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Ein von einem Schlaganfall geschädigtes Gehirn.

Schlaganfall: Besserung nach vielen Jahren möglich

Teil 2 unserer Experten-Antworten zum Thema Schlaganfall.

Zurück zu Teil 1 der Fragen rund um den Schlaganfall.

Herr S. (45) aus dem Raum Nienburg berichtete von seiner Ehefrau, die im Alter von 38 Jahren einen Schlaganfall erlitten hat. Man habe eine seltene Stoffwechselstörung festgestellt, seitdem nehme sie Vitamine. Die Krankenkasse widerspreche der weiteren Einnahme der Vitamine. Herr S. fragte nun was er tun soll.

Dr. Bästlein: Bei dem damaligen Schlaganfall seiner Ehefrau wurde vermutlich ein Mangel an Homozystein festgestellt. Die Bedeutung der Vitamine in der Schlaganfallbehandlung wird aus heutiger Sicht anders bewertet als noch vor wenigen Jahren.

Insofern habe ich Herrn S. geraten, sich aktuell mit seiner Frau neurologisch vorzustellen und sich spezifisch mit dieser Fragestellung beraten zu lassen. Entscheidend ist, ob weitere Risikofaktoren oder Schlaganfallursachen herausgefunden wurden und bestehen, um dann gezielt zu behandeln.

Herr W. (74) aus der Samtgemeinde Schwafördern berichtetete über Schwindel seit etwa zehn Jahren. Zudem habe er eine Spinalkanalstenose mit starken Schmerzen, einen Herzinfarkt und früher auch einen Schlaganfall erlitten. Er habe sich neurologisch untersuchen lassen, man habe ihm geraten, mehr zu trinken.

Dr. Bästlein: Ich habe ihm empfohlen, sich einer weiteren neurologischen Untersuchung zu unterziehen. Der seit zehn Jahren bestehende Schwindel hat vermutlich andere Ursachen als einen Schlaganfall.

Herr B. (58) aus Ottersberg leidet an Hämorrhoiden, an Verizen, befürchtet an einer Bindegewebserkrankung erkrankt zu sein und fragte, ob ein besonderes Risiko besteht.

Prof. Dr. Kiefer: In dieser Konstellation ist das nicht der Fall. Es gibt zwar genetische Bindegewebserkrankungen, die mit einem erhöhten Risiko von Gefäßeinrissen und in Folge dessen Schlaganfällen einher gehen. Hämorrhoiden und Verizen sind jedoch kein Hinweis auf diese Störung.

Herr L. (75) aus Okel berichtete über seine Ehefrau, die vor acht Jahren einen Schlaganfall erlitten hat. Trotz ausführlicher Diagnostik hat man den Grund hierfür nicht gefunden. Herr L. wollte nun wissen, wie man einen erneuten Schlaganfall verhindern kann.

Prof. Dr. Kiefer: Zunächst hängt es von den Ursachen des Schlaganfalls ab. Wenn überhaupt keine Ursache gefunden werden kann, liegt auch nicht notwendigerweise ein erhöhtes Risiko vor. Grundsätzlich kann jeder Mensch, auch ein gesunder, einen Schlaganfall erleiden, auch wenn die Wahrscheinlichkeit dann sehr gering ist. Weiter ist es möglich, Acetylsalicylsäure einzunehmen, welches das Risiko in solchen Situationen möglicherweise senkt.

Wenn andere Gründe, konkrete Gründe für einen Schlaganfall vorliegen, werden auch andere Medikamente verordnet, um das Schlaganfallrisiko zu senken. Alle Gesundheitsfaktoren, die Schlaganfälle begünstigen, müssen konsequent behandelt werden: Das sind insbesondere hoher Blutdruck, hohe Blutfettwerte, eine Zuckerkrankheit und das Rauchen.

Herr M. (62) aus der Umgebung von Hoya berichtete, im November einen lakunären Infarkt im linken Thalamus erlitten zu haben. Seither besteht ein taubes Gefühl in der rechten Körperseite. Er wollte nun wissen, was man dagegen noch tun kann.

Prof. Dr. Kiefer: Ich habe ihm erklärt, dass das Gehirn im Prinzip wie ein festverkabelter Computer funktioniert. Der Schlaganfall zerstört einzelne dieser Kabel, deren Funktion dann auch fehlt. Die Fasern können auch nicht wieder auswachsen. Es ist aber möglich, dass andere Nervenzellen und Fasern die Funktion der zerstörten Fasern wieder übernehmen. Diesen Prozess kann man durch konsequente Therapie fördern.

Bei Gefühlsstörungen sind das Trainingsstunden zur Stärkung der Gefühlswahrnehmung, die durch Praxen für Ergotherapie durchgeführt werden. Wenn durch die Gefühlsstörung eine Gehirnstörung vorliegt, kann auch Krankengymnastik weiterhin sinnvoll sein. Ziel der Krankengymnastik bei länger zurückliegenden Schlaganfällen ist es, zumindest in manchen Situationen, die notwendige Übung selbst zu erlernen und dann zuhause selbst weiterzuführen.

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