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Tattoos gehen unter die Haut.

Zu tief gestochen

Schmerzensgeld für schlechtes Tattoo?

Tattoos sind "in". Doch was passiert, wenn das Motiv gründlich missglückt? Ob es dann einen Anspruch auf Schmerzensgeld gibt, hat nun das Oberlandesgericht Hamm (OLG Hamm) entschieden.

Im vorliegenden Fall wollte sich die Klägerin auf das rechte Schulterblatt eine farbige Blüte nebst Ranken stechen lassen. Doch dann ging einiges schief. Der Tätowierer brachte die Farbe in zu tiefe Hautschichten ein, es kam zu unregelmäßigen Linien und Farbverläufen. Das Motiv entsprach nicht mehr der Skizze. Daraufhin klagte die Frau auf Schmerzensgeld und Schadenersatz.

Das OLG Hamm gab der Klägerin jetzt Recht. Das Stechen der Tätowierung sei tatbestandlich eine Körperverletzung, die im vorliegenden Fall nicht durch eine Einwilligung der Klägerin gerechtfertigt sei. Die Klägerin sei lediglich mit einem technisch und gestalterisch mangelfreien Tattoo einverstanden gewesen, welches der zuvor gebilligten Skizze entsprochen habe. Ein solches habe der Beklagte nicht ausgeführt.

Der Inhaber des Tattoo-Studios muss der Frau jetzt Schmerzensgeld in Höhe von 750 Euro zahlen. Außerdem muss der Tätowierer die Kosten begleichen, die der Klägerin aus der Beseitigung des missglückten Körperschmucks entstehen können.

Der Vorschlag eine Laserbehandlung zu beauftragen und dann selbst neu zu tätowieren, sei der Frau unzumutbar. Auf eine derartige Nachbesserung durch den Beklagten müsse sich die Klägerin laut dem Gericht im vorliegenden Fall nicht einlassen. Die Begründung: Eine Laserbehandlung und auch eine Tätowierung mit Schmerzen verbunden sei.

ml

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