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Riesiger Kinderwunsch, aber nicht der richtige Partner zur Stelle - ist Social Freezing die Lösung?

Spät schwanger

Kind mit 50? Social Freezing machts möglich - doch der Haken an der Sache ist gewaltig

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Viele Frauen beschäftigt die Frage, ob und wann sie Kinder wollen. Weil die Fruchtbarkeit im Alter abnimmt, liebäugeln manche mit einer neuartigen Methode - dem Social Freezing.

Mitte 30 und noch keinen Kinderwunsch oder nicht den richtigen Partner? Eine neue Methode verspricht Abhilfe. So soll es durch das Einfrieren von Eizellen auch noch im Alter möglich sein, Kinder auf die Welt zu bringen. Die sogenannte Kryokonservierung von Eizellen stand lange Zeit nur im Krankheitsfall, etwa bei einer Krebserkrankung, zur Verfügung. Jetzt kann jede Frau ihre Eier einfrieren lassen - doch das hat seinen Preis.

Social Freezing als Lösung für späten Kinderwunsch?

Social Freezing nennt sich die Methode, deren Einsatz umstritten ist. Dabei können sich Frauen im gebärfähigem Alter Eizellen entnehmen lassen, die dann im wahrsten Sinne des Wortes auf Eis gelegt werden. Sie werden unter leichter Narkose entnommen, schockgefrostet und warten bei minus 200 Grad dann im Labor darauf, aufgetaut und künstlich befruchtet zu werden. Befürworter der Methode führen an, dass diese Methode den Frauen den Druck nimmt, die einen großen Kinderwunsch, aber keinen Partner haben. Gegner sehen im Social Freezing eine Zweckentfremdung, die nur krebskranken Frauen, die nach der Chemotherapie keine Kinder mehr bekommen können, vorbehalten sein sollte.

In Deutschland gibt es zwar relativ wenige Frauen, die sich für Social Freezing entscheiden, doch es ist gesetzlich gesehen jeder Frau erlaubt. Für den Eigenbedarf können befruchtete und unbefruchtete Eizellen eingefroren werden, allerdings nur die eigenen: Eizellspende ist in Deutschland illegal. Wann die Eizellen aufgetaut und der Frau wieder eingesetzt werden, kann sie selbst bestimmen. Es gibt aus gesetzlicher Sicht keine Altersgrenze.

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Hohe Kosten für Social Freezing - zahlt die Krankenkasse?

Ob die befruchtete Eizelle eine Schwangerschaft zur Folge hat, ist allerdings nicht garantiert: "Bei einer 30-jährigen Frau würde ich von einer Schwangerschaftsrate von 50 Prozent pro Versuch ausgehen. Wenn die Eizellen älter sind, reduziert sich dies entsprechend", zitiert der Spiegel den Münchner Reproduktionsmediziner Jörg Puchta. Er schätzt, dass sich aktuell unter 10.000 Frauen jährlich in Deutschland für die Kryokonservierung entscheiden - Tendenz steigend.

Video: Immer mehr Menschen lassen ihre Nachkommen einfrieren

Dabei nehmen Frauen gesundheitliche Risiken in Kauf. Die Hormontherapie etwa, die die Reifung von Eizellen fördert, kann ernste Nebenwirkungen haben, die von Flüssigkeit im Bauchraum bis hin zur Thrombose reichen können. Und auch der Preis, den Frauen für Social Freezing zahlen müssen, ist enorm: Allein die Vorbehandlung, Entnahme und Lagerung sollen bis zu 4.000 Euro kosten. Die Kosten für das Auftauen, die künstliche Befruchtung und die spätere Hormonbehandlung kommen noch dazu. Einige Mediziner fordern, dass Social Freezing als Kassenleistung von den Krankenkassen übernommen werden soll. Doch viele Experten halten dagegen, dass die Entscheidung zum Social Freezing als Privatvergnügen angesehen werden kann, wenn keine medizinische Notwenigkeit besteht - und entsprechend auch selbst gezahlt werden muss.

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jg

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