Früherkennung von Hodenkrebs: Die Deutsche Gesellschaft für Urologie ruft junge Männer zum "Hodencheck" auf. Foto: Deutschen Gesellschaft für Urologie/dpa

Hoden regelmäßig abtasten

So beugen Jungs Hodenkrebs vor

Für Frauen ist Krebsvorsorge beim Frauenarzt selbstverständlich. Viele tasten selbst ihre Brust ab, um Tumore früh zu erkennen. Junge Männer dagegen sind eher vorsorgescheu. Dabei sollten auch sie ihren Körper kennen, um Veränderungen früh zu bemerken.

Hamburg (dpa/tmn) - Spätestens, wenn das Thema Verhütung ansteht, geht fast jedes Mädchen zum Frauenarzt. Bei Jungs sieht es anders aus. Dass mit den eigenen Geschlechtsorganen etwas nicht in Ordnung sein könnte, halten die meisten für ausgeschlossen.

Wozu also zum Arzt gehen? "Die Jungs fühlen sich häufig unverwundbar", sagt Prof. Christian Wülfing, Urologe und Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU).

Es erkranken aber immerhin 4000 Männer pro Jahr an Hodenkrebs. Erkennt man den Tumor früh genug, sind die Heilungschancen hervorragend. "Deswegen ist Vorsorge wichtig", sagt Wülfing. Er will Jungs dazu ermutigen, sich regelmäßig selbst zu untersuchen. "Die meisten Männer erkranken zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr", erklärt der Arzt. Mit der Selbstuntersuchung beginnen junge Männer also am besten im Alter von 14 Jahren.

Eine besondere Hodenabtast-Technik gibt es nicht, sagt Wülfing. Entscheidend sei, die eigenen Hoden etwa einmal monatlich zu betasten. So lernt man mit der Zeit, wie sie sich normalerweise anfühlen - nämlich "prall-elastisch", wie Wülfing erklärt. Findet ein Junge merkwürdige Verhärtungen, sollte er einen Termin beim Urologen oder Kinderarzt machen. "Da passiert nichts schlimmes", sagt Wülfing. Der Arzt tastet ebenfalls ab und macht dann eventuell eine Ultraschalluntersuchung.

Selbst wenn sich bestätigt, dass sich tatsächlich ein Tumor gebildet hat, müsse man nicht verzweifeln. Die Heilungschancen stehen Wülfing zufolge bei mehr als 80 Prozent - selbst, wenn der Krebs bereits gestreut hat. "Je früher wir den Tumor entdecken, desto weniger Chancen hatte er aber, Metastasen zu bilden." Das mache die Behandlung einfacher.

Mit einer neuen Kampagne wollen die Urologen junge Männer zur Vorsorge ermuntern. Auf der Website "hodencheck.de" informiert die DGU unter anderem über die Selbstuntersuchung.

Hodencheck

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Low-Carb: Wenig Kohlenhydrate  - und das Hüftgold schmilzt?
Low-Carb verspricht, in nur wenigen Wochen viele Pfunde purzeln zu lassen. Hollywoodstars und Fitnessgurus schwören darauf. Doch stimmt das?
Low-Carb: Wenig Kohlenhydrate  - und das Hüftgold schmilzt?
Keine Lust mehr auf Pizza? Sie könnten schwer krank sein
Sie könnten jeden Tag Salami-Pizza essen – doch plötzlich vergeht Ihnen die Lust? Dann könnte es ein Anzeichen auf etwas Bedrohliches sein.
Keine Lust mehr auf Pizza? Sie könnten schwer krank sein
Frau stirbt an Proteinüberdosis: Kann mir das auch passieren?
Mit nur 25 Jahren starb Bodybuilderin und Mutter Meeghan Hefford an einer Proteinüberdosis. Der Grund: ein seltener Gen-Defekt. Doch was hat es damit auf sich?
Frau stirbt an Proteinüberdosis: Kann mir das auch passieren?
Dokumentation lückenhaft: Kein Beleg für Behandlungsfehler
Bei einem Eingriff kommt es zu Komplikationen. Am Ende steht die Frage im Raum, ob der Arzt einen Fehler gemacht hat. Vor Gericht wäre die Dokumentation der Behandlung …
Dokumentation lückenhaft: Kein Beleg für Behandlungsfehler

Kommentare