Schöner lächeln

Wie Zahnärzte ihre Patienten zum Strahlen bringen

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München - Wann ist ein Lächeln schön? Es ist eine Frage der Harmonie, finden die Zahnärzte Dr. Jan Hajtó und Dr. Costin Mari­nescu. Hier lesen Sie, wie die Fachleute ihre Patienten zum Strahlen bringen.

Das eine ideale Lächeln für alle gibt es nicht. Dr. Hajtó zeigt seinen Bildband der besonderen Art mit 42 natürlich schönen Gebissen – von Münchnern Frauen und Männern. Jedes wird in Großformat und Hochglanz auf mehreren Seiten abgebildet. Dieses Buch ist sein Schatz, Hajtó selbst hat die Modelle ausgewählt und fotografiert – damit Patienten wissen, was sie sich wünschen können, und Zahntechniker diese natürlichen Zähne als Vorlage nehmen können. Das Buch zeigt: Ein Lächeln ist schön, wenn es zum Gesicht und zum Menschen passt. Dafür müssen die Größe, die Stellung und die Farbe der Zähne mit den Lippen und der Persönlichkeit des Einzelnen harmonieren.

Aus seiner Zeit in den USA ist der Arzt Marinescu ungewöhnliche Wünsche gewöhnt: Bodybuilder wollen Zähne so strahlend weiß, dass sie blenden. Ein Börsenhändler von der Wallstreet wollte aggressiver wirken – dank etwas schärferer Schneide- und spitzerer Eckzähne kein Problem. Den Münchner Patienten geht es eher um ein natürliches Aussehen. Es kommen Schauspielerinnen und TV-Moderatoren ebenso wie Manager oder Menschen, die zum Teil lange für die Behandlung sparen, weil sie endlich befreit lachen können möchten. Da ist eine groß gewachsene Frau, die mit ihren sehr kleinen Zähnen unglücklich ist. Sie wünscht sich, dass die Lücken geschlossen und die Zähne leicht vergrößert werden. Einer anderen Patientin sind die Zähne nach innen gekippt, sie möchte, dass alles gleichmäßiger wirkt. Das Ergebnis ist nicht nur optisch oft verblüffend. Dr. Marinescu: „Für manche kann eine neues Lächeln eine lebensverändernde Wirkung entfalten, weil sie endlich ihr wahres Selbst zeigen können.“

Den beiden Zahnärzten geht es zunächst darum, Vertrauen aufzubauen. Viele Menschen, die mit ihren Zähnen nicht zufrieden sind, haben leidvolle Erfahrungen hinter sich. Die Praxis im Münchner Zentrum versteht sich als Anlaufstelle für die ganze Familie. Schon die Mutter von Dr. Hajtó hatte eine Zahnarztpraxis: „Ich behandle heute die Kinder der Patienten meiner Mutter“, schmunzelt er. Die meisten Patienten kommen jedoch, weil ihr Gebiss in die Jahre gekommen ist. Zähne altern, sie splittern und brechen ab, das Zahnfleisch zieht sich zurück. Alte Füllungen und Kronen müssen repariert werden, Implantate sind vielleicht nötig. Restaurierung und Neuaufbau von Zähnen sind der tägliche Broterwerb in der Praxis, die Leidenschaft der beiden Mediziner jedoch gehört der ästhetischen Zahnheilkunde. Das ist kein Widerspruch, sondern ergänzt sich aufs Beste, wie Dr. Hajtó findet: „Mit schlechter Zahnmedizin kann man keine schönen Zähne gestalten. Wenn mir Wurzelbehandlungen nicht gelingen, dann verfärbt sich der Zahn braun, dann kann ich ihm kein durchscheinende natürlich schimmernde Verkleidung mehr geben, dann muss ich etwas mit Metallkern verwenden.“ Das sieht dann künstlich und nicht mehr natürlich aus.

