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Sofort sympathischer wirken mit dem Benjamin-Franklin-Trick

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Mann gießt Blumen
Sie brauchen jemanden, der Ihre Blumen versorgt? Wenn Sie den Nachbarn um einen Gefallen bitten, machen Sie sich beliebt. © Jörg Carstensen/dpa/picture alliance

Jeder Mensch tickt anders, doch es gibt ein paar Dinge, die jeder gerne mag: etwa, wenn man zuhört. Doch es gibt auch paradoxere Verhaltensweisen, die sympathisch machen.

Es ist ein psychologisches Phänomen, das einen berühmten Namen trägt: der „Benjamin-Franklin-Effekt“. Der Gründervater der Vereinigten Staaten Franklin war es nämlich, der ihn für sich genutzt hat. So hatte er eine ganz spezielle Methode für sich entdeckt, wie er aus Feinden Freunde machen* konnte. Dazu bedarf es nur einer kleinen Bitte.

Um einen Gefallen bitten: Wir mögen Menschen, welchen wir helfen

Franklin hatte den Mann, den er auf seine Seite ziehen wollte, einfach danach gefragt, ob er sich ein Buch aus seiner Bibliothek ausleihen könne. Dieses brachte er der Erzählung nach mit einem Dankesbrief zurück. Die banale Bitte um einen Gefallen soll dem betreffenden „Feind“ derart geschmeichelt haben, dass die beiden Männer Freunde wurden. Der „Benjamin-Franklin-Effekt“ bezeichnet demnach die Sympathie, die man für Menschen empfindet, denen man einen Gefallen getan hat. Wir mögen Menschen, denen wir helfen - so bricht es der Business Insider herunter. Auch Studien untermauern diesen Effekt. So hatten Studienteilnehmer eines Experiments Geld gewonnen, welches die eine Gruppe behalten durfte. Die andere Gruppe konnte es dem Studienleiter zurückgeben. Dieser hatte zuvor allerdings die Bitte ausgesprochen, ihm das Geld zurück zu geben, da er die Studie selbst gezahlt hatte und nun kein Geld mehr habe. Das Ergebnis: Die Teilnehmenden mochten den Forscher am meisten, wenn sie ihn dem Gefallen tun konnten. Am wenigsten mochten sie ihn, wenn sie das Geld behalten durften.

Die Schlussfolgerung der Wissenschaftler ist, dass wir jemanden mehr mögen, wenn wir ihm einen Gefallen tun können. Ursache dafür könnte die sogenannte kognitive Dissonanz sein: Der Mensch hat Probleme damit, jemanden nicht zu mögen und ihm gleichzeitig einen Gefallen zu tun. Entsprechend sorgen Menschen dafür, dass sie die Person mögen. Doch das ist nur eine Theorie. Eine andere These besagt, dass die Person, die um einen Gefallen gebeten wird, dahinter einen Drang zur Freundschaft verspürt. Das Phänomen „reziproke Zuneigung" soll dafür sorgen, dass wir Menschen mögen, die uns mögen. (jg) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Weiterlesen: Bindungsangst: So sollten Sie niemals reagieren, wenn Sie mit einem Beziehungsphobiker zusammen sind.

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