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Bei einer Schönheits-OP sind viele Nachsorge-Untersuchungen nötig. Nach einer Brust-OP sollte etwa die Wundheilung und der Sitz des BHs kontrolliert werden.

Größer, straffer, besser?

Schönheitsoperationen: So ticken die Deutschen

Berlin - Weiblich, über 40 und mit dem Wunsch nach größeren Brüsten: Das ist der typische Patient bei Schönheits-OPs. Bessere Chancen bei der Partnersuche spielen dabei nur eine kleine Rolle.

Größere Brüste, straffere Lider oder eine glattere Stirn: Gründe für eine Schönheits-Operation gibt es viele. Eine repräsentative Umfrage der Deutschen Gesellschaft für ästhetisch-plastische Chirurgie (DGÄPC) legt offen, wer sich warum in Deutschland unters Messer legen will - und welche Trends es gibt.

Brustvergrößerungen: Frauen setzen auf Natürlichkeit

Brustvergrößerungen mit Implantaten sind der Umfrage zufolge die beliebtesten Schönheits-OPs in Deutschland. In Folge des Skandals um Billigimplantate der französischen Firma PIP ging die Nachfrage nach DGÄPC-Angaben allerdings einige Jahre lang zurück. 2015 stieg sie erstmals wieder. So manche Frau setzt dabei auch auf Natürlichkeit: 2015 planten demnach mehr weibliche Patientinnen eine Brustvergrößerung mit Eigenfett als noch im Vorjahr.

Wer sich für eine Schönheitsoperation entscheidet, sucht sich am besten einen Chirurg im Umkreis von 200 Kilometern. Denn neben den Beratungsgesprächen vorab und dem Eingriff selbst sind auch viele Nachsorgeuntersuchungen nötig, erklärt Jens H. Baetge von der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC).

Baetge kontrolliert das Ergebnis etwa nach einer Brustoperation in den ersten zwölf Monaten nach dem Eingriff achtmal. Dazu gehört etwa die Wundheilung und den Sitz des BHs zu prüfen. Das ist einer der Gründe, weshalb Baetge von Eingriffen im Ausland abrät.

Vorsicht sollte man auch im Inland bei der Wahl des Chirurgen walten lassen: Etwa "Schönheitschirurg", "Kosmetischer Chirurg" oder "Ästhetischer Chirurg" sind keine geschützten Berufsbezeichnungen. Als "Facharzt für Plastische Chirurgie", "Plastischer Chirurg", "Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie" oder "Plastischer und Ästhetischer Chirurg" dürfen Mediziner sich dagegen nur bei entsprechender Ausbildung bezeichnen. Fachgesellschaften wie die DGÄPC versenden auf Anfrage auch Listen ihrer Mitglieder.

Altersschnitt der Interessenten steigt an

ALTER: Die Patienten von ästhetisch-plastischen Chirurgen werden immer älter. Zuletzt waren sie im Schnitt 42 Jahre und sechs Monate alt. Zum Vergleich: 2010 waren sie vier Jahre jünger. Bei der Brustvergrößerung beobachtet DGÄPC-Präsident Sven von Saldern vor allem zwei Altersgruppen: „Die junge Frau, die nach der Pubertät feststellt: Es wächst nichts mehr“. Und die Mutter Mitte / Ende dreißig, die ihre frühere Brustform zurück will. Mit 31,7 Jahren sind Patienten, die eine Brustvergrößerung planen, im Schnitt am jüngsten. Das höchste Durchschnittsalter haben mit 56,9 Jahren Menschen, die Hals, Stirn oder Gesicht liften lassen wollen.

Welche Eingriffe bevorzugen Männer?

„Männer wollen straffe Lider und wenig Fett“, fasst DGÄPC-Präsident von Saldern zusammen. Solche Eingriffe werden von ihnen am stärksten nachgefragt. Insgesamt stehen Schönheits-OPs bei Männern aber nicht so hoch im Kurs wie bei Frauen: Der Männeranteil in der ästhetisch-plastischen Chirurgie lag 2015 bei 13,5 Prozent.

Risiko und Gründe

Schön für den Partner, sich selbst oder doch für die Balz? Der Umfrage zufolge waren zuletzt fast 60 Prozent der weiblichen Patienten nicht auf der Suche: Sie gaben an, verheiratet oder liiert zu sein. Auch bei den Männern lag der Anteil der fest Vergebenen bei 54,2 Prozent.

Bei Schönheits-Operationen wollen die Deutschen laut Umfrage auf Nummer sicher gehen: Vier von fünf Frauen und fast 72 Prozent der Männer gaben an, sich über Risiken informiert zu haben. Facharzt Jeans Baetge von der Nürnberger Klinik für Ästhetisch-Plastische Chirurgie mahnt aber: „Fachärzte werden dadurch nicht von ihrer Aufklärungspflicht befreit.“

dpa

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