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Schwindel? In bis zu 50 Prozent der Fälle steckt keine körperliche Krankheit dahinter – sondern die Psyche

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Von: Juliane Gutmann

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Schwindel nach der Achterbahnfahrt ist nicht weiter verwunderlich. Doch manche haben auch im Alltag Gleichgewichtsstörungen. Eine häufige Ursache wird oft unterschätzt.

Man geht einen Weg entlang und plötzlich muss man sich festhalten: Von Schwindelattacken sind viele Menschen betroffen, die einen mehr, die anderen weniger. Hausärzte geben an, dass etwa jeder 13. Patient wegen Schwindel ihre Praxis aufsucht, so eine Information auf dem Portal Patienten-Information, das vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) herausgegeben wird.

Der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte beschreibt Schwindel auf seiner Website folgendermaßen: „Schwindel, medizinisch Vertigo genannt, ist eine Störung des Gleichgewichtssinns: Der Betroffene verliert die Körpersicherheit im Raum, die Raumorientierung und hat ein Gefühl des Schwankens oder Drehens“. Häufig treten weitere Störungen des Gleichgewichts auf, wie etwa Fallneigung bis hin zu Übelkeit und Erbrechen, heißt es weiter.

Bei derartigen Beschwerden wird ein Arzt im ersten Schritt eine körperliche Untersuchung einleiten. Denn es können physische Probleme wie etwa Erkrankungen im Innenohr oder Migräne dahinterstecken. Doch bei rund der Hälfte aller Schwindel-Patienten finden Mediziner keine körperliche Ursache, heißt es vonseiten des ÄZQ.

Junge Frau fühlt sich schwindlig
Schwindel kann die Betroffenen enorm belasten. © Rolf Kremming/Imago

Angstschwindel: Wenn die Psyche Gangunsicherheiten zur Folge hat

Wenn der Schwindel nicht auf eine Krankheit zurückzuführen ist, können seelische Belastungen hinter den Beschwerden stecken. Mediziner sprechen dann von psychogenem Schwindel. Der AOK zufolge sollen 30 bis 50 Prozent der Schwindelpatienten unter psychogen verursachtem Schwindel leiden. Er entsteht zum Beispiel dann, wenn familiäre oder berufliche Probleme einen enormen Leidensdruck zur Folge haben. Diese Form des Schwindels kann dem Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin zufolge auch zusammen mit einer Angststörung oder Depression auftreten.

Wie Dr. Mark Obermann von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie auf dem Fachportal Neurologen und Psychiater im Netz informiert, ist der phobische Schwankschwindel bzw. Angstschwindel die häufigste Form von psychogenem Schwindel. Dieser beginnt meist im Zusammenhang mit besonderen psychischen Belastungen wie etwa Beziehungsproblemen, heißt es weiter. Typische Symptome für den Angstschwindel, dem Portal Neurologen und Psychiater im Netz zufolge:

Nur ein Psychotherapeut oder Psychiater kann die Diagnose „psychogener Schwindel“ mit Sicherheit stellen. Können körperliche Ursachen ausgeschlossen werden, sollte deshalb die Überweisung zum Psychotherapeuten oder Psychiater erfolgen. Wie die AOK informiert, besteht am häufigsten ein Zusammenhang mit einer Angststörung, doch auch andere psychische Leiden könnten den Schwindel auslösen. Dabei ist anzumerken, dass die Patienten oft die Angst oder die Depression selbst nicht wahrnehmen, heißt es weiter.

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