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Klein, aber sehr gefrässig: die Speckkäferlarve (links) vom Speckkäfer (rechts).

Was krabbelt denn da?

Sind diese Tiere in Ihrer Wohnung? Seien Sie tapfer  

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Ohne es zu wissen, teilen wir unsere Wohnung mit vielen kleinen Tierchen. Doch diese haarigen Exemplare sollten Sie nicht länger als Untermieter dulden. Denn, diese Larven richten großen Schaden an.

Nicht jeder Käfer, der aus einer Ritze krabbelt, ist ein Schädling. Viele Käfer spielen in der freien Natur eine wichtige Rolle in unserem Ökosystem. Selbst ein Speckkäfer.

„In seinem Leben macht jeder von uns einmal Bekanntschaft mit einem Speckkäfer oder seinen verfressenen Larven“, sagt der Insektenforscher Dr. Lars Hendrich. Allerdings nicht unter freiem Himmel in der Natur, sondern in seinen eigenen vier Wänden. Deswegen sollten Sie diesen Untermieter erkennen, bevor er sich bei Ihnen breit macht.

Die Familie der Speckkäfer mit dem wissenschaftlichen Namen Dermestidae ist groß. „Es gibt über 20 verschiedene Arten“, sagt Hendrich von der Zoologischen Staatssammlung München.

Der Speckkäfer saugt an Blüten und ist eigentlich ganz harmlos. Nur als Larven fressen die Speckkäfer gern Keratin, wie es in Federn, Wolle, Haaren und Horn vorkommt. So säubern Speckkäferlarven Vogelnester oder beseitigen Tierkadaver restlos.

Das müssen Sie über die verfressene Familie der Speckkäfer wissen

Fliegt ein Speckkäfer-Weibchen durchs Fenster, sucht es einen geschützten Ablageplatz für die Eier. „Ritzen im Parkett sind eine perfekte Brutstätte“, sagt der Entomloge Hendrich. Dort können Larven geschützt schlüpfen und prächtig gedeihen. Denn zum Futtern fällt immer ein Härchen oder Hautschüppchen ab. 

Entomloge Dr. Lars Hendrichs von der Zoologischen Staatssammlung München.

Ist der Hunger groß, machen sich die Larven an andere Sachen ran. Sie fressen sich durch Filz, Wolle oder Fell - Hauptsache organisch. So hat sich die Familie der Speckkäfer einen „Namen“ unter den Schädlingen gemacht und verbreitet als „Museumskäfer“, „Pelzkäfer“ oder „Teppichkäfer“ Schrecken.

Aber das ist noch nicht alles: Die Larven der Speckkäfer sind behaart. Das sieht zwar ganz niedlich aus, kann jedoch böse Folgen haben. Diese feinen Haare - Pfeilhaare genannt -  können bei empfindlichen Personen Asthma auslösen, sagt Hendrich. 

Speckkäfer sind Schädlinge - Was tun?

Keine Frage, es ist schon schockierend, wenn plötzlich Larven oder andere Viecher in der Wohnung krabbeln. Was tun, wenn Sie Speckkäfer oder anderes Ungeziefer entdecken?  

„Keine Panik und cool bleiben, nicht die ganze Bude gleich auf links drehen“, sagt Schädlingsbekämpfer Sebastian Manz. Der Münchner macht seit fast 20 Jahren Jagd auf ungebetene Mitbewohner. Mit Schädlingen kennt er sich aus. Aber auch mit dem Schrecken und Ekel, den diese kleinen Tierchen verbreiten.

Schädlingsbekämpfer Sebastian Manz. 

1. Schritt: Bleiben Sie cool

Keine Panik ist das oberste Gebot. Schädlinge kommen in den besten Familien vor. Schädlinge müssen niemandem peinlich sein. Schädlinge haben nichts mit fehlender Hygiene zu tun. Speckkäfer fliegen beispielsweise einfach durchs Fenster in die Wohnung. 

2. Schritt: Schädling bestimmen

Wichtig ist es erst einmal genau zu bestimmen, ob es sich überhaupt um einen Speckkäfer oder ein anderes harmloses Insekt handelt, sagt Manz. Bei der korrekten Bestimmung hilft zum Beispiel auch die Zoologische Staatssammlung München weiter, wenn jemand sein Exemplar selbst vorbeibringt oder schickt. 

Die Familie der Speckkäfer ist groß. Zur verfressenen Verwandschaft gehören der Teppichkäfer oder der Museumskäfer - alle Arten sehen unterschiedlich aus und sind unterschiedlich groß. 

3. Schritt: Befall und Lage 

Je nach Befall heißt es, eine geeignete Maßnahme zu ergreifen. Wo befinden sich die Larven, Häute oder Kot? Liegen etwa Käfer auf der Fensterbank? Ist ein Raum betroffen oder mehrere? 

Den Befall können Experten, wie Sebastian Manz, vor Ort am besten beurteilen, als nur eine Recherche im Internet. Rufen Sie den Kammerjäger.

4. Schritt: Speckkäfer bekämpfen

Haben Specklarven beispielsweise schon Löcher in Wolldecken gefressen, ist es vernünftig, diese Sachen in den Müll zu werfen. 

  • Larven lassen sich mit einem kräftigen Staubsauger beseitigen. Saugen Sie regelmäßig unter dem Teppich, in den Schubladen oder hinter dem Schrank und in den Ritzen. Wischen Sie regelmäßig den Boden.

Wichtig! Entsorgen Sie den Staubsaugerbeutel sofort nach der Putzaktion.

Greifen Sie nicht gleich zu einem Insektengift oder Sprays. Es gibt Mittel, die auch bei Menschen Nebenwirkungen, wie Kopfschmerzen oder Übelkeit, verursachen können, warnt Matthias Zeuner-Haning Umweltberater bei der Verbraucherzentrale Bayern. Holen Sie sich professionelle Hilfe. Erst Recht, wenn Sie Käfer in Dämmmaterial oder Zwischendecken vermuten.

  • Speckkäfer sind recht robust. Erst Temperaturen ab minus 40 Grad Celsius und eine Hitze über 80 Grad Celsius können Speckkäfer und ihre Eier abtöten.   

5. Schritt: Haben Sie Geduld

„Rennen Sie nicht jedem Fussel hinterher, der auf dem Boden liegt“, sagt Sebastian Manz. Auch sonst ist Geduld gefragt. Gelegte Eier schlüpfen nicht alle auf einmal. So kommt es vor, dass sich trotz professionellen Permethrin-Einsatzes (Permethrin ist das geeignete Mittel) „ein Krieger auf den Weg macht“.  

Stichwort: Permethrin 

Permethrin hilft, lästige Insekten wie Milben, Läuse oder Krätze effektiv zu bekämpfen. Es ist ein starkes Muskel- und Nervengift.

Permethrin ist für Insekten giftiger als für Menschen. Der Grund: Bei Warmblütern entwickelt der Stoff nur geringe Wirkung. 

Bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr tragen die Soldaten Permethrin behandelte Uniformen, um vor gefährlichen Insekten und Parasiten geschützt zu sein.

6. Vorsorgen

  • Ein feinmaschiges Fliegengitter am Fenster kann ungebetene Gäste wie den Speckkäfer abhalten.
  • Waschen Sie oder geben Sie Textilien in die Reinigung, die Sie länger nicht tragen wollen. Schweißgeruch und Hautschuppen ziehen auch Motten an.

ml

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