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Ein seriöses Bewertungsportal sollte eine Gegendarstellung des Arztes ermöglichen, transparent sein sowie Werbung und Inhalt trennen.

Genau hinsehen

Seriöse Ärztebewertungsportale erkennen: Darauf kommt es an

Viele möchten sich vor einem Arztbesuch über den Mediziner informieren. Bewertungsportale geben eine erste Orientierung. Doch wie erkennen Nutzer ein seriöses Portal?

Berlin - Ein seriöses Ärztebewertungsportal erkennen Patienten etwa daran, dass Mediziner die Möglichkeit zur Gegendarstellung haben. Außerdem ist das Bewertungsverfahren verständlich und transparent.

Es ist auch darauf zu achten, dass Werbung und Inhalt getrennt sind. Darauf weist die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZVB) hin. Im Impressum sollte zudem die Identität des Betreibers sowie eine Mailadresse zu finden sein.

Online-Bewertungsportale können auf der Suche nach einem guten Arzt als eine erste Orientierung dienen. Zu viel sollte man von den Portalen allerdings nicht erwarten, wie der KZVB-Sprecher Kai Fortelka betont. Denn dort werden lediglich subjektive Erfahrungen und Eindrücke anderer Patienten wiedergegeben.

Haben Patienten Probleme mit einer Behandlung oder wollen sich etwa vor einer Zahnersatzbehandlung eine zweite Meinung einholen, sind die zahnärztlichen Beratungsstellen der Bundesländer eine mögliche Anlaufstelle. Im Internet gibt es eine Übersicht. Beim Verdacht auf einen Behandlungsfehler können Patienten sich an die Schlichtungsstellen der Landesärztekammern wenden.

Der Bundesgerichtshof (BGH) gab nun einem Arzt Recht, der in einem Portal schlecht bewertet wurde und auf Löschung geklagt hatte. In dem Fall hatte ein Nutzer auf dem Internetportal Jameda dreimal die Note sechs vergeben. Der Mediziner erhielt somit eine Durchschnittsnote von 4,8. Das wollte er nicht hinnehmen und verlangte Beweise dafür, dass der Patient tatsächlich bei ihm behandelt worden war. Dem sei Jameda nicht ausreichend nachgekommen. Der BGH entschied, dass Bewertungsportale künftig auf Verlangen konkrete Nachweise vorlegen müssen, ob ein Nutzer tatsächlich beim bewerteten Arzt in der Praxis war.

dpa/tmn

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