1. Startseite
  2. Leben
  3. Gesundheit

Seltener gefährliches Covid-19 nach Omikron-Infektion: Forscher finden erstmals Erklärung für milde Verläufe

Erstellt:

Von: Juliane Gutmann

Kommentare

Die Omikron-Variante ist hochansteckend und mitverantwortlich für die rasche Ausbreitung von Corona-Infektionen. Warum die Verläufe häufig harmlos sind? Forscher finden Ursache.

Als zum ersten Mal von der neuen Corona-Mutante Omikron berichtet wurde, waren viele Bürger verunsichert. Die häufigste Frage war, ob es sich dabei um eine gefährlichere Virusvariante handelt. Bald zeichnete sich ab, dass Omikron zwar ansteckender* ist, Patienten aber in der Regel nicht schwerer erkrankten als durch Delta oder andere Mutationen. Seit Aufkommen der Omikron-Variante analysieren Forscher weltweit dessen Aufbau und ob die Wirkmechanismen von Impfungen und Corona-Therapien auch bei der neuen Mutante greifen.

Das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) informierte am 10. Januar, dass sich die Omikron-Variante des SARS-CoV-2 mit besorgniserregender Geschwindigkeit verbreitet. „Schon bald könnte sie die derzeit weltweit dominierende Delta-Variante ablösen. Bisher weiß man wenig darüber, ob die gegenwärtig verfügbaren Impfstoffe und Medikamente gegen diese Variante wirksam sein werden. Ihr Spike-Protein, der zentrale Angriffspunkt für Antikörper, trägt mehr als 30 Mutationen im Vergleich zum ursprünglichen Virus zu Beginn der Pandemie“, heißt es im DZIF-Bericht.

Weniger Corona-Intensivpatienten trotz steigender Covid-Inzidenz: Forscher suchen nach Ursache

Doch aktuell zeichnet sich ab, dass trotz steigender Corona-Infektionszahlen die lebensbedrohlichen Verläufe nicht in gleichem Maße zunehmen. Dafür sprechen auch die aktuell sinkenden Zahlen des DIVI-Intensivregisters. Demzufolge ist die Anzahl gemeldeter intensivmedizinisch behandelter Covid-19-Fälle am 24. Januar auf 2.333 Menschen deutschlandweit gefallen. Am 7. Dezember mussten noch 4.918 Menschen aufgrund einer Corona-Erkrankung auf Intensivstationen behandelt werden.

Eine These, die diese Entwicklung begründen könnte: Omikron führt seltener zu schwerem Corona. Ein Forscherteam der Goethe-Universität und des Uniklinikums Frankfurt am Main und der britischen University of Kent in Canterbury widmeten sich jetzt der Ursachenforschung. Warum Israels Kliniken Rekordwerte bei den schwer Erkrankten vermelden, erklärt 24vita.de*.

Umfrage zum Thema Corona-Booster

Lesen Sie auch: Blutgruppe AB als Corona-„Super-Empfänger“, 0 als Viren-Blocker? These sorgt für Aufsehen

„Offenbar kann Omikron nicht verhindern, dass die befallenen Zellen Interferon produzieren“

Die Forschenden haben anhand von Zellkulturen unter anderem untersucht, wie gut Omikron auf Corona-Arzneien wie antivirale Medikamente anspricht. Ein wesentliches Studienergebnis: Bisher eingesetzte und sich in Entwicklung befindende Corona-Medikamente zeigen gute Wirksamkeit gegen Omikron. „Antivirale Tests zeigten eine ähnliche Empfindlichkeit von Omikron- und Delta-Isolaten gegenüber EIDD-1931, PF-07321332, Remdesivir, Favipravir, Ribavirin, Nafamostat, Camostat und Aprotinin und damit gegenüber einer Reihe von Medikamenten mit unterschiedlichen Wirkmechanismen. Dies zeigt, dass die Mutationen in der Omikron-Variante keine wesentlichen Veränderungen in den Empfindlichkeitsprofilen der Viren gegenüber Arzneimitteln bewirken“, so die Forschenden in ihrer Studie, die auf dem Fachportal Nature veröffentlicht wurde.

Außerdem kamen die Wissenschaftler um Denisa Bojkova von der Universitätsklinik Frankfurt zu dem Schluss, dass Omikron weniger gut zelluläre Abwehrmechanismen gegen Viren blockieren kann als Delta. Die Viren der Omikron-Variante seien besonders empfindlich gegenüber einem nicht spezifischen, zellulären Abwehrmechanismus, der sogenannten Interferon-Antwort, heißt es in einer Pressemitteilung der Goethe-Universität Frankfurt. „Unsere Zellkulturexperimente liefern eine erste Erklärung dafür, warum Omikron-Infektionen häufiger milde klinische Verläufe nach sich ziehen: Offenbar kann Omikron im Gegensatz zu Delta nicht verhindern, dass die befallenen Zellen Interferon produzieren und ausschütten“, so Studienautor Professor Martin Michaelis von der University of Kent. Interferone sind Teil des Immunsystems: Es handelt sich um Proteine oder Glykoproteine, die vor allem antivirale Wirkung entfalten. (jg) *Merkur.de und 24vita.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare