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Operation Brille Auge: Ulf Gottschalk Facharzt für Augenheilkunde, zeigt die Lage der Linse im Auge.

Schlechte Augen: Wenn der Durchblick fehlt

Über die Hälfte der deutschen Bevölkerung leidet unter Fehlsichtigkeit. Brillen- und Kontaktlinsenträger wissen: Mal ist die Brille verschmiert oder verlegt, mal stören die Kontaktlinsen. Dann kann eine Operation am Auge, verbunden mit der Hoffnung auf klares Sehen ohne Hilfsmittel, verlockend wirken.

Häufig fragten Patienten, ob eine Laserkorrektur sinnvoll sei, sagt Ulf Gottschalk, Facharzt für Augenheilkunde. Die Frage lässt sich erst nach einer Untersuchung beantworten. Denn Unterschiede am Auge wie Hornhautdicke, Hornhaut- und Augengröße sind maßgeblich für die Wahl der Behandlung.

Das Alter spielt eine Rolle

Auch das Alter spielt eine Rolle. Denn ab Mitte vierzig lässt die Elastizität der Linse nach. Sie kann sich auf die Nähe nicht scharf stellen, dann braucht auch der Normalsichtige eine Lesebrille.

Bei einer Laseroperation wird unter örtlicher Betäubung die Hornhaut durch Gewebeabtragung so in ihrer Form verändert, dass sie eine ausgleichende Wölbung bekommt mit ähnlicher Wirkung wie eine Kontaktlinse. Eine Kurzsichtigkeit ließe sich bis minus neun Dioptrien, eine Weitsichtigkeit bis etwa plus vier Dioptrien und eine Stabsichtigkeit bis etwa drei Dioptrien mit Zylinder mit einer Laseroperation korrigieren, erklärte der Augenarzt.

Verändert sich das Auge nach dem Lasereingriff, wird trotz der Operation eine Brille erforderlich. Daher sollten Patienten älter als 22 Jahre sein. „Wenn ich sage, dass sie hinterher nicht vollständig brillenfrei sind, herrscht Enttäuschung“, sagt Gottschalk.

Eine Alternative bei älteren Patienten, die ohnehin eine Lesebrille benötigten, und bei extremen Fehlsichtigkeiten könne der operative Linsentausch sein. Der Eingriff sei der gleiche wie beim Grauen Star: Die Linse im Auge wird durch eine Kunstlinse ersetzt, mit der man Kurz- oder Weitsichtigkeit sowie Hornhautverkrümmungen ausgleiche. Da Kunstlinsen starr sind und sich vom Auge nicht auf verschiedene Entfernungen scharf stellen lassen, benötigen die Patienten eine Brille für die Nähe.

Generell wäre zu bedenken, dass es bei Eingriffen am Auge immer Risiken gibt. „Wir sind im Gegensatz zur amerikanischen Medizin eher zurückhaltend mit solchen Eingriffen, man operiert schließlich am gesunden Auge, denn Fehlsichtigkeit ist keine Krankheit“, sagte Gottschalk. Daher würden weder die Eingriffe, noch die Vor- und Nachuntersuchungen von der Krankenkasse übernommen. Die Kosten pro Auge betragen 2000 Euro. Anders beim Grauen Star, der eine Erkrankung des Auges ist und dessen Behandlung als Kassenleistung anerkannt ist. (yma)

Zur Person

Ulf Gottschalk, geboren 1964 in Großenritte, studierte in Marburg und absolvierte seine Facharztausbildung am Klinikum Kassel. Er ist in einer Facharztpraxis in Borken niedergelassen und betreibt zusammen mit Augenarzt Dr. Frank Schönherr aus Lohfelden das Augen-Chirurgie- Zentrum Baunatal. (yma)

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