Frau stehen die Haare zu Berge
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Laut einer Studie beeinflusst Stress den Alterungsprozess bei Menschen grundsätzlich anders, als bisher angenommen.

Mysteriöser Zusammenhang

Schneller altern durch wenig Stress? Neue Studie kommt zu spezieller These

  • Juliane Gutmann
    vonJuliane Gutmann
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Wer wenig Stress hat, sieht auch jünger aus? Von wegen: Forscher wollen nun das Gegenteil herausgefunden haben.

  • Chronische Entzündungen im Körper fördern die Zellalterung.
  • Ein niedriger Stresshormon-Spiegel im Blut begünstigt die Entstehung solcher Entzündungen*.
  • Auch die Menge eines bestimmten Proteins beeinfluss maßgeblich, wie schnell wir altern - so ein italinisch-deutsches Forscherteam.

Wie schnell ein Mensch altert, wird von vielen Faktoren beeinflusst. Da wäre zum einen der Lebensstil: Wer sich ausgewogen ernährt, nicht raucht, sich nicht zu häufig der Sonne aussetzt und auf ausreichend Erholungsphasen achtet, kann dem Alterungsprozess ein Stück weit entgegenwirken. Doch die genetische Veranlagung trickst keiner so schnell aus: Diese ist es, die das Altern im größten Maße beeinflusst. Hier kommt das Stresshormon Cortisol ins Spiel. Je höher der Cortisol-Spiegel, desto weniger schnell altert unser Immunsystem und damit auch die Zellen - so das Ergebnis einer deutsch-italienischen Studie.

Wenig Cortisol im Blut begünstigt Alterung

Es klingt paradox, doch wenig Cortisol im Blut soll die Zellalterung fördern. So kamen die Wissenschaftler um Studienautorin Jessica Hoppstädter von der Universität des Saarlandes zu dem Ergebnis, dass ein niedriger Cortisolwert und ein niedriger Gilz-Wert (Protein) chronische Entzündungsprozesse im Körper fördern, die die Alterung beschleunigen.

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Chronische Entzündungen bringen die Wissenschaftler mit einem alternden Immunsystem in Verbindung. Nicht nur die körpereigene Abwehr verschlechtert sich im Alter: „In höherem Lebensalter ist der Cortisol-Spiegel im Körper niedriger“, zitiert das Portal Heilpraxisnet die promovierte Pharmazeutin Jessica Hoppstädter. Dieser Mangel werde teilweise durch Makrophagen als wichtiger Bestandteil der körpereigenen Abwehr ausgeglichen. Doch auch Makrophagen altern, was zu einem Ungleichgewicht des Immunsystems führt, was wiederum chronische Entzündungen begünstigt.

Bald schon Präparat gegen das Altern?

Nicht nur wenig Cortisol im Blut, auch ein Zuwenig des Proteins Gilz soll den Forschern zufolge den Alterungsprozess vorantreiben. Dieses unterstützt Makrophagen dabei, Entzündungsreaktionen zu hemmen. Der Verlust von Gilz trage mit zunehmenden Alter dazu bei, dass Makrophagen Entzündungen auslösen, so die Hypothese der Wissenschaftler. Ihre im Fachblatt Aging Cell vorgestellten Erkenntnisse zählen zur Kategorie Grundlagenforschung, das Team suche zwar bereits nach Wirkstoffen, die den Gilz-Spiegel im Alter erhöhen, jedoch sei noch lange kein Wirkstoff in Sicht, der die Alterung aufhalten kann. (jg) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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