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Chronische Schmerzen unklarer Herkunft: Die Symptome der Fibromyalgie sind vielfältig, die Ursachen unbekannt.

Ursache der chronischen Schmerzen

Fibromyalgie: Forscher finden kaputte Nerven

Bis zur Diagnose Fibromyalgie haben Patienten oft eine lange Odyssee von Arztbesuchen hinter sich. Die Symptome der Schmerzkrankheit werden oft nicht ernst genommen.

Bislang war keine organische Ursache für die muskelkaterartigen Schmerzen im ganzen Körper bekannt.

Ein Würzburger Forscherteam hat nun erstmals Beweise gefunden, die die Schmerzen erklären:

„Wir haben bei Patienten mit einem Fibromyalgie-Syndrom deutliche Zeichen für eine Schädigung der kleinen Nervenfasern nachgewiesen“, sagte Neurologin Claudia Sommer von der Uniklinik Würzburg. Die Studie wurde am Donnerstag in der Fachzeitschrift „Brain“ veröffentlicht.

Das Wissenschaftlerteam um Sommer hat Patienten mit Fibromyalgie sowie eine Kontrollgruppe mit unter Depressionen leidenden Menschen untersucht. Hintergrund ist, dass Fibromyalgie-Patienten häufig auch depressiv sind. Die Forscher haben die Heiß-Kalt-Wahrnehmung und die Schmerzschwellen der Haut überprüft sowie die kleinen Nervenfasern der Haut unter dem Mikroskop untersucht.

„Alle drei Methoden haben gezeigt, dass insbesondere die schmerzleitenden Nerven der Patienten erkrankt sind. Wir denken, dass das ein sehr harter und ziemlich eindeutiger Befund ist“, so Sommer. Die Depressions-Patienten hatten diese Störungen nicht.

Fibromyalgie wird über mehrere Symptome definiert - dazu gehören Schmerzen in mehreren Körperregionen, Druckempfindlichkeit, Schlaf- und Verdauungsstörungen und depressive Verstimmungen. „Wenn jetzt unser Test dazu gemacht würde, kann das die Diagnosestellung künftig sicherer machen“, sagte Sommer. Dazu seien weitere klinische Studien nötig.

„Mittelfristig können unsere Ergebnisse dazu beitragen, das Fibromyalgie nicht mehr als rein psychogene Erkrankung stigmatisiert wird, was recht viele Ärzte tun“, sagte die Medizinerin. Je mehr Studien wie diese existierten, desto mehr werde Fibromyalgie als Krankheit angenommen und den Patienten mit weniger Vorurteilen begegnet.

Unter der oft mit Rheuma verwechselten Erkrankung leiden der Uni Würzburg zufolge rund zwei bis vier Prozent der Bevölkerung. Die meisten von ihnen sind Frauen.

dpa

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