Liepe von der Nuklearmedizin des Klinikums Kassel. Eine Überfunktion (Hyperthyreose) der Schilddrüse führt zu einem gesteigerten Stoffwechsel, der zu innerer Unruhe, Schwitzen, Durchfällen und Gewichtsabnahme führen kann. Eine Unterfunktion (Hypothyreose) führt zu gegenläufigen Beschwerden wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kältegefühl und Gewichtszunahme. Diese Fehlfunktionen werden durch eine Blutabnahme kontrolliert. Besonders die Unterfunktion kann gut durch Schilddrüsenhormone behandelt werden.

 „Die Schilddrüsenvergrößerung verursacht bei einem Großteil der Patienten keine Beschwerden, sollte aber behandelt werden, um extreme Formen mit Schluck- oder Atembeschwerden, zu vermeiden“, sagt Dr. Liepe. Die Struma trete zudem häufiger auf, als bekannt sei. „In einer großen wissenschaftlichen Studie stellte man in Deutschland bei fast 50 Prozent der untersuchten Personen zwischen 46 bis 65 Jahren eine Struma oder Knotenbildung fest.“

Patientenzimmer auf der Therapiestation S2 des Klinikum Kassel.

Mit einer Ultraschalluntersuchung kann eine Struma- oder Knotenbildung ausgeschlossen werden. Beim Nachweis eines Knotens ist eine Schilddrüsenszintigraphie erforderlich, die eine Unterscheidung zwischen „heißen“ und „kalten“ Knoten ermöglicht. Bei dieser nuklearmedizinischen Untersuchung wird ein sehr gering radioaktiv strahlendes Medikament gespritzt und damit der Stoffwechsel in der Schilddrüse untersucht. „Heiße“ Knoten sind Areale erhöhter Schilddrüsenaktivität und oft mit Überfunktion verbunden. „Kalte“ Knoten sind dagegen inaktiv und in einigen Fällen sogar bösartig. Durch Gewebepunktion wird dies ausgeschlossen. „Diese „kalten“ Knoten sollten regelmäßig kontrolliert werden. Im übrigen besteht bei einer frühzeitigen operativen Entfernung eines bösartigen Knotens der Schilddrüse eine sehr gute Prognose zur Heilung der Tumorerkrankung“, sagt der Nuklearmediziner.

Radiojodtherapie

Zur Behandlung der Struma kommen in erster Linie Jod sowie Schilddrüsenhormone zur Anwendung. Bei ausgeprägten Beschwerden ist neben einer Operation auch eine Radiojodtherapie zu empfehlen, bei der radioaktives Jod verabreicht wird, das ausschließlich in der Schilddrüse wirksam wird. Die Überfunktion kann man mit Medikamenten behandeln. Sie sollten aber wegen möglicher Nebenwirkungen nicht länger als zwei Jahre verabreicht werden. „Mit Ausnahme des Morbus Basedow, einer Immunerkrankung der Schilddrüse, der mindestens ein Jahr vorab kontrolliert werden sollte sowie der sehr großen Strumen oder „kalten“ Knoten, die bevorzugt operiert werden sollten, ist die kurzfristige Durchführung der Radiojodtherapie zu empfehlen“, sagt Dr. Liepe. (rdm)

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