Es ist eben nicht damit getan, dass kurze Zähne etwas länger gemacht oder schiefe Zähne mit geraden Verkleidungen überdeckt werden. Denn jede Veränderung bedeutet auch, dass das feine Zusammenspiel von Zähnen und Muskeln im Kiefer verändert wird. Dr. Marinescu: „Wenn man dort eingreift, muss man schon wissen, was man tut. Wir sehen viele Fälle, wo primär kosmetisch gearbeitet wurde, wo Zähne auf Wunsch von Patienten länger gemacht wurden, und auf einmal fangen die Kiefergelenke an zu schmerzen.“ Bevor es an die Behandlung, an das Smile-Design, die Gestaltung des Lächelns, geht, ist eine ausführliche Diagnose nötig: Wie stehen die Zähne, sind sie abgeschliffen oder gar gesplittert? Das alles sagt den Ärzten, was im Mund des Patienten passiert. Ist der Kiefergelenkskopf groß genug? Viele Frauen haben sehr kleine Gelenke. Auch das bestimmt, was nötig und möglich ist. Die Behandlungsdauer kann durch den Einsatz von Computertechnologie deutlich verkürzt werden. So gibt es Systeme, die die Zähne dreidimensional abtasten, sodass der Zahnarzt den neuen Zahn designen und der Computer ihn gleich zurechtschleifen kann. So können manche Kronen und Inlays in einer Sitzung gefertigt werden. Beide Ärzte betonen, dass es bei der Arbeit, nicht aber beim Lächeln auf Perfektion ankommt. Costin Marinescu: „Egal ob die Zähne ein bisschen schief sind oder nicht: Wenn der Mensch gesund und zufrieden ist und von Herzen lächelt, dann ist sein Lächeln schön und meine Aufgabe als Arzt erfüllt.“

Dr. Marinescu und Dr. Hajtó sind Gründer der Praxis Ästhetische Zahnheilkunde München, Brienner Straße 7, München, Telefon 089/24 23 99 10; www.smile-art.de

S. Stockmann

Smile-Design – die wichtigsten Antworten

Was wird gemacht?

Das entscheidet der Patient gemeinsam mit dem Arzt. Zunächst muss das Gebiss gesund sein, also keine Karies haben. Funktionelle Probleme müssen bekannt sein, damit die Ursachen bei der Behandlung behoben werden können. Der Patient muss wissen, was ihn stört: Sei es die verfärbte Zahnoberfläche, schief stehende Zähne oder generell zu kleine Zähne oder große Lücken zwischen den Zähnen oder einfach nur das Gefühl, das Gebiss passt nicht zu mir.

Was sind die häufigsten Probleme, und wie werden sie behandelt?

Verfärbte Zähne: Bei einem professionellen Bleaching werden die Zähne auf schonende Weise aufgehellt.

Lücken: Manchmal hilft schon, die Lücken mit etwas Kunststoff zu schließen. Das geht sehr schnell.

Zu kleine oder zu kurze Zähne: Anpassen von Veneers (Verkleidungen) aus Keramik. Bei der Farbe gilt die Faustregel, dass sie in etwa die Helligkeit vom Weißen des Auges haben sollte.

Wie lange dauert die Behandlung?

Das kommt darauf an, kleinere Lücken lassen sich in einer Sitzung füllen. Umfangreichere Behandlungen, bei denen vielleicht auch noch die Zahnstellung von einem Kieferorthopäden vorkorrigiert werden muss, können sich über zwei Jahre hinziehen. Danach variieren auch die Kosten. Sie können von mehreren Hundert bis zu mehreren Tausend Euro reichen. Der Patient bekommt jedoch vor der Behandlung einen Kostenplan und weiß genau, was auf ihn zukommt. Viele Patienten sparen für ein schönes Lächeln. Dr. Hajtó: „Manchen ist ein langer Urlaub wichtiger, anderen schöne Zähne.“ Die allgemeine Beratung ist übrigens kostenlos bzw. wird von den Krankenkassen bezahlt, und für Dr. Hajtó und Dr. Marinescu ist sie das A und O in ihrem Beruf: „Selbst, wenn sich der Patient gegen die Behandlung entscheidet, hat er durch die Diagnose und das Gespräch mit uns, etwas über den Zustand seiner Zähne gelernt.“

Wie erfolgreich sind die Behandlungen?

Fast jeder Patient ist zufrieden. Denn das Ergebnis ist keine Überraschung. Anhand von am Computer bearbeiteten Fotografien bzw. sogar Modellen aus Kunststoff, die probegetragen werden können, kann der Patient genau sehen, ob ihm die Farbe und Form der Zähne gefallen. Bei den Modellen kann er sogar testen, wie sich die neuen Zähne anfühlen werden und ob er damit gut sprechen kann und sich allgemein wohlfühlt.

sus

Rubriklistenbild: © dpa

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